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	<title>Diversity &amp; Inclusion Archive - Lucia C. Rocktäschel</title>
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	<description>Vielfalt wertschätzen,  inklusiv kommunizieren — mehr erreichen!</description>
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	<title>Diversity &amp; Inclusion Archive - Lucia C. Rocktäschel</title>
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		<title>Warum „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ frustrieren kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Mar 2024 12:46:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während meine Workshops zum Gendern mich und die Teilnehmenden meist sehr zufriedenstellen und wir für verschiedenste Probleme konkrete, praktische Lösungen finden – ist „Vielfalt wertschätzend ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Warum „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ frustrieren kann" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vwk-und-frustration/#more-758" aria-label="Mehr Informationen über Warum „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ frustrieren kann">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vwk-und-frustration/">Warum „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ frustrieren kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Während meine Workshops zum Gendern mich und die Teilnehmenden meist sehr zufriedenstellen und wir für verschiedenste Probleme konkrete, praktische Lösungen finden – ist „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ oft frustrierend. Das hat verschiedene Gründe, auf die ich in diesem Artikel eingehen möchte. Meine Beobachtungen speisen sich aus Workshops, Aussagen von Teilnehmenden, Feedback und Gesprächen sowie dem regelmäßigen Blick auf Medien- und Social-Media-Diskurse zu diskriminierungssensibler Sprache und allem, was dazu gehört.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Diversitätssensible Kommunikation ist breitgefächert und unkonkret</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gendergerechte Sprache ist vergleichsweise einfach anzuwenden. Es gibt zwar keine festen Regeln, doch <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/richtig-gendern/">jede Art zu gendern</a> folgt einer durchdachten Anwendungsstrategie, die leicht zu erlernen ist. Geschlechtergerechtes Schreiben ist Gewohnheitssache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geht es wirklich nur darum, Personenbezeichnungen mit Sternchen zu versehen, zu neutralisieren oder Ähnliches, ist es an sich nicht notwendig, sich mit den Hintergründen oder der eigenen Haltung auseinanderzusetzen. Natürlich enthalten meine Workshops auch Sensibilisierung für Genderstereotype und in Sprache eingeschriebene Klischees oder Vorannahmen. <strong>Die meisten Teilnehmenden können sich in die Dimension Gender gut einfühlen</strong>, da sie alle selbst Berührungspunkte mit entsprechenden Rollenbildern und Erwartungen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Gendern hat nicht zuletzt durch die große mediale Aufmerksamkeit irgendwie <strong>jede*r eine Meinung:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die meisten kennen die wichtigsten <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/argumente-geschlechtergerechte-sprache/">Argumente für eine gendergerechte Sprache</a>.</li>



<li>Immer mehr Unternehmen und Organisationen führen das <strong>Gendern als Teil ihrer Corporate Language</strong> ein, sodass Beschäftigte sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen.</li>



<li>Manche Menschen haben eine klare Meinung dazu, dass und wie gegendert werden sollte.</li>



<li>Andere sind besorgt, dass ihnen gegen ihren Willen eine Art zu sprechen und zu schreiben aufgezwungen oder ihnen der Mund verboten wird.</li>



<li><a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/muss-ich-gendern/">Verbote des Genderns</a> erzeugen wahlweise Empörung, Verunsicherung oder Zustimmung.</li>



<li>Viele Menschen haben zu der Frage, wie sie persönlich angesprochen werden wollen, <strong>eine Meinung, ob sie gendergerechte Sprache für sich wichtig oder unwichtig finden</strong>.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Was läuft bei „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ anders?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt ging es erst mal viel ums Gendern. Das ist auch bei den Workshops häufig so. Die Dimension Geschlecht ist für viele der erste Zugang zum Diversity-Konzept. Sexismus, Rassismus, LGBTIQ+, vielleicht Barrierefreiheit – das kriegen die meisten noch zusammen. Geht es aber um alle <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-dimensionen/">sieben Kerndimensionen</a>, weitere äußere Dimensionen und die eigentlich unendliche Vielfalt von, ja, Vielfalt, ist meistens schon das eine oder andere Seufzen zu hören: <strong>„Oh Gott, was denn noch alles?“</strong> – „Wie soll ich mir denn das alles merken?“ – „Was darf ich überhaupt noch sagen?“ – „Die Leute werden auch immer empfindlicher…“ – <strong>„Irgendwo muss man auch mal eine Grenze ziehen!“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir werden niemals als eine Person alle Aspekte von Diversity erfassen können. Wir werden auch niemals über alle marginalisierten Gruppen oder möglicherweise diskriminierenden Aussagen Bescheid wissen. Und das ist in Ordnung! Damit müssen wir alle leben. Wir können und müssen nicht alles „richtig“ machen – was auch immer das heißt, schließlich gibt es in den wenigsten Fällen ein einziges Richtig und ein einziges Falsch. Vielfalt wertschätzende Kommunikation ist für mich eher <strong>eine Grundhaltung, die offen, sensibel, zugewandt und auch neugierig ist</strong>! Die richtigen Worte finden sich damit schon fast von selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist zugegebenermaßen eine ziemlich allgemeine, verschwommene und nicht sehr konkrete Aussage. Was mich direkt zum nächsten Punkt führt. Doch <strong>die Vielfalt der Vielfalt ist nun einmal eine Realität</strong>, die sich nicht in gleichmäßige Kuchenstücke oder sorgfältig beschriftete Akten und Schubladen sortieren lässt. Modelle von Diversity dienen der Orientierung, Vereinfachung, Veranschaulichung und Schwerpunktsetzung – sie sind jedoch <strong>niemals vollständig oder feststehend</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Falsche Erwartungen an den Workshop</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich zu Beginn eines <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/gendern-leicht-gemacht/">Workshops zum Gendern</a> nach den Erwartungen der Teilnehmenden frage, bin ich die ganze Zeit am Nicken und weiß nach der Runde: Ich werde die meisten Erwartungen erfüllen können! Bei „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ bin ich dagegen nur am Schlucken, weil ich weiß:&nbsp; <strong>Ich könnte diese Erwartungen auch dann nicht erfüllen, wenn der Workshop doppelt oder dreimal so lang wäre</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen wünschen sich eine einfache Lösung für ein komplexes Problem. Kann ich gut nachvollziehen! Persönlich hätte ich auch lieber eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für manche Dinge im Leben, statt mich selbst damit auseinandersetzen zu müssen – auf einem steinigen, unbequemen, kurvigen Weg, von dem ich nicht mal genau weiß, wohin er mich führen will!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein vierstündiger Workshop beginnt also und <strong>typische Erwartungen sind</strong>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ich möchte nach dem Workshop in allen Situationen korrekt Vielfalt wertschätzend kommunizieren können.</li>



<li>Ich erwarte, dass ich nach dem Workshop genau weiß, was ich wann zu wem sagen darf und was nicht.</li>



<li>Ich wünsche mir eine Vorlage für die Kommunikation im Alltag und jede Situation, in der es zu Diskriminierung kommen könnte.</li>



<li>Ich hoffe, wir bekommen heute auch eine Liste mit allen Wörtern und Formulierungen, die diskriminierend wirken können, und besseren Alternativen dazu.</li>



<li>Ich bin hier, um zu lernen, wie ich alles richtig mache und jegliche Konflikte in Bezug auf Diskriminierung und Diversity vermeide.</li>



<li>Ich hoffe, dass ich nach dem Workshop nirgendwo mehr anecke und niemanden verletze.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kommt mein immer etwas unangenehmer Part, meine Teilnehmer*innen zu enttäuschen: „Leider werde ich euch diese Wünsche nicht erfüllen können. <strong>Ich denke aber, was wir heute machen, wird euch dennoch weiterbringen!</strong> Und es wird Spaß machen. Vielleicht mehr Spaß, als wenn wir jetzt irgendwelche Regeln und Wortlisten auswendig lernen würden.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum keine Regeln für Vielfalt wertschätzende Kommunikation?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre so schön einfach, ein Heft mit Vokabellisten durchzuackern und dann mit dem Erlernen diversitätssensibler Kommunikation fertig zu sein, oder? Doch wenn wir allein unsere Sprache ändern und nicht auch die Haltung, dann passiert oft gar kein gesellschaftlicher Wandel oder steigt die Akzeptanz vielfältiger Lebensweisen; jedenfalls nicht in dem Ausmaß, das möglich wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht wie beim Gendern auch bei Vielfalt wertschätzender Kommunikation nicht (nur) darum, „angemessene“ Worte zu verwenden und „unangemessene“ zu vermeiden. Dahinter steckt viel mehr! Mehr, das wir uns selbst vorenthalten, wenn die einzige Motivation, diskriminierungsfrei zu sprechen, die Angst ist, etwas Falsches zu sagen oder irgendwo anzuecken. Die Angst darf sein und ist auch nicht ganz unberechtigt. Und gleichzeitig <strong>entfaltet sich das Potenzial Vielfalt wertschätzender Sprache so richtig erst, wenn ich mich neugierig und wohlwollend damit auseinandersetze</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage sollte nicht sein: Wie schaff ich’s, dass ich bloß nichts falsch mache und niemanden diskriminiere? Fragen wir uns: <strong>Was könnten wir durch Vielfalt wertschätzende Kommunikation erreichen?</strong> Wen vor allem und wie viele Menschen mehr, mit denen es sich lohnt, in Verbindung zu sein?&nbsp; Wie großartig muss das Gefühl sein, sich dank Repräsentation endlich gesehen zu fühlen, wo man vorher ausgeschlossen war? Wie könnte die Welt aussehen, wenn wir alle wertschätzender und wohlwollender miteinander umgingen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-training/">meinen Workshops</a> passiert, ist eben viel mehr<strong>: Informieren – Sensibilisieren – Angst nehmen – Diskutieren – Ausprobieren</strong>. Das ist nicht unbedingt, was die Teilnehmenden erwarten, schafft aber häufig Erleichterung und einen neuen Blickwinkel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Zu wenig Zeit und zu große Gruppen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verstehe gut, dass Teilnehmende mehr erwarten und über Vielfalt wertschätzende Kommunikation lernen wollen, als es in der kurzen Zeit möglich ist, die wir meistens miteinander haben. Zeit für einen Impulsvortrag oder halben Tag, selten mal einen ganzen Tag stellen Unternehmen und Veranstalter*innen meistens für dieses Thema zur Verfügung. Zu offenen Formaten, die länger als zwei Stunden gehen, meldet sich kaum jemand an. <strong>In dieser kurzen Zeit ist es kaum möglich, verschiedene Diversity-Dimensionen einzeln anzuschauen</strong>. Es bleibt bei einem allgemeinen, oberflächlichen Überblick mit ein bisschen Sensibilisierung, ein paar Hintergründen und einem kleinen Praxisteil zum Ausprobieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Diskussionen, die sich im Verlauf des Workshops entspinnen, muss ich aus Zeitgründen unterbrechen. Entscheide ich, einem Gespräch mehr Raum zu geben, fallen andere wichtige Teile des Programms aus – und ich erfülle noch weniger die Erwartungen der Teilnehmenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Budget und zeitliche Ressourcen sind leider oft zu knapp </strong>für mehrtätige oder regelmäßig stattfindende Formate, in denen verschiedene Schwerpunkte gesetzt oder einzelne Aspekte und Dimensionen detaillierter besprochen werden könnten. Hinzu kommt noch, dass am liebsten <strong>zig Teilnehmende in einem einzigen Durchgang</strong> trainiert werden sollen. Das erschwert es, Gruppendiskussionen den nötigen Raum zu geben. Bei „<a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vwk/">Vielfalt wertschätzend kommunizieren</a>“ besteht dafür besonders viel Bedarf, sodass sich Gruppen mit maximal acht Personen als passender erwiesen hat. Die Initiator*innen können meist selbst nichts dafür und entschuldigen sich eher noch. Es ist <strong>frustrierend für alle Beteiligten</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dennoch kann auch ein kurzer Workshop wertvolle Impulse geben! Sie sind eben <strong>ein Anstoß, der im Nachgang Eigeninitiative erfordert</strong>, sich weiter und tiefergehend mit den angesprochenen Themen auseinanderzusetzen. Wer sich ein Diversity-Modell anschaut, sieht sicher schnell eine Dimension, mit der sie*er sich noch kaum auskennt und über die es sich vielleicht eigenständig zu informieren lohnt. Und<strong> egal, was du erlebst: Es wird sich dadurch immer irgendetwas ändern.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Selbstbestimmt zu Vielfalt wertschätzender Kommunikation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Schluss möchte ich noch einen Anstoß geben, der bei Frust und innerem Widerstand gegen diversitätssensible Sprache helfen kann: Ich hatte erwähnt, dass stures Auswendiglernen „ungünstiger“ Formulierungen und Ersetzen durch „bessere“ Alternativen nicht Teil meiner Workshops sind. Wohl aber wichtig finde ich es, sich mit diskriminierenden Hintergründen von Worten, Begriffen, Personenbezeichnungen, Redewendungen, Aussagen und Formulierungen zu beschäftigen. Es ist so notwendig, zu wissen,<em> <strong>warum</strong></em> sich Menschen dafür einsetzen, dass bestimmte Begriffe nicht mehr genutzt werden. Sonst fühlt sich das wirklich nach Bevormundung an.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hör die heimliche Botschaft und gleiche sie mit deinen Werten ab!</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Du kannst dich drüber beschweren, was du alles angeblich nicht mehr sagen darfst.<br>Du kannst dich in der Angst verstecken, etwas Falsches zu sagen, und schweigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Oder du nimmst die Sache selbst in die Hand!</strong> Du hörst, dass du dieses eine Wort nicht mehr sagen sollst, und verstehst nicht, warum? Dann schlag es nach. Informiere dich. Und überleg dir, welche „heimliche Botschaft“ sich hinter dem vermeintlich harmlosen Wort möglicherweise verborgen hat? Ist es abwertend gegenüber einer bestimmten Personengruppe? Oder macht es sie lächerlich? Werden vielleicht Stereotype und Klischees wiederholt und verfestigt? Kann das Wort als Beleidigung aufgefasst werden? Oder hat es einen kritischen historischen Hintergrund?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du die heimliche Botschaft gefunden hast, kannst du für dich überprüfen: <strong>Entspricht es meinen Werten, dieses Wort weiterhin zu verwenden?</strong> Nein? Dann nutze ab jetzt eine der vielfältigen Alternativen, die sicher auch für dieses Wort verfügbar ist. Es entspricht deinen Werten und fühlt sich für dich gut an, das Wort weiterhin zu nutzen? Gut, dann mach das! Es ist dein Recht, alles zu sagen, auch wenn es vielleicht den Werten deiner Mitmenschen nicht entspricht. Nur <strong>mit den Konsequenzen musst du leben</strong>, bei beiden Möglichkeiten: Du wirst es niemals allen Menschen recht machen können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Übernimm Verantwortung für deine Kommunikation!</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte entscheide dich <strong>nicht willkürlich oder aus Sturheit</strong> für die eine oder die Variante: immer diskriminierende Sprache vermeiden oder nie. Stattdessen triff eine selbstbestimmte Entscheidung. <strong>Beschäftige dich mit den Hintergründen</strong> im Einzelfall und mach dir deine Werte bewusst. Erwarte nicht von anderen, dir zu sagen, was richtig oder falsch ist. Höre dir die Stimmen von Betroffenen und Expert*innen zum Thema an. Höre auf deine innere Stimme. Und übernimm Verantwortung für deine Sprache! Nur so klappt <strong>Vielfalt wertschätzende Kommunikation aus Überzeugung</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hast du schon mal einen Workshop zu diversitätssensibler Sprache mitgemacht? Wie waren deine Erfahrungen? Was hat dir gut gefallen? Was würdest du dir wünschen? Schreib deine Gedanken gerne in die Kommentare!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vwk-und-frustration/">Warum „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ frustrieren kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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		<title>Tipps zum Umgang mit Skepsis, Hate &#038; Gegenwind zu Diversity- &#038; Gender-Themen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jun 2023 09:26:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beschäftigst du dich mit Gendern und Diversity, sind Hate, Kritik und Widerstand nicht weit. Vor allem online, aber auch im persönlichen Kontakt kann dich das ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Tipps zum Umgang mit Skepsis, Hate &#038; Gegenwind zu Diversity- &#038; Gender-Themen" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/skepsis-hate-gegenwind/#more-742" aria-label="Mehr Informationen über Tipps zum Umgang mit Skepsis, Hate &#038; Gegenwind zu Diversity- &#038; Gender-Themen">zum Beitrag</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/2622f52517b64851918685d12da63f9f.gif" alt="" width="1" height="1" />Beschäftigst du dich mit Gendern und Diversity, sind Hate, Kritik und Widerstand nicht weit. Vor allem online, aber auch im persönlichen Kontakt kann dich das schon mal in unangenehme Situationen bringen. Wie grenze ich mich davon ab? Wann lohnt es sich, zu diskutieren? Welche Argumente kann ich nutzen? Und wann darf ich einen Schlussstrich ziehen, wenn mich die Aussagen meines Gegenübers sehr belasten?</p>
<p>Diese Fragen stellen mir Teilnehmende meiner Diversity-Trainings immer wieder. Zusammen haben wir in zahlreichen Workshops und verschiedenen Branchen einige <strong>hilfreiche Strategien entwickelt, mit dem großen Widerstand gegen Diversity-Themen umzugehen</strong>. Aber auch die eigenen inneren Skeptischen und Kritischen im Zaum zu halten, will gelernt sein. Außerdem haben viele meiner Kund*innen Sorge, von Aktivist*innen und Betroffenen zurechtgewiesen und im schlimmsten Falle „gecancelt“ zu werden.</p>
<p>Unabhängig davon, wie realistisch diese Befürchtungen tatsächlich sind, finde ich solche Gedanken oder Ängste nachvollziehbar und verständlich – die habe ich selbst auch. In diesem Artikel möchte ich dir deshalb einige <strong>Beobachtungen, Strategien und Tipps</strong> für den Umgang mit Widerstand bei Gendern- und Diversity-Themen mitgeben, die mir und meinen Trainees im Alltag helfen.</p>
<p><strong>Überblick:</strong></p>
<ul>
<li><a href="#Konsequenzen">Was passieren kann, wenn du dich öffentlich für Gendern und Diversity positionierst</a></li>
<li><a href="#Austausch">Warum Austausch wichtig ist</a></li>
<li><a href="#Hate">Tipps für den Umgang mit Hate-Kommentaren</a></li>
<li><a href="#Persoenliches_Umfeld">Handlungsstrategien bei Skeptiker*innen und Gegenwind im beruflichen &amp; privaten Umfeld</a></li>
<li><a href="#Innere_Widerstaende">Was du mit deinen eigenen inneren Widerständen machen kannst</a></li>
<li><a href="#Fehler">Wie du wertschätzend mit Fehlern umgehst</a></li>
</ul>
<h2 id="Konsequenzen">Was kann passieren, wenn du dich öffentlich für Gendern und Diversity positionierst?</h2>
<p>Wenn du dich öffentlich, innerhalb deiner Organisation oder auch privat für Gendern, Diversity und Inklusion einsetzt, tust du das bestenfalls <strong>aus Überzeugung</strong>, weil du das selbst möchtest. Vielleicht gibt es von deinen Arbeitgebenden aus aber auch <strong>Vorgaben oder Richtlinien</strong>, an die du dich halten musst: Du sollst gendern, diskriminierende Formulierungen vermeiden oder deine Kommunikation barrierearm gestalten.</p>
<p>Ist das Thema neu für dich, hast du vielleicht <strong>Angst, etwas falsch zu machen oder jemanden zu verärgern</strong>. Die hitzigen medialen Debatten und Shitstorms übers Gendern und andere Diversity-Themen sind sicher nicht an dir vorbeigegangen. Und wenn du dich schon länger mit <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vielfalt-wertschaetzend-kommunizieren/">Vielfalt wertschätzender Kommunikation</a> und <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wozu-brauchen-wir-vielfalt-wertschaetzende-sprache/">inklusiver Sprache</a> auseinandersetzt, hast du womöglich selbst schon Situationen erlebt, in denen du dich rechtfertigen musstest oder angegriffen wurdest.</p>
<p>Leider kannst du tatsächlich mit gewissen Konsequenzen rechnen, wenn du dich mit diversitysensiblen und diskriminierungsarmen Kommunikationsweisen beschäftigst. Dazu zählen folgende:</p>
<ul>
<li><strong>Du wirst „Fehler“ machen</strong> – bzw. anders handeln, als du oder andere Menschen es von dir erwarten.</li>
<li>Online kannst du <strong>Hate-Kommentaren oder Shitstorms</strong> ausgesetzt sein – je nach Reichweite, Hashtags und Content.</li>
<li>Im beruflichen und privaten Umfeld wirst du vielleicht auf <strong>Ablehnung, Skepsis und Widerstände </strong>stoßen.</li>
<li>Das Thema kann deine <strong>Beziehungen belasten</strong>, wenn eure Werte nicht übereinstimmen und keine ausreichende Abgrenzung gelingt.</li>
<li>Du wirst anfangs vielleicht <strong>frustriert sein</strong>, weil du dir wünschst, dass sich alle Menschen so sehr für Diversity-Themen interessieren wie du.</li>
<li>Vielleicht fühlst du dich manchmal <strong>unsicher oder ermüdet von den Themen</strong> und der Art der Diskussionen in den (sozialen) Medien.</li>
<li>Wenn du einen Fehler machst, kann es sein, dass du dafür sehr hart angegangen wirst – aber auch das geht vorbei, und du wirst <strong>nicht gleich gecancelt</strong>, wenn du menschlich mit der Sache umgehst.</li>
<li>Belästigung, Stalking, Hausbesuche oder Gewalt kommen vor, sind aber <strong>nicht die Regel und selten</strong>, wenn du nicht gerade eine riesige Reichweite hast und achtsam mit deinen Daten umgehst.</li>
</ul>
<h2 id="Austausch">Angst vor Skepsis, Hate und Widerständen? Warum Austausch wichtig ist</h2>
<p>„Angst ist ein großes Wort&#8230;“, sage ich in meinen Workshops immer, wenn die Folie mit dieser Frage an der Wand erscheint. „Aber wer von euch hat sich schon mal Sorgen darüber gemacht, mit dem Gendern auf Gegenwind zu stoßen? Wer hat vielleicht schon mal eine Erfahrung mit Skepsis oder Hate gemacht? Mal Hand hoch!“ Meist hebt sich ein Großteil der Hände. Dann setze ich mich mit in den Stuhlkreis und sage: „Das wirkt jetzt für manche vielleicht ein bisschen komisch. Aber es ist wirklich <strong>wichtig und hilfreich, über diese Gefühle und Erfahrungen zu sprechen</strong>.“</p>
<p>Nimm dir doch jetzt gleich mal einen Moment Zeit und schreibe deine Erfahrungen auf!</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-2067" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Diversity-sensible-Kommunikation-zu-Weihnachten-2-1-1024x683.png" alt="Schreiblinien in Dunkelblau auf beigem Untergrund. Die Überschrift lautet Notizen. Unten rechts ist ein Füller abgebildet in Dunkelblau und Pink." width="740" height="494" /></p>
<p>Mit wem könntest du darüber sprechen? Sich mit dem Thema nicht allein zu fühlen, kann sehr bereichernd sein. Such dir ein paar Kolleg*innen, Business-Freund*innen oder Menschen im privaten Umfeld, die dich verstehen. Hier sind einige<strong> Reflexionsfragen für den Austausch: </strong></p>
<ul>
<li>Wann hast du schon mal ein mulmiges Gefühl gehabt oder dich nicht getraut, einen gegenderten Text zu veröffentlichen oder über ein Diversity-Thema zu sprechen?</li>
<li>Wie hast du dich gefühlt, wenn das Thema mal wieder durch die Medien ging oder du in deinem Umfeld mit Skepsis, Hate und Gegenwind konfrontiert wurdest?</li>
<li>Wie bist du mit du mit dieser Situation und deinen Gefühlen umgegangen?</li>
<li>Welche Strategien hast du oder habt ihr als Unternehmen entwickelt für den Umgang mit solchen Situationen?</li>
</ul>
<p>Teilnehmende meiner Workshops finden diese Leute oft in der Gruppe. Sie tauschen sich auch später noch über ihre Erfahrungen aus und fragen einander: Wie würdest du jetzt damit umgehen? <strong>Eine Austauschrunde nur zum Umgang mit Hate, Skepsis und Gegenwind findet zum Beispiel bald im Rahmen meiner „Richtig gendern – Summer School“ statt.</strong></p>
<h2 id="Hate">Tipps bei Hate zu Gendern und Vielfalt wertschätzender Kommunikation</h2>
<p>Große Unternehmen haben ein Community-Management und Community-Guidelines, in denen sie bestimmte Regeln zum Umgang mit Hate-Kommentaren festlegen können. Das haben Einzelpersonen nicht. Falls du jedoch Einzelunternehmer*in, Aktivist*in oder einfach Privatperson bist, darfst du natürlich trotzdem deine eigenen Regeln aufstellen:</p>
<ul>
<li><strong>Formuliere eine Standardantwort</strong> für sich wiederholende ähnliche Kommentare, in der du zum Beispiel deine Haltung darlegst und auf Community-Guidelines oder deine persönlichen Grenzen verweist.</li>
<li><strong>Lege fest, ab welchem Punkt du (Hate-)Kommentare löschst</strong> – zum Beispiel bei Beleidigungen oder persönlichen Angriffen und Drohungen. Du kannst bei den meisten Social-Media-Plattformen auch bestimmte Worte herausfiltern, sodass Kommentare gar nicht erst angezeigt werden, die diese Worte enthalten.</li>
<li><strong>Lass dich von Kolleg*innen oder deiner Community unterstützen</strong>. Frage um Rat, wenn du nicht weißt, wie du mit einem Kommentar umgehen sollst. Oder bitte sie darum, dir beim Argumentieren in der Kommentarspalte zu helfen.</li>
</ul>
<p>Achte dabei immer auf dich selbst! Es ist toll, wenn du in die Diskussion gehen und krasse Kommentare nicht einfach so stehen lassen möchtest. Die Aussagen mancher Gegner*innen des Genderns und der inklusiven Sprache können und dürfen dich aber auch belasten. Besonders, wenn du selbst marginalisierten Gruppen angehörst.</p>
<p><strong>Es ist okay, da nicht drüberzustehen. Es ist okay, sich schlecht zu fühlen. Es ist okay, einen Kommentar zu ignorieren, ein Gespräch abzubrechen, einen Stressball an die Wand zu werfen oder ein Tränchen zu verdrücken.</strong></p>
<h2 id="Persoenliches_Umfeld">Mit Skeptiker*innen und Gegenwind umgehen – im beruflichen Umfeld und privat</h2>
<p>Wenn du einem Menschen direkt gegenüberstehst, ist es nicht so einfach, schnell mal eine vorformulierte Standardantwort aufzusagen. Auch Weggehen und den Konflikt „löschen“ ist meist nicht möglich. Gerade im beruflichen Umfeld oder in für dich wichtigen Beziehungen ist dir sicherlich <strong>daran gelegen, einen positiven Umgang mit euren unterschiedlichen Haltungen zu finden</strong>. Doch niemand kann dir sagen, wie du „richtig“ oder „falsch“ mit so einer Situation umgehst. Das liegt ganz bei dir, deinen Werten und Grenzen, Bedürfnissen und dem, was du bereit bist, für die Beziehung zu geben.</p>
<p><strong>Du kannst niemanden dazu zwingen, von denselben Dingen überzeugt zu sein wie du</strong>. Du darfst dich abgrenzen, Menschen gehen lassen, das Thema ruhen lassen, deine Haltung ausdrücken und Argumente an die andere Person herantragen. Du kannst dir Verständnis, Respekt oder Entgegenkommen wünschen und um Verhaltensänderungen bitten. Was dein Gegenüber daraus macht, liegt jedoch nicht bei dir.</p>
<p>Nehmen wir an, du bekommst es bei den Themen Gendern und Diversity mit Widerstand und Gegenwind zu tun oder möchtest jemanden auf ein bestimmtes Verhalten ansprechen. Dazu bieten sich zum Beispiel die Grundsätze der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg an:</p>
<ul>
<li><strong>Beobachten:</strong> Sage deinem Gegenüber, was du beobachtest: Beschreibe urteilsfrei, was gerade passiert ist.</li>
<li><strong>Gefühle:</strong> Sprich aus, was du in dieser Situation fühlst oder gefühlt hast. Reagierst du auf eine Aussage der anderen Person, frage sie, wie sie sich fühlt. Weiß sie es selbst nicht so genau, kannst du Vermutungen anstellen wie „Fühlst du dich vielleicht gerade wütend?“</li>
<li><strong>Bedürfnisse:</strong> Drücke aus, was dir in der Situation wichtig ist und was du brauchst. Oder: Frage die Person, welche Bedürfnisse bei ihr hinter den Gefühlen stecken.</li>
<li><strong>Bitten:</strong> Sage deinem Gegenüber, was du dir von ihm wünschst – formuliere deine Bitte so konkret wie möglich. Oder: Frage die Person, was sie sich wünscht oder um was sie dich bitten möchte.</li>
</ul>
<h3>Beispiele, Konflikte rund um Gendern &amp; Diversity mit GfK zu besprechen</h3>
<p>In diesem Abschnitt möchte ich dir <strong>zwei Beispieldialoge zeigen, wie sich Gewaltfreie Kommunikation anwenden lässt, um Konflikte bezüglich Diversity und Gendern zu lösen</strong>. Ich habe selbst erst vor Kurzem angefangen, mich intensiver mit der GfK zu beschäftigen. Wenn hier also nicht alles zu 100 % den Grundsätzen entspricht, liegt es daran. Aber im persönlichen Gespräch ist es ja auch normal, nicht stur nach einem Schema zu kommunizieren.</p>
<p>Nimm das Folgende also als Anregung und Inspiration, aber <strong>setz dich nicht unter Druck. </strong>Du musst nicht jede Situation so ausführlich besprechen. Wenn du selbst betroffen bist und dich das Gespräch belasten würde, du einen schlechten Tag hast oder dir schlichtweg die Zeit fehlt, ist es natürlich vollkommen in Ordnung, zu sagen: „Du, ich sehe das anders, aber ich habe gerade nicht die Kraft, das mit dir zu diskutieren. Lass uns über was anderes sprechen./Ich gehe jetzt nach Hause./Wir können zu einem anderen Zeitpunkt darüber reden.“</p>
<h4>So könntest du eine Person ansprechen, deren Verhalten du nicht in Ordnung findest:</h4>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Person:</strong> „Das Minderheiten gleiche Rechte haben sollen, schön und gut. Aber diese ganze Gendersprache usw. brauchen wir meiner Meinung nach nicht. Sprache soll doch von der Mehrheit verstanden werden. Da jede Minderheit auch noch irgendwie mit zu berücksichtigen, finde ich wirklich unwichtig. Es geht hier schließlich um 0,1 % der Leute oder so.“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Du:</strong> „Wenn du sagst, du findest es unwichtig, Minderheiten sprachlich zu berücksichtigen, werde ich traurig und frustriert. Denn mir ist wichtig, dass alle Menschen gleichberechtigt sind, und das möchte ich auch sprachlich ausdrücken. Außerdem gehöre ich selbst einer Minderheit an. Wenn ich höre, dass es nicht wichtig ist, Minderheiten wie mich sprachlich zu berücksichtigen, fühle ich mich wütend und hilflos. Denn ich bin der Meinung, dass ich denselben Respekt verdiene wie Menschen, die der Mehrheitsgesellschaft angehören. Wärst du trotz deiner Einstellung bereit, mit mir ein <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vwk/">Seminar zu Vielfalt wertschätzender Kommunikation</a> zu besuchen? Vielleicht können wir uns danach nochmal über das Thema unterhalten und schauen, ob sich etwas verändert hat.“</p>
<h4>So könntest du mit einer Person sprechen, die skeptisch ist:</h4>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Person:</strong> „Ich gendere nicht. Das ist mir viel zu kompliziert. Wie soll ich da noch kreativ sein, wenn ich jedes Mal drauf achten muss, niemanden vor den Kopf zu stoßen? Und diese ganzen Sternchen… der Text ist doch überhaupt nicht mehr lesbar dann und schreiben lässt sich so auch nicht entspannt. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen sollte.“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;">Du: „Wenn du sagst, das Gendern ist dir zu kompliziert und du weißt gar nicht, wo du anfangen sollst – fühlst du dich da unsicher und überfordert?“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;">Person: „Ja, ich weiß gar nicht, wie ich das angehen soll. Ich will ja auch nichts falsch machen und meinen Kunden lesbare Texte liefern.“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Du:</strong> „Bist du also besorgt, weil du deine Arbeit so erledigen möchtest, dass deine Kund*innen zufrieden sind und dich wieder buchen?“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Person:</strong> „Ja.“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Du:</strong> „Und wenn du dich fragst, wie du beim Gendern noch kreativ sein sollst, bist du dann frustriert, weil dir das Schreiben so weniger Spaß macht und du dich dabei mehr anstrengen musst?“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Person:</strong> „Ja! Ich finde es ja total gut, dass du dich zum Beispiel so für Geschlechtergerechtigkeit einsetzt und ich finde auch gut, als Leserin oder Kundin angesprochen zu werden. Aber das mit den Gendersternchen in jedem zweiten Wort ist einfach nur ein Krampf!“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Du:</strong> „Dir ist es also grundsätzlich wichtig, gendergerecht zu kommunizieren, aber mit dem Gendersternchen hast du so deine Schwierigkeiten?“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Person:</strong> „So ist es.“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Du:</strong> „Würde es dir helfen, wenn ich dir einen Link zu einem <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/lesbarkeit-gendern/">Artikel mit Strategien für lesbares Gendern</a> schicke, die dir dabei helfen, gendergerecht zu schreiben, ohne so viele Sternchen zu benutzen?“</p>
<p style="padding: 1em; border: 3px solid #d0dcec;"><strong>Person:</strong> „Gerne, schick mir bitte den Link!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-2070" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Diversity-sensible-Kommunikation-zu-Weihnachten-3-1-1024x683.png" alt="Foto von drei Menschen, von denen nur Oberkörper und gestikulierende Hände zu sehen sind." width="740" height="494" /></p>
<h4>Wenn es nicht klappt:</h4>
<p>Die wenigsten von uns sind wahrscheinlich so gelassen, dass es ihnen immer gelingt, im Konflikt auf wertschätzende, ruhige und geduldige Weise mit dem Gegenüber zu kommunizieren. Gerade bei so emotionalen Themen wie Gendern und Diversity ist das nicht so einfach. Wir sind auch <strong>nicht dazu verpflichtet, immer „lieb“ zu sein</strong> – Stichwort <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/tone-policing/">Tone-Policing</a>. Ich fand es ziemlich cool, zu lesen, dass es in der GfK auch das <strong>Konzept des gewaltfreien Schreiens</strong> gibt. Du könntest im ersten Beispiel also auch laut rufen: „Ich bin so wütend und frustriert, wenn ich höre, dass du es unwichtig findest, Minderheiten sprachlich zu berücksichtigen! Ich gehöre einer Minderheit an! Und ich verdiene denselben Respekt wie alle anderen auch! So, und jetzt will ich meine Ruhe haben. Ich beende das Gespräch jetzt und gehe nach Hause zu meinen Katzen!!“</p>
<p>Im echten Leben wirst du vielleicht noch ganz andere Dinge sagen. Auch das ist menschlich und in Ordnung. Du kannst<strong> die Situation später auch für dich reflektieren, ohne mit der Person zu sprechen</strong>. Schau, was die Situation in dir ausgelöst hat, wie es dir damit geht und was du jetzt brauchst. Gerade bei Themen, die dich selbst betreffen und dir nahegehen, ist es wichtig, auf dich zu achten. Nur wenn es dir gut genug geht, kannst du dich energiegeladen für deine Werte einsetzen und bei der nächsten ähnlichen Situation vielleicht wieder ein ausführlicheres Gespräch führen und deine Argumente anbringen.</p>
<h2 id="Innere_Widerstaende">Deine inneren Hater, Konservativen, Skeptiker*innen und Widerständigen</h2>
<p>Wir alle tragen <strong>unbewusste Vorurteile in uns</strong> – <strong>den Unconscious Bias</strong>. Sie entstehen durch unsere individuellen Prägungen, unsere Sozialisierung, Erziehung, Kultur, Bildung, das mediale Umfeld usw. Wir alle haben deshalb auch bestimmte Gewohnheiten, Anteile und Widerstände in uns, die Veränderung grundsätzlich erschweren. Deshalb ist der erste und wichtigste Schritt bei der Auseinandersetzung mit Diversity <strong>der Blick nach innen</strong>.</p>
<p>Auf andere und deren Fehler zu gucken, ist immer leichter. Auch wenn eine offene, inklusive und Vielfalt wertschätzende Haltung zu deinen Werten zählt, heißt das jedoch nicht automatisch, dass du keine inneren Widersacher hast oder dein Unconscious Bias verschwindet. Das geht gar nicht! <strong>Du kannst deine früheren Prägungen nicht einfach löschen</strong>. Aber du hast die Möglichkeit, sie zu hinterfragen und die Vorurteile, die automatisch als erstes in deinem Kopf anspringen, zu korrigieren.</p>
<p>Was das bedeutet? Du darfst dich viel mit dir selbst beschäftigen, den verschiedenen Teilen in dir achtsam zuhören und im Prinzip genauso mit ihnen kommunizieren, wie ich es für die Gespräche mit äußeren Bezugspersonen dargestellt habe.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-2072" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Diversity-sensible-Kommunikation-zu-Weihnachten-5-1024x683.png" alt="Zeichnung einer Glühbirne, in der sich ein Gehirn in bunten Farben und Zahnräder befinden." width="740" height="494" /></p>
<h3>Sich selbst zuhören und beobachten</h3>
<p><strong>Was sagen meine inneren skeptischen und widerständigen Anteile</strong>? Hier ein paar Beispiele:</p>
<ol>
<li>„Mit dem Gendern als beruflichem Thema hast du dir jede Chance verspielt, jemals ernstgenommen zu werden.“</li>
<li>„Was, das Wort soll diskriminierend sein? Nun hört’s aber wirklich auf!“</li>
<li>„Ich hab grad echt keine Lust, mich auch noch mit diesem Thema auseinanderzusetzen, wirklich, ich kann nicht mehr.“</li>
<li>„Ich hab’s auch schwer! Ich bin auch marginalisiert! Niemand sieht meine Probleme!“</li>
<li>„Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Außerhalb der Bubble interessiert das Thema doch eh niemanden. Lass uns aufgeben.“</li>
<li>„Ich hab’s satt, ständig in eine Schublade gesteckt und angefeindet zu werden.“</li>
<li>„Ist es wirklich sinnvoll, was wir hier machen?“</li>
<li>…</li>
</ol>
<p>Du kannst ja mal <strong>ergänzen, was deine inneren Stimmen dir so erzählen</strong>. Hör ihnen zu, ohne sie zu bewerten oder gleich zurechtzuweisen. Schau auch, welche Gegenstimmen es gibt und was die sagen. Zum Beispiel:</p>
<ol>
<li>„Du hast schon so viele Workshops zum Gendern gegeben, nach denen Teilnehmende dir gesagt haben, wie hilfreich und wertvoll sie deine Arbeit finden. Du zeigst Menschen, die gerne gendern wollen, welche Strategien sie dabei anwenden können. Wer nicht gendern möchte, soll es eben lassen, auf die herablassenden Kommentare brauchst du ja nicht einzugehen.“</li>
<li>„Okay, ich schau mir erstmal die heimliche Botschaft an, die hinter dem Wort steckt … ach, das ist ja wirklich nicht so cool. Vielleicht gibt es ja Alternativen, die ich stattdessen sagen könnte …“</li>
<li>„Du hast gerade eine anstrengende Phase und möchtest dich im Moment nicht mit dem Thema auseinandersetzen. Wie wäre es, wenn du das Wochenende nutzt, um dich mal richtig zu entspannen? Danach hast du vielleicht wieder mehr Energie.“</li>
<li>…</li>
</ol>
<h3>Die verschiedenen Anteile wertschätzen und Lösungen finden</h3>
<p>Hör dir alle Meinungen deines „inneren Teams“ an und überlege, welche Gefühle und Bedürfnisse dahinterstecken. Meistens geht es gar nicht um das Diversity-Thema, das Gendern oder die neue diskriminierende Formulierung an sich. <strong>Veränderungen und Perspektivwechsel lösen nun mal häufig Ängste oder Unbehagen aus</strong>. Vielleicht sorgst du dich unbewusst, dass dir etwas weggenommen wird, deine Bedürfnisse nicht mehr ausreichend erfüllt werden oder du einen unbequemen Weg einschlagen musst. Bei genauerem Hinsehen erkennst du womöglich, <strong>was du noch brauchst, um die Veränderung umzusetzen</strong>.</p>
<p>Oder du stellst fest, dass eigentlich etwas ganz anderes deinen Widerstand verursacht und die Diversity-Sache nur Stellvertreterin oder Anlassgebende ist. Vielleicht merkst du auch, dass du dich mit dem Thema nur auseinandersetzt, weil du dich dazu gezwungen fühlst, und nicht aus Überzeugung und intrinsischer Veränderungsmotivation handelst. Dann lohnt es sich, deine Werte noch einmal zu überprüfen, dich besser über das Thema zu informieren und <strong>noch mal genau zu schauen, was du selbst eigentlich willst.</strong></p>
<h2 id="Fehler">Was tun, wenn ich einen Fehler mache und kritisiert werde?</h2>
<p>Viele Teilnehmende meiner Workshops haben Angst, Fehler zu machen, wenn sie sich öffentlich für Gendern und Diversity positionieren. <strong>Fehler sind menschlich</strong> und es ist sehr wahrscheinlich, dass du nicht immer so handelst, wie du es gerne würdest. Die Frage ist doch, was du daraus machst: Willst du dich verurteilen oder aus Angst vor Fehlern gar nicht erst aktiv werden? Oder siehst du Fehler als <strong>Chance und Lernerfahrung, die dich im Leben weiterbringt</strong>? Ich habe auf meinem Blog schon mal einen ausführlichen <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/mit-fehlern-umgehen/">Artikel darüber geschrieben, wie du wertschätzend mit Fehlern umgehen kannst</a>. Lies gerne mal rein!</p>
<h2>Meine Inspiration/zum Weiterlesen:</h2>
<p>Ich hoffe, du kannst aus meinem Artikel ein paar Strategien und Wege mitnehmen, die dir den Umgang mit Skepsis, Hate und Gegenwind erleichtern – nicht nur in Bezug auf Gendern und Diversity. Alle Tipps wende ich selbst an, viele sind durch Learning by Doing oder durch den Austausch mit anderen entstanden. Anderes habe ich durch meine Weiterbildungen und Bücher gelernt. Hier sind ein paar Ressourcen für dich, die sich näher mit den Themen aus dem Artikel beschäftigen:</p>
<ul>
<li>Buch: „Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg</li>
<li>Buch: „Miteinander reden: 3. Das „Innere Team“ und situationsgerechte Kommunikation“ von Friedemann Schulz von Thun</li>
<li><a href="https://www.values-academy.de/werte-lexikon/alle-werte/">Werteliste</a></li>
<li><a href="https://darja-trende.de/wp-content/uploads/2022/05/GFK-Gefuehle-und-Beduerfnisse-Darja-Trende.pdf">Liste mit Gefühlen &amp; Bedürfnissen</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/skepsis-hate-gegenwind/">Tipps zum Umgang mit Skepsis, Hate &#038; Gegenwind zu Diversity- &#038; Gender-Themen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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		<title>Mit KI Texte schreiben &#038; Diversity berücksichtigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Mar 2023 15:15:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spätestens seit ChatGPT ist KI-unterstütztes Schreiben für uns Texter*innen von etwas unheimlicher Zukunftsmusik zur Realität geworden. Viel näher rückt jetzt die Frage, wie KI-Texte unsere ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Mit KI Texte schreiben &#038; Diversity berücksichtigen" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/ki-texte/#more-731" aria-label="Mehr Informationen über Mit KI Texte schreiben &#038; Diversity berücksichtigen">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/ki-texte/">Mit KI Texte schreiben &#038; Diversity berücksichtigen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/1dcaf76c57d143e5a7dea2be711a841c.gif" width="1" height="1" alt=""><br />
Spätestens seit ChatGPT ist KI-unterstütztes Schreiben für uns Texter*innen von etwas unheimlicher Zukunftsmusik zur Realität geworden. Viel näher rückt jetzt <strong>die Frage, wie KI-Texte unsere Arbeit beeinflussen werden</strong>. Auch wenn die Tools noch an einigen Stellen ausbaufähig und kritikwürdig sind, werden sie früher oder später Teil unseres Alltags sein. Was das <strong>für Vielfalt wertschätzende Kommunikation und diskriminierungsfreie Sprache bedeutet</strong>, ist ebenfalls interessant. Schließlich ist schon lange bekannt, dass Künstlicher Intelligenz den Bias der Entwickler*innen übernehmen kann, weil deren unterbewusste Vorurteile beim Trainieren der KI-Systeme ihnen eingeschrieben werden.</p>
<p>Als Texterin und Diversity-Trainerin schreibe ich hier aus der Nutzer*innenperspektive. Du erfährst hier also, wie ich ChatGPT ausprobiert habe, wofür ich Tools wie dieses im Arbeitsalltag nutzen würde und worauf es zu achten gilt in Hinblick auf gendergerechte, Vielfalt wertschätzende und diskriminierungssensible Kommunikation.</p>
<h2>Als Texter*in mit KI-Unterstützung arbeiten – schon probiert?</h2>
<p>Viele Menschen haben ChatGPT in den vergangenen Monaten ausprobiert – im Januar 2023 besuchten täglich 3 Millionen Menschen die Website des Tools. In meinem persönlichen Umfeld haben sich vor allem viele einen Spaß daraus gemacht, mit der KI zu chatten. Andere wollten einfach mal sehen, wie gut die Antworten und Texte sind, die der Chatbot generiert.</p>
<h3>KI-Texte sind oft fehlerhaft oder ungenau</h3>
<p>Auf Instagram habe ich eine kleine Umfrage gemacht dazu, wer ChatGPT mal ausprobiert, schon im Arbeitsalltag genutzt oder noch nicht probiert hat. Eine Handvoll Leute hatte tatsächlich <strong>schon für die Arbeit KI-unterstützt getextet</strong>. Zwei Erfahrungsberichte waren auch dabei: ChatGPT sei ein „guter Input für Ideen“, jedoch „begrenzt in Textqualität wie Lesbarkeit und Verständlichkeit.“ Das Tool sei „hilfreich, aber ungenau und liegt ab und zu falsch“. Das ergibt Sinn, schließlich handelt es sich bislang „nur“ um einen Prototyp. Dass dieser so öffentlich zugänglich ist und <strong>ohne Quellenangaben</strong> <strong>zum Teil falsche Informationen verbreitet</strong>, wird zu Recht auch kritisiert. Außerdem denkt sich ChatGPT manchmal Quellen aus bzw. kombiniert Publikationen mit den falschen Autor*innen.</p>
<p>Es ist also wichtig, die <strong>Infos und Fakten aus KI-Texten noch einmal sorgfältig zu überprüfen</strong> – vor allem, wenn du dich mit dem Thema selbst nicht so gut auskennst, dass du Fehler sofort erkennen würdest. Manchmal sind die Antworten auch in sich unlogisch, sodass beim genaueren Lesen ein „Hä?“ entsteht – auch ein Indiz, den Inhalt noch mal anderweitig zu recherchieren.</p>
<h3>Welche Texte sich KI-unterstützt gut schreiben lassen</h3>
<p>Ich habe ChatGPT auch schon bei Textaufträgen ausprobiert und beispielsweise gebeten,</p>
<ul>
<li>einen Ratgeber zu verfassen</li>
<li>Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu schreiben</li>
<li>die Vor- und Nachteile eines bestimmten Themas/Vorgangs aufzulisten,</li>
<li>Rezepte zu generieren,</li>
<li>mir bestimmte Begriffe zu definieren</li>
<li>Beispiele zu nennen</li>
<li>X Tipps zu Thema Y zu geben</li>
<li>Argumente aufzuzählen</li>
<li>Ideen für XY zu generieren</li>
<li>…</li>
</ul>
<p>Vor allem für Sachtexte zu weniger komplexen Themen liefert die Künstliche Intelligenz mir beim Texten oft Inspiration. Auch zu spezifischen Nachfragen bekomme ich hilfreiche Formulierungsvorschläge – die richtige Antwort sollte ich trotzdem selbst kennen oder recherchieren, damit ich den Text ggf. anpassen kann.</p>
<p>1:1 übernehme ich die Vorschläge von ChatGPT jedoch nie. Wer sich länger mit der KI unterhält, wird feststellen, dass die Texte <strong>doch relativ eintönig, immer ähnlich und eindimensional</strong> wirken. Um dem entgegenzuwirken, kannst du zusätzlich die Zielgruppe oder den gewünschten Schreibstil angeben. Allerdings übertreibt es der Chatbot damit meistens, wie die Screenshots zeigen. Die Vorschläge passen in der Regel nie hundertprozentig zu meiner Zielgruppe, den Vorgaben aus dem Briefing oder meinem persönlichen Schreibstil und Sprachgefühl. Ich habe natürlich auch den Anspruch, <strong>den Text zu <em>meinem</em> Text zu machen</strong> – ihm das Eigene zu geben, das ihn von all den anderen Texten zum selben Thema im Internet unterscheidet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2033" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/chatgpt-blumig.png" alt="Screeshot von ChatGPT mit dem Text: Lucia: Schreibe einen kurzen Text zum Thema Social-Media-Marketing in einem blumigen Schreibstil. ChatGPT: In den letzten Jahren hat sich das Social-Media-Marketing zu einem Garten der Möglichkeiten entwickelt, der in der Welt des Marketings seinesgleichen sucht. Die Vielfalt an Plattformen und Werkzeugen erblüht förmlich vor unseren Augen und bietet Unternehmen die Chance, ihre Botschaften zu verbreiten und ihre Produkte zu präsentieren wie ein frischer Strauß in der Morgendämmerung. Doch wie jede Pflanze, die in den Garten gepflanzt wird, braucht auch das Social-Media-Marketing Pflege und Aufmerksamkeit, um zu gedeihen. Es erfordert ein Auge für das Detail und ein Verständnis für die Zielgruppe, um sicherzustellen, dass jede Blume auf der Plattform in voller Blüte steht. Nur so kann man sicher sein, dass jede Botschaft auf fruchtbaren Boden fällt." width="925" height="544" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2032" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/chatgpt-junge-Zielgruppe.png" alt="Screenshot von ChatGPT mit dem Text: Lucia: clara.rocktaeschel@web.de Schreibe den Text nochmal für eine junge Zielgruppe. ChatGPT: Alter, Social-Media-Marketing ist ja mal mega! Hier geht voll die Post ab, wenn es ums Vermarkten geht. Du kannst hier voll viele Leute erreichen und deren Verhalten checken. Aber hey, du musst auch aufpassen, dass du nicht auf die Schnauze fliegst. Alles, was du hier postest, muss richtig fresh und voll im Trend sein. Dann ziehst du voll die Likes und Follower an. Wenn du das richtig angehst, dann baust du voll die Beziehungen auf und hast volle Loyalität bei deinen Fans. Du musst einfach nur wissen, was bei deiner Zielgruppe ankommt und wie du mit denen kommunizierst. Klar, es ist nicht einfach, aber du musst einfach nur dranbleiben und immer auf dem Laufenden sein. Dann hast du auch richtig Erfolg beim Social-Media-Marketing und bist voll im Game." width="915" height="623" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2030" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/chatgpt-leichte-sprache.png" alt="Screenshot von ChatGPT mit dem Text: Lucia: Schreibe den Text in Leichter Sprache. ChatGPT: Social-Media-Marketing ist Werbung im Internet. Dabei werden soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram genutzt, um Menschen gezielt anzusprechen. Das Ziel ist, dass die Leute Interesse an einem Produkt oder einer Dienstleistung bekommen. Das ist wichtig für Unternehmen, weil immer mehr Menschen das Internet nutzen. Wenn man im Internet präsent ist und die Menschen erreicht, kann das dazu führen, dass man mehr Kunden gewinnt und erfolgreicher wird." width="901" height="401" /></p>
<p><figure id="attachment_2029" aria-describedby="caption-attachment-2029" style="width: 890px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2029" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/chatgpt-emotional.png" alt="Screenshot von ChatGPT mit folgendem Text: Lucia: Schreibe den Text über Social-Media-Marketing in einem emotional berührenden Stil. Chat GPT: Social-Media-Marketing - ein Thema, das auf den ersten Blick vielleicht trocken und technisch erscheint, aber letztendlich geht es hier um so viel mehr: um Verbindungen, um Beziehungen, um echte menschliche Emotionen. Denn was ist das Ziel des Social-Media-Marketings, wenn nicht das Erreichen und Berühren von Menschen? Wir alle sehnen uns nach Verbindung, nach Austausch, nach Gemeinschaft - und genau hier setzt das Social-Media-Marketing an. Es bietet Unternehmen die Möglichkeit, auf eine ganz persönliche Weise mit ihrer Zielgruppe zu interagieren, sie zu verstehen und ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Hier geht es nicht um anonyme Massen, sondern um individuelle Menschen mit ihren Träumen, Wünschen und Sorgen. Und wenn das Social-Media-Marketing gut gemacht wird, kann es wirklich etwas bewirken - es kann Menschen inspirieren, ermutigen und begeistern. Es kann Vertrauen und Loyalität aufbauen, und letztendlich kann es dazu beitragen, dass Menschen ihr Leben verbessern oder sogar verändern." width="900" height="702" /><figcaption id="caption-attachment-2029" class="wp-caption-text">Beispiele verschiedener Schreibstile mit ChatGPT – oft nicht ganz der Erwartung entsprechend. 😉</figcaption></figure></p>
<p>Künstlich generierten Texten <strong>fehlt die emotionale Tiefe</strong> und sie sind oft nicht passgenau der Situation und dem Kontext angemessen, in dem sie letztendlich stehen und gelesen werden sollen. Zwar lässt sich immer schwerer beurteilen, ob ein Text von Menschenhand oder Künstlicher Intelligenz geschrieben wurde. Die Frage ist allerdings, ob sich Leser*innen dabei auch gleichermaßen emotional abgeholt fühlen. Es ist gut möglich, dass Künstliche Intelligenz <strong>Emotionen und Empathie immer besser nachahmen </strong>können wird. Gleichzeitig bastelt ChatGPT zu einem neuen Text nur das zusammen, was schon in irgendeiner Form vorhanden ist.</p>
<h2>Vorurteile sind in Künstliche Intelligenz eingeschrieben</h2>
<p>Künstliche Intelligenz kann einen Bias haben, Stereotype reproduzieren und diskriminierend sein. Das ist schon lange bekannt von verschiedensten KI-Systemen – hier ein paar Beispiele:</p>
<ul>
<li><strong>Gesichtserkennungssysteme </strong>erkennen häufig nur weiße Menschen – Schwarze Menschen und People of Color werden oft falsch identifiziert oder gar nicht wahrgenommen.</li>
<li>Bei der <strong>Spracherkennung </strong>werden bestimmte Sprachen, Akzente oder Dialekte nicht verstanden.</li>
<li>KI-<strong>Systeme zur Kriminalitätsbekämpfung</strong> stufen Menschen anhand von Stereotypen als mehr oder weniger kriminell ein – ähnlich ist das beispielsweise bei Kreditvergabesystemen oder der Vorauswahl beim Bewerbungsprozess im Personalwesen.</li>
<li>Im <strong>Gesundheitswesen </strong>kann es durch KI zu Fehldiagnosen oder falscher Dosierung von Medikamenten kommen, weil die Systeme überwiegend mit den Daten für weiße cis Männer gefüttert sind.</li>
<li><strong>Empfehlungsalgorithmen</strong> für personalisierte Werbung spielen Dienstleistungen und Produkte teilweise ebenfalls anhand von Stereotypen oder bestimmten Gruppen gar nicht aus.</li>
</ul>
<h3>Woher kommt der Bias von KI-Systemen?</h3>
<p>Ein wichtiger Faktor sind <strong>die Entwickler*innen</strong>, die an der Entstehung von KI-Systemen beteiligt sind und jeweils ihren eigenen Unconscious Bias, also unterbewusste Vorurteile mitbringen. Auch wir als Texter*innen kommunizieren immer aus unserer eigenen Perspektive, beeinflusst von den Prägungen und Rollenbildern, mit denen wir aufgewachsen sind. Genauso funktioniert es im IT- und KI-Bereich eben auch, der außerdem besonders <strong>von weißen Männern dominiert</strong> wird. Diversere Teams bringen auch vielfältigere Perspektiven ein, sodass weniger Ausschlüsse entstehen.</p>
<p>Dasselbe gilt für <strong>die Daten, mit denen das neuronale Netzwerk der KI trainiert wird</strong>. Sind sie zu einseitig, kann das zu Fehlern führen, Personengruppen ausschließen und sogar richtig gefährlich werden. So werden im medizinischen Bereich zum Beispiel Zulassungsstudien für Medikamente nach wie vor überwiegend an Männern durchgeführt. Die Dosierungen und Auswirkungen werden also an einem Körpertyp festgemacht, während sie den anderen in vielen Fällen gar nicht entsprechen.</p>
<p>Wie diversity-sensibel ein KI-System ist, hängt also davon ab, wer es wie programmiert, mit welchem Ziel und welcher Vorgeschichte, welchen Prägungen usw. Es braucht <strong>vielfältige Teams, vielfältige Daten</strong> und <strong>Maßnahmen zur Überprüfung des Systems</strong> hinsichtlich Diskriminierung, um den Bias zu reduzieren. Vollständig weg geht er – wie bei uns Menschen – bisher jedoch nicht.</p>
<h3>Wichtig bei KI-Unterstützung für Vielfalt wertschätzende Texte</h3>
<p>Du willst Texte in einer diversity-sensiblen, diskriminierungsfreien Sprache schreiben und dich von Künstlicher Intelligenz unterstützen lassen – dann solltest du <strong>sowohl deinen als auch den KI-Bias im Hinterkopf behalten</strong>. Überprüfe also achtsam, ob der KI-generierte Text Stereotype und Klischees reproduziert oder diskriminierende Äußerungen enthält. Dazu brauchst du selbst Diversity-Kompetenz, die du dir zum Beispiel in einem <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vwk/">Training zu Vielfalt wertschätzender Sprache</a> aneignen kannst.</p>
<hr />
<h3>Lerne Vielfalt wertschätzend kommunizieren online</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1926" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/VWK-1024x576.png" alt="Workshop-Titelbild mit dem Text „Vielfalt wertschätzend kommunizieren“ vor weißem Hintergrund. Rechts ein Porträtfoto von Lucia Clara Rocktäschel. Oben rechts das LCR-Logo in Dunkelblau. Im Hintergrund Konfetti in Dunkelblau, Beige und Pink." width="740" height="416" /></p>
<p>Im vierstündigen Online-Workshop erfährst du mehr über die Hintergründe des Diversity-Konzepts, Intersektionalität und Stereotype in unserer Sprache. Anhand von praxisnahen Beispielen und Textaufgaben übst du im Austausch mit den anderen Teilnehmenden, deine Sprache inklusiv und diskriminierungsfrei zu gestalten. Sichere dir jetzt dein Ticket zum Beta-Preis!</p>
<p style="text-align: center;"><a class="button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vwk/">Jetzt mehr erfahren </a></p>
<hr />
<p>Auch deine Fragen können bereits einen Bias enthalten, den die KI in ihrer Antwort reproduziert. Achte also auf deine Formulierungen. Wenn du zum Beispiel <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/category/gendern/">genderst</a>, tut ChatGPT das ebenfalls – auch wenn dabei immer wieder Darstellungsfehler auftreten. Du kannst das Tool auch bitten, <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/richtig-gendern/">auf eine bestimmte Weise zu gendern</a>. Jedenfalls gilt auch im Hinblick auf wertschätzende und diskriminierungssensible Sprache: <strong>Überprüfe die KI-generierten Texte, gleiche sie mit deinem Wissen ab und passe sie an.</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-2034" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/chatgpt-Gendern.png" alt="Screeshot von ChatGPT mit dem Text: Lucia: Schreibe einen Text in gendergerechter Sprache mit Sternchen. ChatGPT: Gerne! Hier ein Beispieltext in gendergerechter Sprache mit Sternchen: Lieber Leserin, heute möchte ich Ihnen gerne unser neues Projekt vorstellen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine barrierefreie und inklusive Plattform für alle Nutzerinnen zu schaffen. Dabei ist uns wichtig, dass jederjede die Möglichkeit hat, sich aktiv einzubringen und mitzugestalten. Wir möchten mit unserem Projekt zeigen, dass es möglich ist, ein inklusives Miteinander zu schaffen, in dem alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Fähigkeiten gleichberechtigt sind. Deshalb haben wir uns auch entschieden, in unserem Team auf eine diversitätsorientierte Personalpolitik zu achten und z.B. Bewerber*innen mit Migrationshintergrund oder Behinderung gezielt zu fördern." width="1021" height="694" /></p>
<h2>Die andere Seite: KI im Einsatz für mehr Diversity und Diskriminierungsabbau</h2>
<p>Richtig programmiert und biasreduziert kann Künstliche Intelligenz Diversity auch fördern. So wird KI zum Beispiel <strong>im Recruiting angewendet, um Bewerbungen vorzusortieren</strong>. Die KI geht neutraler und mit einem geringeren Bias an die Aufgabe heran und soll so Diskriminierung im Einstellungsprozess vorbeugen. Sie kann zudem Merkmale wie Name, Alter, ethnischer Hintergrund oder das Bewerbungsfoto entfernen, sodass menschliche Entscheider*innen davon weniger beeinflusst sind.</p>
<p>Noch ein Beispiel: Künstliche Intelligenz kann sogar dabei helfen, diskriminierungssensibler zu kommunizieren. Durch Sprach- und Bilderkennung können entsprechende Tools Texte und Bilder analysieren. So <strong>filtern sie diskriminierende Formulierungen und Darstellungen heraus</strong> – darauf sind sie trainiert. Auch Tools für <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/leichte-sprache/">Leichte Sprache</a> und Übersetzungen helfen, Inhalte zugänglicher und inklusiver zu gestalten.</p>
<p>KI-Systeme können also positive wie negative Effekte haben in Bezug auf Diversity und Diskriminierung. Wie damit umzugehen ist, liegt <strong>in der Verantwortung der menschlichen Entscheider*innen und Nutzer*innen</strong>.</p>
<h2>Auf einen Blick: KI-Unterstützung im Texter*innen-Alltag</h2>
<p>Wenn du bisher gezögert hast, KI wie ChatGPT auszuprobieren, hast du jetzt vielleicht einen Überblick dazu erhalten, was dich erwartet – insbesondere wenn du eine Vielfalt wertschätzende Kommunikation anstrebst. Hier noch einmal im Überblick, worauf ich achte und was ich dir aus meiner Erfahrung mitgeben kann:</p>
<ul>
<li>KI-generierte Textvorschläge von ChatGPT eignen sich gut <strong>als Inspiration dafür, wie du deinen Text aufbauen und strukturieren kannst</strong>. Sie liefern Ideen für Auflistungen und Beispielsammlungen. Bei sachlichen, nicht zu komplexen Themen kommen auch inhaltlich meist sinnvolle Textschnipsel heraus.</li>
<li><strong>Mache immer einen Faktencheck</strong> und verlasse dich nicht darauf, dass die Informationen aus dem KI-Text wirklich richtig sind.</li>
<li>Passe die Textvorschläge deiner Zielgruppe, den Briefingvorgaben, dem gewünschten Schreibstil und deinem persönlichen Sprachgefühl an.</li>
<li>Mache <strong>deinen eigenen Text</strong> aus den KI-Ideen und verleihe ihm die nötige emotionale Tiefe.</li>
<li>Sei dir dessen bewusst, dass ChatGPT manchmal falsche Antworten gibt und durch den Bias <strong>Stereotype oder Diskriminierungen reproduzieren</strong></li>
<li>Übernimm immer selbst die Verantwortung dafür, dass deine Texte Vielfalt wertschätzend und diskriminierungsfrei geschrieben sind.</li>
</ul>
<p>Für den letzten Punkt braucht es Sensibilisierung und Verständnis. Auch wenn sich bestimmte Worte und Formulierungen durch Tools herausfiltern lassen, heißt das nicht, dass dein Text danach keine Stereotype mehr enthält. Hinter <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vielfalt-wertschaetzend-kommunizieren/">Vielfalt wertschätzender Kommunikation</a> stecken schließlich auch eine Haltung, Mitgefühl und Empathie – Fähigkeiten, die eine Künstliche Intelligenz nicht hat.</p>
<h2>Zum Weiterlesen/-gucken</h2>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ChatGPT">Wikipedia-Artikel über ChatGPT</a></p>
<p><a href="https://www.zdf.de/dokumentation/digital-empire/algorithmus-ki-programmierung-vorurteile-diskriminierung-rassismus-social-media-100.html">ZDF-Doku „Programmierte Ungerechtigkeit“</a></p>
<p><a href="https://www.anti-bias.eu/biaseffekte/biases-in-kuenstlicher-intelligenz/">Artikel über Biases in Künstlicher Intelligenz</a></p>
<p><a href="https://t3n.de/news/ki-diskriminierung-expertinnen-regeln-1539395/">t3n-Artikel über Gender-Bias in KI</a></p>
<p><a href="https://www.hrjournal.de/faire-ki-was-unternehmen-tun-koennen/">Artikel über KI-Einsatz im Recruiting-Prozess</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/ki-texte/">Mit KI Texte schreiben &#038; Diversity berücksichtigen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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		<title>Was ich 2022 als Texterin &#038; Diversity-Trainerin gelernt habe</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2022/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2023 14:50:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neues Jahr, neue Chancen. Altes Jahr, altes Spiel: Wie schon 2019, 2020 und 2021 lade ich dich ein zum Jahresrückblick auf 2022 und der Vorschau ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Was ich 2022 als Texterin &#038; Diversity-Trainerin gelernt habe" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2022/#more-709" aria-label="Mehr Informationen über Was ich 2022 als Texterin &#038; Diversity-Trainerin gelernt habe">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2022/">Was ich 2022 als Texterin &#038; Diversity-Trainerin gelernt habe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/b6f1c9df73ae4271afc159794b62a661.gif" width="1" height="1" alt=""><br />
Neues Jahr, neue Chancen. Altes Jahr, altes Spiel: Wie schon <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2019/">2019</a>, <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2020/">2020</a> und <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2021/">2021</a> lade ich dich ein zum Jahresrückblick auf 2022 und der Vorschau ins neue Jahr!</p>
<p>2022 – was für ein Jahr, in dem wir vieles seit Coronabeginn zum ersten Mal wieder gemacht haben – was für ein Jahr angesichts der Weltlage – was für ein Jahr auf den verschiedensten Ebenen für jede*n von uns persönlich. Lass mich gern in den Kommentaren wissen, was du in den letzten zwölf Monaten gelernt hast. Bei mir ist es eine ganze Menge!</p>
<h2>Ein Start mit Vollbremsung</h2>
<p>Nachdem mich Ende 2021 ein Todesfall aus dem Takt gebracht hatte, begann das neue Jahr mit einer Beerdigung. Darauf folgten <strong>große Pläne:</strong> Mehr Gendern-leicht-gemacht-Workshops, neue offene Workshops, meine zweite Trainer*innenausbildung, Website-Überarbeitung, <a href="https://www.instagram.com/careleaving.storys/">Careleaving Storys</a> und viele weitere Themen standen auf dem Zettel. Aber auch die Fokusworte: <strong>Loslassen, Einlassen, Öffnen</strong>. Platz für Überraschungen sollte es also auch geben. Vieles lief nicht nach Plan, gleichzeitig ist 2022 einiges richtig gut gelungen. Auf andere Aspekte des Jahres hätten wir wohl alle lieber verzichten wollen…</p>
<p>Mitte Januar war es dann auch in unserem Haushalt das erste Mal so weit: <strong>7 Tage Quarantäne-Office</strong>, in denen ich es geschafft habe, mich nicht anzustecken – und in Ruhe beobachten konnte, was die Isolation mit mir und meiner Arbeit macht.</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CY1VIgIMZLe/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CY1VIgIMZLe/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Lucia Clara Rocktäschel (@diversity_texterin)</a></p>
</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<p>Ich nutzte die Zeit zum Beispiel, um „<a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/gendern-leicht-gemacht/">Gendern leicht gemacht</a>“ anzupassen (dieses Jahr gibt’s wieder ein Update) und die Workshops zu bewerben. Gleichzeitig raste ich schon volle Kanne mit richtig viel Tempo auf die Wand zu, die mich Anfang Februar mit lautlosem Knall <strong>ausbremsen und lahmlegen</strong> würde. Die Wand war mein Körper, der sich der Weiterfahrt verweigerte, nachdem ich alle bisherigen Stopp-Schilder übersehen hatte.</p>
<p>Viele Faktoren trugen dazu bei, das Fass zum Platzen zu bringen und mich <strong>über einen Monat lang</strong> außer Gefecht zu setzen. Jedenfalls waren <strong>auch arbeitsbezogene Aspekte</strong> mit dabei – wie die Kommunikation über Diversity-Themen in den sozialen Medien, ein überhöhter Anspruch an mich selbst, verbunden mit der Angst, Erwartungen anderer zu enttäuschen, sowie fehlende Abgrenzung.</p>
<h3>Zum ersten Mal länger krank als Selbstständige</h3>
<p>Ich erinnere mich kaum noch an den Februar, doch ich weiß, dass ich aus dieser Krise viel für mein zukünftiges Arbeiten lernen durfte. Auf jeden Fall ist es wichtig, auf sich zu achten, denn länger krank zu sein bedeutet <strong>als Selbstständige: kein Geld verdienen</strong>, Workshops und Termine ersatzlos absagen müssen, Aufträge und Chancen verpassen, in Sachen Verlässlichkeit angezweifelt werden, …</p>
<p>Es ist einfach nicht cool und ich bin froh, dass ich überwiegend verständnisvolle Kund*innen hatte und vergleichsweise schnell wieder handlungsfähig war. Ich weiß von meiner Partnerin, wie schwierig es schon ist, als Angestellte so richtig lange krank zu sein. Und dass es wesentlich schlechter hätte laufen können. So erwachte ich mit dem Frühling langsam wieder zum Leben.</p>
<h2>Mit neuen Perspektiven zurück in den Alltag</h2>
<p>Den ersten Schritt zurück in einen strukturierten Alltag machte ich mit der Entscheidung, meine <strong>zweite Trainer*innen-Ausbildung bei der IHK Berlin </strong>nicht abzublasen und den ersten von sechs Seminarblöcken zu absolvieren. Als erstes entdecke ich Flipchartmalen für mich und nutze es seitdem nicht nur, um meine Workshops zu visualisieren, sondern auch zum Gedankensortieren, Kopffreipusten und Planen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1964 aligncenter" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/photo1648149015-576x1024.jpeg" alt="Zwei Flipcharts mit Gesichterzeichnungen und dem 5-Finger-Feedback. Darüber der Text: Flipchartmalen hat es mir tatsächlich angetan, obwohl mir sowas eigentlich nicht so liegt. Das ganze Wochenende weitergemalt." width="346" height="615" /></p>
<p>Den Rest des Frühlings war ich viel beschäftigt und unterwegs. Nach Corona durfte ich <strong>zum ersten Mal ein Präsenztraining geben</strong>, dem noch einige weitere folgen sollten. Zu Ostern hatte ich einen schönen kleinen Roadtrip mit meiner Freundin, bei dem ich mich endlich wieder richtig lebendig fühlen konnte. Unser Careleaving-Storys-Projekt nahm ebenfalls weiter Gestalt an: Wir begannen, <strong>Geschichten aus der Jugendhilfe zu sammeln</strong>, starteten unseren Instagram-Account und hatten ein weiteres Retreat mit dem AWAKE Fellowship.</p>
<p><figure id="attachment_1972" aria-describedby="caption-attachment-1972" style="width: 730px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1972 size-large" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/photo1672502993-1024x682.jpeg" alt="Das Careleaving-Storys-Team aus Lee, Lucia und Laura beugt sich über lose Blätter, die auf dem Boden liegen. Sie bringen die Blätter mit den Geschichten aus der Jugendhilfe in die richtige Reihenfolge." width="740" height="493" /><figcaption id="caption-attachment-1972" class="wp-caption-text">Das Team von Careleaving Storys in Action</figcaption></figure></p>
<h2>Ein ereignisreicher Sommer</h2>
<p>Von Mai bis Juni wechselten sich IHK-Ausbildungseinheiten mit Präsenz- und Onlineworkshops mit Text- und Diversity-Lektorat-Aufträgen ab. Ich war <strong>wieder „am Start“</strong>! Ende Juni machte <a href="https://studiokwi.de/">Kathrin Windhorst von studiokwi</a> aktuelle Business-Fotos von mir, die irgendwann auch auf die neue Website kommen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1968" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Lucia-Clara-Rocktaeschel_Portrait-09-683x1024.jpg" alt="Porträt von Lucia, die lächelnd in die Kamera schaut." width="323" height="484" />     <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1967 " style="font-size: 1.125rem;" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Lucia-Clara-Rocktaeschel_Portrait-08_Kathrin_Windhorst-683x1024.jpg" alt="Porträt von Lucia, die neutral in die Kamera schaut." width="323" height="484" /></p>
<p>Meine Sommerpause verbrachte ich mit <strong>viel Entspannung und einem Wanderurlaub in den Dolomiten</strong> bei 40 °C. Auf jeden Fall ein Jahreshighlight! Ich war tatsächlich das erste Mal seit 11 Jahren außerhalb Deutschlands. In einem Restaurant konnte ich mich sogar mit meinem Italienisch blamieren! Richtig gut.</p>
<p>Als ich dann erholt und voller Tatendrang nach Hause kam, erwartete mich gleich der nächste Dämpfer: die <strong>Kündigung meiner Wohnung inkl. Home-Office</strong>. In Berlin. Als Selbstständige. Eine neue Wohnung finden. Ich fühlte mich sofort zurückerinnert an meine Zeit als Studentin und Careleaverin ohne Familie, in der ich regelmäßig mit Minuskontostand und (drohender) Wohnungslosigkeit zu tun hatte. Aber ich versuchte mich darauf zu besinnen, dass meine Situation heute eine andere ist. Dennoch hat diese Erfahrung noch einmal meine Motivation erhöht, unsere Careleaving Storys zu erzählen. Auch heute noch stehen junge Menschen, die aus der Jugendhilfe ausziehen, vor existenziellen Schwierigkeiten!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1984" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/photo1673969510-1024x576.jpeg" alt="Der Kalterer See in den Dolomiten lleuchtet grün, im Hintergrund sind Berge zu sehen." width="740" height="416" /></p>
<h2>Trainings, Workshops, Seminare – viel Arbeit im Herbst</h2>
<p>Im Herbst war ich sehr aktiv. <strong>Intensive Wohnungssuche, viel Arbeit und Unterwegssein</strong> lenkten von der Ungewissheit ab, wo ich in Zukunft leben und arbeiten würde. Ich schloss meine Train-the-Trainer-Ausbildung ab und erhielt mein Zertifikat. Mein <a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1887-1695">erster Print-Artikel</a> in einer Fachzeitschrift erschien. Ich hatte alle Hände voll zu tun mit zahlreichen Präsenz- und Online-Workshops. Und ich reiste zum letzten Retreat des AWAKE Fellowships sowie zu meinem ersten Careleaver-Festival!</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CiIBpSLjU6L/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CiIBpSLjU6L/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Lucia Clara Rocktäschel (@diversity_texterin)</a></p>
</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<p>Der November war der arbeitsreichste Monat des ganzen Jahres. Gleichzeitig war es auch der Monat, in dem ich nach drei Monaten Suche eine neue WG fand und <strong>das Leben der letzten acht Jahre mal eben in Kisten packen </strong>musste.</p>
<p>Dieser Herbst war ebenfalls sehr lehrreich. Ich lernte, <strong>meine Ressourcen besser einzuschätzen</strong>, spürte in den Trainings, was ich aus der Ausbildung mitnehmen konnte, und machte mir noch einmal bewusst, <strong>was mir wirklich wichtig ist und wovon ich mich verabschieden möchte</strong>. Ausmisten lohnt sich in allen Lebensbereichen!</p>
<h2>Alles neu: Careleaving Storys erscheint und ich bekomme neue Mitbewohnerinnen</h2>
<p>Anfang November hatten wir bei unserer ersten Lesung aus den noch nicht mal gedruckten Careleaving Storys eine viel stärkere Resonanz bekommen als erwartet. Das gab Lee und mir den Ansporn, unser kleines kreatives Projekt auch nach Ende des Fellowships weiterzuführen. Denn es schien doch größer zu werden als gedacht. Anfang Dezember zogen noch vor mir und meinen Möbeln also 80 kg Careleaving-Storys-Hefte in mein neues WG-Zimmer. 15 Menschen ihre<strong> Geschichten aus der Jugendhilfe </strong>erzählen zu lassen und<strong> als Büchlein veröffentlichen</strong> – das zählt definitiv zu meinen Jahreshighlights!</p>
<hr />
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1950 size-medium" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/CS-Mockup-2-300x300.jpeg" alt="EIn Exemplar von Careleaving Storys vor blauem Hintergrund" width="300" height="300" /></strong>Careleaving Storys ist ein Heft von vier Menschen, die einen Teil ihres Lebens in der stationären Jugendhilfe verbracht haben. Innerhalb eines Jahres haben Cee, Lee, Laura und Lucia Gedichte, Geschichten, Comics und Zeichnungen zahlreicher Careleaver*innen gesammelt und auch ihre eigenen Storys aufgeschrieben. Das Ergebnis ist dieses Heft voller bewegender Einblicke in das Leben vor, während und nach der Jugendhilfe.</p>
<p style="text-align: center;"><a class="button" href="https://elopage.com/s/lucia-clara-rocktaeschel/careleaving-storys/payment">Careleaving Storys jetzt bestellen</a></p>
<hr />
<p>Den Dezember verbrachte ich mit Umziehen, den letzten Workshops des Jahres, meinem neuen Leben als mitbewohnende Cat-Lady und erholsamen „Weihnachtsferien“. 2022 war eine ziemliche Achterbahnfahrt, sagt meine Jahresstimmungskurve. Ich bin gespannt auf die Überraschungen, Herausforderungen und Erfolge, die 2023 bereithält…</p>
<h2>Fazit: Das habe ich 2022 gelernt</h2>
<p>Selten habe ich so bewusst Dinge gelernt und mich mit mir selbst beschäftigt, wie dieses Jahr. Auch wenn ich gerne mehr nach außen aktiv gewesen wäre, mehr Content geteilt, mich mehr engagiert und für wichtige Sachen eingesetzt, mehr nützlich für andere gewesen wäre – anfangen muss jede Person bei sich selbst. Hier ein Überblick meiner wichtigsten Learnings des Jahres 2022:</p>
<ul>
<li>Ich weiß jetzt, wie es ist, <strong>als Selbstständige länger auszufallen</strong> oder eine Wohnung finden zu müssen – stärkt fürs nächste Mal.  </li>
<li>In meine <strong>Rolle als Trainerin</strong> konnte ich mich durch die Ausbildung noch mehr einfinden, mich festigen und vieles mehr über das Trainer*innendasein lernen.</li>
<li>Ich gehe <strong>wesentlich entspannter</strong> um mit den toxischen Seiten der Kommunikation über Social Media und Internet, dem Hate, der Kritik und dem Anspruchsdenken bzw. den überzogenen Erwartungen an meine Arbeit. Vieles, um das meine Gedanken Anfang des Jahres noch ständig kreisten, scheint jetzt unwichtig in Relation zu meinem wirklichen Umfeld, Erleben und Praxisalltag. Für mich lohnt sich ein <strong>regelmäßiger Reality-Check</strong>: Ist das, was ich denke, eigentlich wirklich so?</li>
<li>Ich kann mich <strong>viel besser abgrenzen</strong>, ich muss nicht 24/7 alles mitkriegen oder alles allein schaffen (Umsetzung folgt^^) und ich weiß, worauf und auf wen ich mich nicht mehr einlasse.</li>
<li>Es ist effektiver, <strong>an einer Sache zu arbeiten, für die ich wirklich brenne</strong>, als mich vom „Alles-immer-jetzt-sofort“-Anspruch verbrennen zu lassen.</li>
</ul>
<p>Irgendwie klingen solche Learning-Aufzählungen immer etwas kitschig und pathetisch, oder? Darf auch mal sein. Was hast du letztes Jahr durch deine Arbeit oder generell gelernt? Schreib’s gern in die Kommentare.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1983 " src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/photo1648658578.jpeg" alt="Lucia bei einem Präsenzworkshop. Sie sitzt auf einem Stuhl und bespricht ein Flipchart mit den Teilnehmenden." width="310" height="413" />            <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1982 " src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/photo1672569118.jpeg" alt="Lucia und Lee sitzen bei ihrer ersten Lesung von Careleaving Storys an einem Tisch hinter zwei Mikrofonen." width="313" height="417" /></p>
<h2>Ausblick und Jahresplanung 2023</h2>
<p>Zuletzt lass uns noch einen <strong>Blick in die Zukunft</strong> des neuen Jahres werfen. Auf meinem Planungsplakat stehen so manche alte Vorhaben, die ich noch nicht geschafft habe. Aber auch neue Abenteuer:</p>
<ul>
<li>Ich möchte wieder aktiver Content teilen und mindestens einmal im Monat einen Blogartikel schreiben – als nächstes ist beispielsweise die Zukunft des Genderns dran.</li>
<li>Mein <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vortrag-gendern/">GLG-Vortrag</a> sowie weitere Miniformate werden wieder stattfinden – für kleines Geld oder kostenlos für <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/newsletter/">Newsletter-Abonnent*innen</a>.</li>
<li>„<strong>Vielfalt wertschätzend kommunizieren</strong>“ als offener Workshop ist für den 9.5. geplant.</li>
<li>Ich weiß, das steht schon seit drei Jahren auf der Liste, aber diesmal gibt’s, glaub ich, wirklich ein neues Webdesign.</li>
<li>Ich möchte Coworking ausprobieren – falls du Tipps für Berlin hast, her damit!</li>
<li>Ich habe viele Ideen, in was ich mich weiterbilden möchte – was davon dieses Jahr klappt, wird sich zeigen.</li>
<li><strong>Careleaving Storys geht weiter</strong>: mit der nächsten Druckauflage, eigener Website, <a href="https://www.instagram.com/p/CnT6VkxMBnP/">Lesungen (z. B. am 18.2. in Berlin)</a>, Workshops, Schreibwerkstätten und hoffentlich neuen Geschichten!</li>
</ul>
<p>Mal sehen, was dieses Jahr sonst noch so auf uns zukommt. Auf meiner Wortliste stehen diesmal: <strong>Glitzer, Abenteuer, Loslassen, Weitergehen</strong>.</p>
<p>Und bei dir? Was hast du 2023 vor? Und was wünschst du dir vielleicht von mir? Ich freue mich auf dein Feedback.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2022/">Was ich 2022 als Texterin &#038; Diversity-Trainerin gelernt habe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Diversity-sensible Kommunikation zur Weihnachtszeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Dec 2022 13:21:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist Dezember – und damit nicht nur Zeit für Gemütlichkeit und Plätzchenbacken, sondern auch für die Kommunikation rund um Adventsaktionen, Weihnachtsfeiern und Geschenke. Doch ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Diversity-sensible Kommunikation zur Weihnachtszeit" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/kommunikation-weihnachten/#more-703" aria-label="Mehr Informationen über Diversity-sensible Kommunikation zur Weihnachtszeit">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/kommunikation-weihnachten/">Diversity-sensible Kommunikation zur Weihnachtszeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/a879fd3052664018b993a617efe409bc.gif" alt="" width="1" height="1" /><br />
Es ist Dezember – und damit nicht nur Zeit für Gemütlichkeit und Plätzchenbacken, sondern auch für die Kommunikation rund um Adventsaktionen, Weihnachtsfeiern und Geschenke. Doch wie gehst du damit um, dass nicht alle Menschen Weihnachten feiern, lieben oder ganz traditionell im Kreise der Familie verbringen?</p>
<p>Gerade wenn du selbst total im Adventsfieber bist, lohnt sich ein ganz bewusster Blick in andere Richtungen. Vielleicht muss ja gar nicht jeder Grinch vom Weihnachtszauber überzeugt werden. Und ob ein Werbespot wirklich zerrüttete Familien zusammenführt – fraglich. Jedenfalls entspräche es nicht gerade dem „Fest der Liebe“-Motto, zu dieser Zeit des Jahres über andere zu urteilen. Hier findest du hilfreiche Tipps, wie du auch an Weihnachten <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vielfalt-wertschaetzend-kommunizieren/">Vielfalt wertschätzend kommunizierst</a>.</p>
<h2>Vielfalt berücksichtigen: Nicht alle feiern Weihnachten</h2>
<p>Natürlich ist Weihnachten nicht für jede Person ein bedeutsames Fest oder liebgewonnene Tradition. Je nach <strong>Religion und Kultur</strong> stehen zur selben Zeit vielleicht andere Feste im Fokus – zum Beispiel das jüdische Chanukka-Fest im Dezember. Genauso zelebrieren viele Weihnachten ganz unabhängig vom religiösen Hintergrund – als Fest der Liebe, der Gemeinschaft oder der Familie.</p>
<p>Damit sind wir am nächsten sensiblen Punkt angelangt: die <strong>enge Verbindung von Weihnachten und Familie</strong>. Doch nicht jede*r hat eine (intakte) Familie im klassischen Sinne. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heimkommen">Werbungen</a>, die dazu auffordern, an Weihnachten die Eltern und Großeltern nicht zu vergessen, können alte Wunden aufreißen. Auch am Arbeitsplatz oder im persönlichen Umfeld müssten sich Menschen ohne intakte Familie oft rechtfertigen oder unsensible Kommentare anhören.</p>
<hr />
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1952" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/CS-Mockup-1-300x300.jpeg" alt="Drei Exemplare von Careleaving Storys vor hellblauem Hintergrund" width="271" height="271" />Tipp:</strong> Wenn du mehr über die Erfahrungen von Menschen lesen möchtest, die in einer Jugendhilfeeinrichtung gelebt haben und als Erwachsene keine Familie haben, empfehle ich dir unsere neue Veröffentlichung: Careleaving Storys ist ein Heft mit vielen berührenden Geschichten, Gedichten und Zeichnungen von Careleaver*innen aus ihrem Leben vor, während und nach der Jugendhilfe.</p>
<p style="text-align: center;"><a class="button" href="https://elopage.com/s/lucia-clara-rocktaeschel/careleaving-storys/payment">Careleaving Storys jetzt bestellen</a></p>
<hr />
<p>Vielleicht fallen dir selbst noch Gründe ein, aus denen der glitzernde Weihnachtstrubel nicht jede*n begeistert oder interessiert. Hier noch eine kleine Zusammenfassung zum Merken:</p>
<ul>
<li>Nicht jede*r feiert Weihnachten.</li>
<li>Nicht jede*r mag Weihnachten.</li>
<li>Nicht jede*r fährt über Weihnachten zur Familie.</li>
<li>Nicht jede*r hat eine liebende oder noch lebende Familie.</li>
<li>Nicht jede Person, die Weihnachten nicht, allein oder „nur“ mit Freund:innen feiert, ist automatisch unglücklich.</li>
</ul>
<p>Manche Leute sind allerdings schon unglücklich über die Art und Weise, auf die sie Weihnachten verbringen müssen. Sie freuen sich über <strong>Verständnis, selbstgebackene Plätzchen oder eine Einladung zu einer (virtuellen) Adventsfeier</strong>. Schließe nicht automatisch von Kultur, Religion oder anderen Merkmalen darauf, ob jemand Weihnachten mag oder nicht – sondern frag im Zweifelsfall einfach nach!</p>
<h2>7 Tipps für Vielfalt wertschätzende Weihnachtskommunikation</h2>
<p>Gut, nicht alle Menschen haben den gleichen Zugang zum hierzulande sehr präsenten Weihnachts- und Adventspektakel. Aber wie gehst du damit konkret in deiner Kommunikation um – im Privaten, am Arbeitsplatz oder beim Marketing? Dazu erhältst du jetzt noch einige Praxistipps:</p>
<ol>
<li>Gehe nicht davon aus, dass alle deine Mitmenschen Weihnachten genauso feiern wie du. oder Interesse an deinem Adventscontent haben. Poste zwischendurch ruhig auch noch etwas anderes!</li>
<li>Schätze die <strong>Feiertage anderer Religionen</strong> ebenso wert wie Weihnachten – im Dezember gibt es zum Beispiel das jüdische Chanukkafest. Hast du hierfür auch schon Glückwünsche eingeplant?</li>
<li>Verschicke <strong>„Jahresendkarten“ statt Weihnachtskarten</strong> an deine Kund*innen, Geschäftspartner*innen oder Freund*innen– ich wähle beispielsweise gerne Karten mit festlichem, aber neutralem Motiv und wünsche eine schöne freie Zeit oder einen gemütlichen Jahreswechsel statt „Frohe Weihnachten“.</li>
<li>Bewirb weihnachtliche Angebote sensibel und möglichst<strong> ohne Stress oder Druck zu erzeugen</strong>.</li>
<li>Wenn du frohe Weihnachten wünschen möchtest, richte dich <strong>an „alle Feiernden“</strong>.</li>
<li>Bedenke <strong>verschiedene Bräuche und Traditionen</strong> mit, vor allem, wenn du eine internationale Zielgruppe bedienst.</li>
<li>In der Adventszeit sind alle Medien völlig mit Weihnachtscontent überladen. Es ist also kein Problem, wenn du <strong>auch in der Weihnachtszeit einfach „Business as usual“</strong> machst – vor allem, wenn du selbst kein Weihnachtsfan bist.</li>
</ol>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/C0T3N18M401/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/C0T3N18M401/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Lucia C. Rocktäschel (@diversity_texterin)</a></p>
</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<h3>Muss ich jetzt alles neutral gestalten und Weihnachten komplett aus meiner Kommunikation streichen?</h3>
<p>Nein, natürlich nicht! Viele Menschen feiern Weihnachten aus den unterschiedlichsten Gründen. Und wer freut sich nicht über einen Schoko-Adventskalender oder selbstgebackene Plätzchen? Wichtig ist nur, umsichtig durch die Welt zu gehen und die eigene Lebensrealität nicht auf alle anderen zu pauschalisieren.</p>
<h3>Weihnachten überstehen in schwierigen Zeiten</h3>
<p>In den Corona-Jahren haben viele Menschen erlebt, wie es ist, Weihnachten nicht wie gewohnt und nicht mit der Familie zu feiern. Dieser Perspektivwechsel konnte einen Einblick in das Leben derer geben, für die Weihnachten jedes Jahr eine schwierige Zeit ist, die die Feiertage allein verbringen oder die ganze Zeit arbeiten müssen. Sie haben <strong>hilfreiche Strategien zum Umgang damit</strong> entwickelt, die in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit erhalten haben. Hier meine persönlichen Favoriten:</p>
<ul>
<li>Hab einen <strong>Plan für die Feiertage</strong> und evtl. auch die Adventssonntage: Was wirst du machen? Einen langen Spaziergang, einen Serienmarathon, etwas zeichnen, deinen Keller aufräumen, mit Freund*innen telefonieren oder dich verabreden? Führe die Liste nach deinen Vorlieben fort.</li>
<li><strong>Genieße, was du an der Weihnachtszeit magst</strong>: zum Beispiel Plätzchenbacken, Glühwein, Lebkuchenduft oder die schönen Lichter?</li>
<li>Such dir <strong>Kontakte zu Menschen, die deine Situation verstehen</strong>, die du anrufen oder mit denen du etwas unternehmen kannst und die keine komischen Fragen stellen.</li>
<li>Finde <strong>Aktivitäten, die nichts mit Weihnachten zu tun haben</strong> und die dir guttun.</li>
<li>Mach dir bewusst, dass die <strong>Feiertage auch nur ganz normale Tage</strong> sind, die vorbei gehen – vielleicht magst du ja Silvester und kannst dich darauf freuen? Oder du feierst die Wintersonnenwende, weil es dann in absehbarer Zeit wieder länger hell sein wird?</li>
<li>Such dir eine <strong>ehrenamtliche Beschäftigung</strong> und hilf zum Beispiel bei der Essensausgabe für obdachlose Menschen o. Ä.</li>
</ul>
<p>Wenn es zu deiner Zielgruppe passt, kannst du auch dieses Jahr solche Strategien posten – zusätzlich zum fröhlicheren Content der Saison!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/kommunikation-weihnachten/">Diversity-sensible Kommunikation zur Weihnachtszeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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		<item>
		<title>Was ich 2021 als Texterin und Diversity-Trainerin gelernt habe</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2021/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 17:34:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2021 war für mich nicht gerade ein spektakuläres, aber in jedem Fall emotionales Jahr – beruflich wie privat zeigt meine Jahresstimmungskurve ein stetiges Auf und ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Was ich 2021 als Texterin und Diversity-Trainerin gelernt habe" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2021/#more-690" aria-label="Mehr Informationen über Was ich 2021 als Texterin und Diversity-Trainerin gelernt habe">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2021/">Was ich 2021 als Texterin und Diversity-Trainerin gelernt habe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/633ca89e145440fbbf3c0493798daa40.gif" width="1" height="1" alt=""><br />
2021 war für mich nicht gerade ein spektakuläres, aber in jedem Fall emotionales Jahr – beruflich wie privat zeigt meine Jahresstimmungskurve ein stetiges Auf und Ab. Wie schon in meinen <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2019/">Rückblicken auf 2019</a> und <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2020/">das Jahr 2020</a> möchte ich dir heute wieder zeigen, was ich 2021 gelernt oder ausprobiert habe, worin ich gescheitert bin, was ich loslassen musste und wo die Reise 2022 hingehen soll. Ich hoffe, du kannst aus diesem Einblick in meine Welt auch etwas für dich mitnehmen. Hinterlasse gerne einen Kommentar mit deinen Learnings aus dem letzten Jahr!</p>
<h2>Kritik annehmen und neu orientieren</h2>
<p>Nachdem ich Ende 2020 mit einem dicken Batzen Kritik an Fehlern, Ungenauigkeiten und fehlenden Themen in meiner Arbeit zu tun hatte, stand 2021 für mich erst einmal im Zeichen der Aufarbeitung. Ich plante sehr konkret, was ich anders machen würde und welche Maßnahmen ich ergreifen würde, um meine Lücken zu füllen. Der Januar wurde zu meinem <strong>ersten Themenmonat rund ums Fehlermachen</strong>. Sogar ein Minitraining entwickelte ich dazu. Ich las Bücher über Scham und Verletzlichkeit und den Umgang mit Kritik. Und ich bildete mich konkret zu den kritisierten Themen weiter. Das war kein leichter Start, von vielen Zweifeln begleitet, die mich zum Teil immer noch beschäftigen. Doch ein Jahr später denke ich weiterhin regelmäßig an das zurück, was ich in dieser Situation gelernt habe. Es bereichert nach wie vor meine Arbeit.</p>
<p>Nebenbei durfte ich einige spannende Aufträge bearbeiten und <strong>meine ersten Inhouse-Workshops planen</strong>. Im Februar erfuhr ich dann, dass sich der Veröffentlichungstermin meines Buches verschieben würde. Dennoch folgte der zweite Themenmonat „Gendern“ – und Ende des Monats die nächste Enttäuschung: <strong>nicht genügend Anmeldungen</strong> für mein offenes Workshop-Programm „Gendern leicht gemacht“. Das fühlte sich natürlich nicht gut an. Doch im März konnten die Workshops erfolgreich nachgeholt werden. Auch das erste <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-training/">Inhouse-Training</a> und die erste <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-sprechstunde/">Diversity-Sprechstunde</a> gab ich Anfang März.</p>
<h2>„Richtig gendern für Dummies“ erscheint</h2>
<p>Eher zufällig entdeckte ich im März auch, dass einige Leser*innen mein <a href="https://www.wiley-vch.de/de/fachgebiete/geistes-und-sozialwissenschaften/richtig-gendern-fuer-dummies-978-3-527-71818-4">Buch „Richtig gendern für Dummies“</a> schon in den Händen hielten. Für mich begann damit <strong>ein wildes Gefühlschaos aus Freude, Angst und Bedauern</strong> wegen der Fehler, die ich nicht mehr hatte entfernen können. Es gab ein Insta-Live mit Mini-Lesung. Ich schrieb einen Blogartikel zur <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/richtig-gendern-fuer-dummies/">Entstehungsgeschichte von „Richtig gendern für Dummies“</a>. Und ergänzte meine <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/fehler-dokumentation/">Fehlerdokumentation</a>. Dort und in meiner <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/category/gendern/">Blogkategorie Gendern</a> findest du immer neue Erkenntnisse und aktuelle Weiterentwicklungen – denn ein gedrucktes Buch ist gefühlt nach fünf Minuten schon wieder veraltet.  </p>
<p>Ein Buch ist auch etwas, zu dem man als Autor*in <strong>eine ganz besondere Beziehung</strong> hat, nicht nur während der Entstehungszeit. Eine Hassliebe. Und eine Beziehung, aus der du nicht so einfach wieder rauskommst. Inzwischen haben wir uns ein bisschen angefreundet – ich denke, wir führen so etwas wie eine WG-Beziehung. Mein Buch ist kein Riesenerfolg geworden. Aber es hat sicherlich einiges dazu beigetragen, dass ab März regelmäßig Workshop-Anfragen in mein Postfach flatterten. Und es bietet einen <strong>niedrigschwelligen und kostengünstigen Einstieg </strong>in das Thema – auch für Menschen, die sich keinen Workshop oder individuelle Beratung leisten können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1430 size-large" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Richtig-gendern-fuer-Dummies-1024x683.png" alt="Zwei Bilder: Links hält Lucia ihr Buch „Richtig gendern für Dummies“ in der Hand und grinst aufgeregt in die Kamera. Rechts ist das Buch noch einmal von Nahem zu sehen." width="740" height="494" /></p>
<h2>Von Chancen und Scheitern</h2>
<p>Die nächsten Monate verliefen durchwachsen. Im April startete ich mit dem <strong>dritten Themenmonat „Mental Health“</strong> in ein für mich sehr persönliches, nahes Thema. Ein tolles <a href="https://www.instagram.com/tv/CN5h1Dko4ew/">Insta-Live-Gespräch mit Alexandra Perlowa</a> zeigte mir aber auch, wie bereichernd es sein kann, <strong>Erfahrungen zu teilen und sich gemeinsam für wichtige Themen einzusetzen</strong>.</p>
<p>Im April fing ich außerdem an, <strong>ein Gender-Studies-Seminar an der Uni </strong>zu besuchen. Ich gab mein erstes <a href="https://www.texterclub.de/seminare/gendern/">Texterclub-Seminar</a> und hielt weitere Workshops sowie Vorträge. Mehrmals erhielt ich interessante Anfragen für Fernsehbeiträge, aus denen jedoch nie etwas wurde. Genauso ging es mir auch mit Auftragsanfragen – was normal ist, weil viele Unternehmen mehrere Angebote einholen. In der Fülle hatte ich dennoch <strong>ein Gefühl von Dauerscheitern, auch wenn das nicht ganz der Realität entsprach</strong>. Schließlich hatte ich meine Tätigkeit als Trainerin noch nicht einmal auf meiner Website kommuniziert und trotzdem genug zu tun.</p>
<p>In dieser Zeit nahm mich dann auch noch das Privatleben stark ein – ich musste und wollte mich viel um meine Partnerin kümmern, der es nicht gut ging, fuhr viel hin und her zwischen Hamburg und Berlin. Und fühlte mich zunehmend ausgelaugt.</p>
<p>Der Mai war der letzte offizielle Themenmonat „<a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/website-vielfalt-wertschaetzend-gestalten/">Websites diversity-sensibel gestalten</a>“. Anschließend griff ich verschiedene Themen auf wie den Pride-Month, die Liebe, Barrierefreiheit in sozialen Medien sowie <strong>meine Arbeit und Rolle als Trainerin</strong>. Im Juni und Juli hatte ich viel zu tun und immer weniger Energie – und war pünktlich zur Sommerpause mehr als urlaubsreif.</p>
<h2>Sommerpause, neues Design und neue Pläne</h2>
<p>Ab August begannen für mich <strong>fünf Wochen Social-Media-Pause</strong> auf allen Arbeitskanälen. Wie dringend die nötig war, merkte ich erst währenddessen. Der Fokus auf das Online-Dasein, Social-Media-Dynamiken und der Umgang der Menschen dort miteinander hatten mich zermürbt. Ich hatte mich ganz verloren in der virtuellen Welt und so ging es durch die Pandemie scheinbar vielen. Und gleichzeitig ist diese Welt <strong>ein ganz realer Teil unseres Lebens</strong>, der sozialen Kontakte und Teilhabe, die für einige (und jetzt viel mehr) Menschen in der physischen Welt gar nicht oder nur eingeschränkt möglich sind.</p>
<p>Weil das auch mir so geht, fühlte ich mich während meiner Pause auch ab und zu <strong>einsam, abgeschnitten und als würde ich etwas verpassen</strong>. Im Großen und Ganzen war es für mich jedoch eine gute Idee, auch mal bewusst alles Äußere abzuschalten und mich nach innen zu wenden. Drei Wochen arbeitete ich an einigen Aufträgen, der weiteren Planung und bekam mein neues Corporate-Design von <a href="https://www.kwikwi.org/">kadi von studiokwi</a>. Die übrigen beiden Wochen machte ich Urlaub. Ich besuchte meine Großeltern und sah meinen Opa zum letzten Mal in diesem Leben. Mit Anna verbrachte ich einige Tage in Berlin und Anfang September machten wir <strong>Urlaub in der Sächsischen Schweiz – mein absolutes Jahreshighlight</strong>. Danach hatte ich das Gefühl, wieder etwas besser atmen zu können. Mein Kalender füllte sich mit Workshopterminen und ich war motiviert, wieder loszulegen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1783 size-large" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_20210831_185428-scaled.jpg" alt="Ausblick von den Schrammsteinen in der Sächsischen Schweiz auf Felsen, Wald und einen neblig bewölkten Himmel." width="740" height="416" /></p>
<h2>Ein arbeits- und erfahrungsreicher Herbst</h2>
<p>Nach meiner Social-Media-Pause startete ich <strong>mit neuem Design und konkreten Plänen</strong> in den September. Insgesamt waren für die letzten vier Monate des Jahres zehn Workshops geplant – nicht nur zum Gendern, sondern auch zu Vielfalt wertschätzender Kommunikation. Ich fühlte mich inzwischen schon viel sicherer als Online-Trainerin und die Arbeit machte mir viel Spaß.</p>
<p>Ende September bekam ich etwas unerwartet die Zusage für das <a href="https://www.brueckensteine.de/projekte/awake-brueckensteine-fellowship">Brückensteine-Fellowship AWAKE</a> – ein ehrenamtliches Projekt, in dessen Rahmen wir <strong>Projekte für Careleaver*innen</strong> realisieren wollen. Careleaver*innen sind übrigens Menschen, die wie ich selbst eine Zeit lang in einer Jugendhilfeeinrichtung gelebt haben, also z. B. in einem Heim, einer Wohngruppe oder einer Pflegefamilie. Anfang Oktober fand bereits das erste Retreat in Leipzig statt. Das Projekt wird mich 2022 weiter beschäftigen, und weil es viel mit Diversity zu tun hat, auch Thema meiner Arbeit sein. Vor allem aber erlebe ich es als eine Reise zu einem Teil meiner Vergangenheit, den ich fast zehn Jahre lang den meisten verschwiegen habe.</p>
<h2>Wieder ein Ende mit Schrecken</h2>
<p>Mitte Oktober begann meine Partnerin ihren dreimonatigen Klinikaufenthalt. Die Erleichterung lässt oft erst spüren, wie anstrengend die Zeit bis dahin war. Im November passierte arbeitsmäßig nicht allzu viel. Privat machte ich mich auf die Suche nach Unterstützung. Und Anfang Dezember kam der Trauerfall, der mich endgültig aus dem Alltag riss und zur nächsten Pause zwang. Einen Monat lang bin ich mehr oder weniger untergetaucht, habe trotzdem noch zwei Workshops gehalten und die wichtigsten Arbeiten erledigt – aber eben auch langsamer und weniger gemacht. In dieser Situation half es, dass ich seit der Sommerpause ein <strong>separates Arbeitshandy</strong> auch für die Social-Media-Kanäle habe, das ich einfach ausschalten konnte.</p>
<p>Wie viele große Ereignisse hat auch dieses erstmal alles durcheinandergebracht, mich ordentlich geschüttelt – und <strong>jetzt geht es ans Neusortieren</strong>. Alles, was ich 2021 gelernt habe, darf jetzt in das kommende Jahr einfließen und den Kurs mitbestimmen, den ich aufnehme. Denn weiter geht es immer, die Zeit ist unerbittlich und bleibt niemals einfach stehen.</p>
<h2>Meine wichtigsten Learnings im Überblick</h2>
<p>Was für ein Jahr! Hast du ähnliches erlebt? Oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Was hast du gelernt? In loser Zusammenfassung liste ich dir hier noch einmal meine größten Lernmomente auf:</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1792 " style="margin-right: 1.66667em;" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/IMG_20210818_163505-scaled.jpg" alt="Lucia schaut in die Kamera, sie trägt Make-up in ihren neuen Brandingfarben: Pinkfarbenen Lidstrich, beigen Lidschatten und beige-blauen Lippenstift. Außerdem pink lackierte Fingernägel und ein dunkelblaues T-Shirt." width="237" height="422" /></strong></p>
<ul>
<li><strong>Fehler sind Chancen</strong>, aus denen etwas völlig Neues erblühen kann.</li>
<li>Die <strong>Arbeit als Diversity-Trainerin macht mir Spaß</strong>, ich bekomme tolles Feedback und sie scheint mir zu liegen.</li>
<li>Ich möchte gerne mehr <strong>mit anderen Menschen zusammenarbeiten</strong>, Bündnisse schließen und Projekte im Team realisieren.</li>
<li>Ich brauche <strong>(Social-Media-)Pausen</strong> und konkreter geplante Urlaubszeiten, um nicht auszubrennen.</li>
<li>Das Miteinander im Internet muss und darf hinterfragt werden, aber die Sache ist <strong>komplexer und differenzierter </strong>als sie sich in den sozialen Medien darstellen lässt.</li>
<li>Auch wenn keine Perspektive in Sicht ist, kann immer etwas Unerwartetes passieren.</li>
<li>Wo es dunkel ist, lässt sich immer auch etwas Glitzer einstreuen, <strong>kleine Hoffnungsschimmer</strong>, die den weiteren Weg weisen und an denen wir uns festhalten können.</li>
</ul>
<h2>Ausblick auf 2022</h2>
<p>Ich weiß nicht, ob es dir auch so geht. Aber mir fällt es dieses Jahr richtig schwer, etwas zu planen. Alles wirkt <strong>ungewiss und durcheinander</strong>. Der Fokus ist mir abhandengekommen und ich muss ihn erst neu ausrichten. Ein bisschen mehr Klarheit habe ich durch die Rückschau und in den letzten Tagen jedoch gewonnen. Das kannst du im neuen Jahr von mir als Texterin und Diversity-Trainerin erwarten:</p>
<ul>
<li>Die neuen Termine meiner offenen <strong>Gendern-leicht-gemacht-Workshops für 2022</strong> sind bereits online und buchbar – <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/gendern-leicht-gemacht/">melde dich gleich an</a>!</li>
<li><strong>Weitere offene Workshops</strong> zur Einführung in Diversity und Vielfalt wertschätzenden Kommunikation sind in Planung.</li>
<li>Meine Website wird endlich einen Relaunch erhalten.</li>
<li>Ich werde eine <strong>zweite Trainer*innen-Ausbildung</strong> absolvieren.</li>
<li>Gerne unterstütze ich dich mit <strong>Texten, Training und Beratung</strong> mit Fokus auf wertschätzende Sprache und respektvolle Kommunikation.</li>
<li>Themen wie seelische Gesundheit und Careleaving/Jugendhilfeerfahrungen werden eine größere Rolle in meinem Leben und Arbeiten spielen.</li>
<li>Zusammen mit hoffentlich vielen anderen tollen Menschen darf ich <strong>an einem weiteren Büchlein mitwirken</strong>.</li>
<li>Ein achtsames und erfülltes Privatleben wird hoffentlich auch die Qualität meiner Arbeit steigern können.</li>
</ul>
<p>Und nicht zuletzt gilt: Je weniger gut geplant das Jahr ist, desto mehr Platz bleibt für Überraschungen! Schließlich läuft das Leben ohnehin nicht so, wie es in meinem Kalender steht. <strong>Loslassen, Einlassen, Öffnen</strong> – das werden wohl meine Schlagwörter für 2022 sein. Wenn du mich dabei begleiten möchtest, abonniere gerne meinen Newsletter und bleibe immer auf dem aktuellen Stand:</p>
<p></p>
<p><strong>Jetzt bist du dran: Erzähl mir gerne in den Kommentaren von deinem letzten Jahr und deinen Plänen für 2022!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/jahresrueckblick-2021/">Was ich 2021 als Texterin und Diversity-Trainerin gelernt habe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>7 Wege, Vielfalt wertschätzend zu kommunizieren</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vielfalt-wertschaetzend-kommunizieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Nov 2021 17:17:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diversity und Inklusion sind wichtige Themen auch für Texter*innen, Lektor*innen, Marketing- und Presseverantwortliche sowie alle, die Inhalte in die Öffentlichkeit tragen. Ob geschlechtergerechte Sprache, diskriminierungssensible ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="7 Wege, Vielfalt wertschätzend zu kommunizieren" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vielfalt-wertschaetzend-kommunizieren/#more-686" aria-label="Mehr Informationen über 7 Wege, Vielfalt wertschätzend zu kommunizieren">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vielfalt-wertschaetzend-kommunizieren/">7 Wege, Vielfalt wertschätzend zu kommunizieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Diversity und Inklusion sind wichtige Themen auch für Texter*innen, Lektor*innen, Marketing- und Presseverantwortliche sowie alle, die Inhalte in die Öffentlichkeit tragen. Ob geschlechtergerechte Sprache, diskriminierungssensible Formulierungen oder barrierefreie Contentgestaltung – immer mehr Konsument*innen erwarten heute eine Vielfalt wertschätzende Kommunikation, die alle einschließt. Für uns Kreative kann das eine Herausforderung sein, an deren Anfang die individuelle Selbstreflexion und Sensibilisierungsarbeit steht. Diese Arbeit kannst du zum Beispiel mithilfe von Büchern, Diversity-Trainings und Antidiskriminierungs-Workshops angehen. Doch wie überträgst du das Gelernte in deinen Alltag?</p>
<p>In diesem Artikel gebe ich dir sieben Beispiele für Kommunikationswege, mit denen du <strong>deinen Content diversitysensibler und Vielfalt wertschätzend gestalten</strong> kannst. Teilweise überschneiden sie sich und greifen ineinander. Deshalb empfehle ich dir, nach und nach alle sieben Konzepte einmal genauer anzuschauen. Hier kannst du dir einen Überblick verschaffen!</p>
<h2>1. Diversityinklusive Kommunikation</h2>
<p>Oft werden Inhalte aus der Perspektive einer Norm erstellt, die nicht mit der realen gesellschaftlichen Vielfalt übereinstimmt. So wird zum Beispiel vorangenommen, dass Protagonist*innen und Konsument*innen weiß, heterosexuell, gesund, nicht behindert etc. sind. Vielleicht kennst du diese Werbungen, in denen glückliche Standardfamilien aus Mutter, Vater, Tochter, Sohn und Hund mit großem Auto vorm eigenen Haus dargestellt werden. Auch wenn die Medien inzwischen schon mehr Vielfalt abbilden, gibt es immer noch Verbesserungspotenzial!</p>
<p>Diversityinklusive Kommunikation bedeutet also, Menschen verschiedener <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-dimensionen/">Diversity-Dimensionen</a> einzubeziehen und <strong>die Vielfalt unserer Gesellschaft realistisch abzubilden</strong>. Frage dich daher bei jedem Text, den du schreibst, jedem Post oder Video, das du produzierst: Berücksichtige ich innerhalb meiner Zielgruppe ganz bewusst alle Geschlechter, verschiedene Altersgruppen, vielfältige Religionen und Weltanschauungen, Menschen mit und ohne Behinderung, verschiedene Familien- und Beziehungskonstellationen, unterschiedliche Ethnien, Sprachen und Erscheinungsbilder, …?</p>
<p><strong>Beachte:</strong> Es geht nicht darum, immer alle Eventualitäten abzuhaken. Im Gegenteil kann das schnell zu Phänomenen wie Diversity-Washing oder <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/queerbaiting/">Queerbaiting</a> führen. Wichtig ist, ein Bewusstsein für Diversity zu erlangen und nicht von der eigenen Lebensrealität als Norm oder Standard auszugehen. Natürlich sollst du dabei deine Zielgruppe im Blick behalten. Anhaltspunkte und Tipps für deine diversityinklusive Kommunikation bieten dir meine <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-check-selbst-anwenden/">Diversity-Checkliste</a> oder die <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-sprechstunde/">Diversity-Sprechstunde</a>.</p>
<h2>2. Geschlechtergerechte Sprache</h2>
<p>Auch das gehört zu inklusiver Kommunikation: Indem du deine Texte und Sprache genderst, schließt du alle Geschlechter ein. Wahrscheinlich kennst du schon die ein oder andere Variante – neutrale Formulierungen, Sternchen, Unterstrich und Doppelpunkt usw. Über diesen Teil Vielfalt wertschätzenden Kommunizierens wird schließlich besonders viel diskutiert. <strong>Die eine richtige Art zu gendern gibt es nicht</strong>. Wie du die passende Variante für deine Texte findest und einfach anwendest, erfährst du in meinen <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/category/gendern/">Blogartikeln der Kategorie Gendern</a>. Außerdem kannst du mein Buch „<a href="https://www.wiley-vch.de/de/fachgebiete/geistes-und-sozialwissenschaften/richtig-gendern-fuer-dummies-978-3-527-71818-4">Richtig gendern für Dummies</a>“ lesen oder an einem meiner „Gendern leicht gemacht“-Workshops teilnehmen.</p>
<hr />
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1690 " src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Newsletterfreebie.png" alt="Titelseite des Workbooks mit der Aufschrift: Gendern leicht gemacht. Das Arbeitsbuch für Selbstlernende. Vom oberen Bereich der Seite regnen goldene Sternchen herab. Oben rechts ist das LCR-Logo in Blau zu sehen, unten links ein Foto von Lucia und rechts ein pinkfarbenes Notizbuch mit passendem Stift." width="266" height="376" />Melde dich jetzt zu meinem Diversity-Newsletter an und erhalte als kleines Dankeschön das „Gendern leicht gemacht“-Workbook für Selbstlernende! Außerdem informiere ich dich regelmäßig über neue Workshop-Termine, spannende Diversity-News, aktuelle Blogartikel und Projekte sowie persönliche Erkenntnisse auf meinem Weg Vielfalt wertschätzender Kommunikation.</p>
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<h2>3. Diskriminierungsfreie Kommunikation</h2>
<p>Gesellschaftliche Vielfalt bewusst einzubeziehen, ist das eine. Diskriminierende Formulierungen und Bilder, Stereotype und Klischees zu vermeiden, das andere, was es zum Vielfalt wertschätzenden Kommunizieren braucht. Gerade am Anfang passiert es Kreativen oft, dass sie zwar vielfältige Lebensrealitäten in ihrem Content einbeziehen, sie aber <strong>stereotyp oder sogar abwertend und benachteiligend darstellen</strong>. Nicht zu unterschätzen ist auch „positive“ Diskriminierung wie Inspiration-P0rn oder die pauschale Zuschreibung bestimmter „guter“ Fähigkeiten und Eigenschaften. Wann immer in deinem Kopf der Gedanke „Die sind eben so!“ aufploppt, ist das ein Alarmzeichen. Nun ist Achtsamkeit gefragt: Kennst du tatsächlich alle Menschen, die der „Die“-Gruppe angehören? Sind diejenigen, die du kennst, wirklich alle „so“? Und hat es etwas mit ihrer Gruppenzugehörigkeit zu tun, wie sie „sind“?</p>
<p>Diskriminierungsarm kommunizieren zu lernen, ist<strong> ein Prozess</strong>. Es ist nicht realistisch, dass du in kurzer Zeit die gesamte menschliche Vielfalt erfassen, verstehen und respektvoll mit ihr umgehen kannst – wenn das überhaupt jemals möglich ist. Lass dich also nicht von dem Umfang dieses Themas verunsichern, sondern fang an, das ist am wichtigsten. Es gibt viele verschiedene Diskriminierungsformen, zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>Rassismus</li>
<li>Sexismus</li>
<li>Queer-/Homo-/Transfeindlichkeit</li>
<li>Ableismus (Diskriminierung in Bezug auf Behinderung)</li>
<li>Ageismus (Diskriminierung in Bezug auf Alter)</li>
<li>Klassismus</li>
<li>Antisemitismus</li>
<li>Adultismus (Diskriminierung von Kindern)</li>
<li>Linguizismus (Diskriminierung in Bezug auf die (Erst-)Sprache)</li>
<li>…</li>
</ul>
<p>Indem du sie kennenlernst und dich explizit mit diskriminierenden Formulierungen oder Bildern und deren Herkunft auseinandersetzt, wirst du Stück für Stück Vielfalt wertschätzender kommunizieren.</p>
<h2>4. Gewaltfreie Kommunikation</h2>
<p>Die gewaltfreie Kommunikation ist ein Konzept, das von dem Psychologen Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde und auf Empathie als Grundvoraussetzung beruht. Es eignet sich beispielsweise für eine friedliche Konfliktlösung, kann aber auch in der alltäglichen Kommunikation hilfreich sein. Gewaltfreie Kommunikation erfolgt in vier Schritten:</p>
<ol>
<li><strong>Situation beobachten</strong>: Tritt innerlich einen Schritt zurück. Versuche festzustellen, was in der Situation tatsächlich passiert ist, was getan und was gesagt wurde.</li>
<li><strong>Gefühle wahrnehmen:</strong> Spüre in dich hinein und mach dir bewusst, welche Gefühle in dir aufsteigen. Frage dich, was die Situation mit dir macht und wie es dir damit geht.</li>
<li><strong>Bedürfnisse kommunizieren</strong>: Sage deinem Gegenüber, welche Bedürfnisse sich aus deinen Gefühlen ergeben. Teile ihm mit, was du gerade brauchst oder dir wünschst und was passieren würde, wenn dein Bedürfnis erfüllt würde. Bleibe bei dir und sende Ich-Botschaften, statt Schuldzuweisungen oder Vorwürfe.</li>
<li><strong>Bitten formulieren:</strong> Sage deinem Gegenüber, was es für dich tun und wie es dich unterstützen kann. Stelle keine Forderung, sondern bitte um das, was du dir von deinem Gegenüber im nächsten Schritt wünschst.</li>
</ol>
<p>Natürlich steckt noch viel mehr hinter dem Thema gewaltfreier Kommunikation; es gibt ganze Bücher und Trainings dazu! Indem du dich intensiver mit dieser Art des Miteinandersprechens beschäftigst, lernst du, wertschätzender auf andere Menschen zuzugehen.</p>
<h2>5. Barrierefreie Kommunikation</h2>
<p>Kommunikationsbarrieren abzubauen hilft, <strong>Inhalte allen zugänglich zu machen</strong> – also auch Menschen mit Behinderung. Realisieren kannst du das durch verschiedene Maßnahmen wie:</p>
<ul>
<li>eine <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/barrierefreie-website/">barrierefrei gestaltete Website</a></li>
<li>indem du <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/untertitel-erstellen/">Videos mit Untertiteln</a> und <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/alternativtexte-schreiben/">Bilder mit Alternativtexten versiehst</a></li>
<li>durch Textvertonungen oder Audiodeskription</li>
</ul>
<p>Außerdem zählen Systeme wie die Brailleschrift, das Lormen (ein Tastalphabet), Gebärdensprache oder Leichte Sprache zu den barrierearmen Kommunikationsarten. Barrierefreie Contentgestaltung fängt aber schon weit vor der Redaktion an: Auch die technischen Möglichkeiten müssen gegeben sein. Dazu gehört es, Bereiche wie Programmierung, Dokumente, Funktionen und <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/feministisches-webdesign/">Design barrieren- und diskriminierungssensibel umzusetzen</a>. Für Texte ist vor allem wichtig, dass sie <strong>verständlich geschrieben </strong>sind, die Schrift ausreichend groß und kontrastreich ist und du eine leicht lesbare Schriftart verwendest. Interessant zu wissen ist auch, wie du möglichst <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/barrierefrei-gendern/">barrierefrei gendern</a> kannst.</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CVc4PUOsDNz/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CVc4PUOsDNz/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Lucia Clara Rocktäschel (@diversity_texterin)</a></p>
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</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<h2>6. Visuelle Kommunikation</h2>
<p>Bilder machen Inhalte leichter verständlich und zugänglicher. So gibt es bei einigen Vorträgen oder Konferenzen inzwischen bunt gestaltete <strong>Live-Visualisierungen</strong>. Auch für Texte in Leichter Sprache werden zusätzlich leichte Bilder verwendet.</p>
<p>Durch Bilder transportierst du jedoch oft noch unbewusster Stereotype und diskriminierende Darstellungen als durch deine Sprache. Deshalb ist es wichtig, achtsam zu sein und immer zu hinterfragen, <strong>warum du welches Bild mit einer bestimmten Personengruppe in Verbindung bringst</strong>. Deine Texte kannst du durch einen Diversity-Check oder ein Sensitivity-Reading prüfen lassen. Das funktioniert natürlich auch bei Fotos, Illustrationen und Bewegtbild.</p>
<h2>7. Leichte und Einfache Sprache</h2>
<p>Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Sprache zu vereinfachen und so unterschiedlichen Zielgruppen zugänglicher zu machen. Die Leichte Sprache ist die am stärksten vereinfachte Variante, die vor allem für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen konzipiert wurde. Texte in Leichter Sprache folgen festen Regeln und müssen grundsätzlich von einer Prüfgruppe gegengelesen werden. Die Einfache Sprache ist eine Zwischenstufe zwischen Leichter und Standardsprache. Dann gibt es noch die „bürgernahe“ Sprache, die alltagssprachlich gestaltet ist und weitgehend <strong>ohne Fachsprache oder Fremdwörter auskommt</strong>. Alternativ kannst du schwierige Begriffe erklären oder ein Glossar anlegen.</p>
<p>Deine Texte werden je nach Branche vermutlich am ehesten in „bürgernaher“ Standardsprache verfasst sein. Zusätzlich bieten viele Websitebetreibende eine Version in Leichter und/oder Einfacher Sprache an. Diese Versionen lesen neben der ursprünglichen Zielgruppe zum Beispiel auch Menschen, die gerade erst Deutsch lernen, eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben, funktionale Analphabet*innen sind, Gebärdensprache als Erstsprache haben oder von einer Hirnschädigung oder Demenz betroffen sind. Lies dazu gern den Gastartikel von Expertin Andrea Halbritter und erfahre <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/leichte-sprache/">elf spannende Fakten über die Leichte Sprache</a>.</p>
<blockquote><p>Welche dieser sieben Kommunikationswege wendest du bereits an in deinem Arbeitsalltag? Welche Schwierigkeiten begegnen dir dabei? Schreib es in die Kommentare!</p></blockquote>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/45e81fd703fc4fdb8e18bcc7e98cd32b-1.gif" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/vielfalt-wertschaetzend-kommunizieren/">7 Wege, Vielfalt wertschätzend zu kommunizieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Texte über die Liebe vielfältig gestalten</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/liebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jun 2021 12:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.lucia-clara-rocktaeschel.de/liebe/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Love is love – aber Liebe ist vielfältig! Liebe lässt sich nicht in Kategorien pressen. Allen, die diese Erkenntnis nachfühlen wollen, kann ich nur empfehlen, ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Texte über die Liebe vielfältig gestalten" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/liebe/#more-674" aria-label="Mehr Informationen über Texte über die Liebe vielfältig gestalten">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/liebe/">Texte über die Liebe vielfältig gestalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Love is love – aber Liebe ist vielfältig! Liebe lässt sich nicht in Kategorien pressen. Allen, die diese Erkenntnis nachfühlen wollen, kann ich nur empfehlen, sich einmal mit Polyamorie und „alternativen Liebeskonzepten“ zu beschäftigen. Bücher und Content zu diesen Themen lehren so viel über die Liebe. Sie haben mir geholfen, ein wenig unabhängiger von gesellschaftlichen Konventionen zu denken und meine eigene Beziehung nach meinen und unseren Vorstellungen zu gestalten.</p>
<p>Geschlechtliche, sexuelle, romantische und Beziehungsvielfalt werden im Pride-Month Juni gefeiert! Doch nicht nur jetzt, sondern das ganze Jahr über stellt sich die Frage: <strong>Wie gehen wir beim Texten, Lektorieren oder Berichten mit dieser Vielfalt der Liebe um?</strong> Wie vermeiden wir es, Stereotype zu bedienen, in Klischeefallen zu tappen und Liebende auszuschließen? In diesem Artikel erfährst du es!</p>
<h2>Glossar: So vielfältig ist die Liebe</h2>
<p>Liebe entfaltet sich zwischen Menschen aller Geschlechter und jeglicher sonstiger Eigenschaften. Natürlich beeinflussen Kulturen, Gesellschaften und Normen mit ihrer ganzen Geschichte, <strong>wen und wie wir lieben</strong> – beziehungsweise, welche Formen der Liebe wir als „normal“ und welche als abwegig wahrnehmen. Diese Einflüsse lassen sich nicht mal eben in wenigen Zeilen erklären. Es lohnt sich aber, einmal <strong>die eigene Haltung zu hinterfragen</strong>: Hast du bestimmten Liebes- und Beziehungsformen gegenüber Vorbehalte? (Logisch, dass eine Beziehung nur in Übereinkunft zwischen einwilligungsfähigen Individuen möglich ist.)</p>
<p>Um dir verständlich zu machen, wie vielfältig Liebe aussehen kann, habe ich dir ein paar Begriffe zusammengestellt, deren Bedeutung du kennen solltest:</p>
<ul>
<li><strong>heterosexuell/heteroromantisch:</strong> Menschen, die sich sexuell bzw. romantisch von Personen eines anderen als dem eigenen Geschlecht angezogen fühlen – der Heteronorm entsprechend in der Regel Männer zu Frauen und Frauen zu Männern</li>
<li><strong>homosexuell/homoromantisch:</strong> Menschen, die lesbisch oder schwul sind bzw. sich von Personen desselben/ähnlichen Geschlechts sexuell bzw. romantisch angezogen fühlen</li>
<li><strong>bisexuell/biromantisch:</strong> Personen, die sich von Menschen desselben <em>und</em> eines oder mehrerer anderer Geschlechter angezogen fühlen</li>
<li><strong>pansexuell/panromantisch:</strong> Menschen, die sich von Personen unabhängig ihres Geschlechts angezogen fühlen</li>
<li><strong>asexuell/aromantisch:</strong> Menschen, die sich gar nicht oder weniger stark sexuell und/oder romantisch von anderen Personen angezogen fühlen</li>
<li><strong>demisexuell/demiromantisch:</strong> Menschen, die sich erst sexuell bzw. romantisch von einer anderen Person angezogen fühlen, wenn sie mit dieser eine vertrauensvolle emotionale Beziehung aufgebaut haben</li>
<li><strong>polysexuell/polyromantisch:</strong> Menschen, sie sich sexuell bzw. romantisch von Personen verschiedener, aber nicht unbedingt aller Geschlechter angezogen fühlen</li>
<li><strong>polyamourös:</strong> Menschen, die mit mehreren Personen gleichzeitig sexuelle oder romantische Beziehungen führen (i. d. R. im Einverständnis aller Beteiligten)</li>
<li>(<strong>queer-)platonisch:</strong> Menschen, die enge, intime emotionale Beziehungen mit anderen Personen führen, die sexuellen bzw. romantischen Beziehungen ähneln – nur ohne Romantik und Sex (z. B. zwischen asexuellen/aromantischen Personen oder auch zusätzlich zu einer romantischen/sexuellen Beziehung)</li>
</ul>
<p><strong>Quelle</strong> und weitere Definitionen: <a href="https://queer-lexikon.net/glossar/">https://queer-lexikon.net/glossar/</a></p>
<h2>Ist die Ehe diskriminierend?</h2>
<p>Während du das Glossar gelesen hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass diese Liebes- und Beziehungsformen in unserer Gesellschaft <strong>nicht alle den gleichen Stellenwert haben</strong>. Vielleicht hast du von einigen der Begriffe sogar noch nie etwas gehört. Bei der Liebe denken viele von uns direkt an Paarbeziehungen, meist hetero, die schließlich in Ehe, Haus und Kindern münden. Wer single ist, wird bemitleidet. Wer keine Kinder hat, wird vor allem als Mensch mit Uterus ständig gefragt, warum nicht. Und wer mehr als eine_n liebt, darf sich auf einiges an Diskriminierung gefasst machen. Auch gesetzlich.</p>
<p>Seit 2017 gibt es in Deutschland zwar die „Ehe für alle“ – aber wirklich für alle existiert sie eigentlich nicht. Inter, trans und nichtbinäre Menschen müssen auf dem Weg zur Hochzeit nach wie vor einige Hürden überwinden. Und eine <strong>Ehe zwischen mehr als zwei Personen ist hierzulande bei Strafe verboten</strong> – genauso wie in weiten Teilen der Welt. In 40 Ländern, vor allem im afrikanischen und arabischen Raum, ist Polygamie jedoch erlaubt – allerdings oft unter ganz anderen Vorzeichen. Die meisten erlaubten Poly-Ehen bestehen aus einem Mann und vielen Frauen. Das UN-Menschenrechtskomitee sieht darin eine Abwertung und Diskriminierung von Frauen.</p>
<p>Manche <strong>hinterfragen das Konzept Ehe grundsätzlich</strong>: Warum sollte eine bestimmte Art der zwischenmenschlichen Beziehung anderen gegenüber bevorzugt werden? Ein häufiges Argument ist die Gründung einer Familie. Doch längst nicht alle Eheleute wollen oder bekommen Nachwuchs. Und Familie beschränkt sich nicht auf Blutsverwandtschaften und „Mutter, Vater, Kind“. In einigen queeren Familien werden andere Konzepte gelebt – wie zum Beispiel das Co-Parenting.</p>
<p>Ich will dir damit nicht sagen, was richtig oder falsch ist, sondern einfach verschiedene Perspektiven auf das Thema zeigen, mit denen du dich gern weiter beschäftigen kannst.</p>
<h2>Wie du inklusiv über die Liebe schreibst</h2>
<p>Wenn dir jetzt der Kopf brummt, merkst du schon, wie klein der Ausschnitt war, den du zum Thema Liebe bisher im Blick hattest. Dein nun erweiterter Horizont soll dich beim Schreiben gar nicht einschränken. Im Gegenteil: <strong>Je mehr Vielfalt ich in mein Denken lasse, desto kreative werde ich! </strong>Damit es dir bald auch so geht, möchte ich dir ein paar konkrete Ideen mit auf den Weg geben, die Liebe inklusiv und wertschätzend zu beschreiben.</p>
<h3>1. Verwende vielfältige Darstellungen</h3>
<p>Nein, du musst jetzt nicht in jedem Satz über die Liebe sämtliche Beziehungsformen mitnennen – und du sollst auch kein <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/queerbaiting/">Queerbaiting</a> betreiben. Aber wenn du <strong>Liebe realistisch darstellen</strong> willst, möchte ich ganz selbstverständlich auch mal einen lesbischen oder schwulen Kuss, eine Regenbogenfamilie oder ein Throuple Hand in Hand in Hand gehen sehen.</p>
<h3>2. Informiere dich über verschiedene Liebes- und Lebenskonzepte</h3>
<p>Dir kommen bei Polyamorie und queeren Beziehungen nur Klischees in den Kopf? Lerne die Liebes- und Lebenskonzepte verschiedener Kulturen und Menschen kennen! Ich habe zum Beispiel das Buch „<a href="https://www.piper.de/buecher/treue-ist-auch-keine-loesung-isbn-978-3-492-30540-2">Treue ist auch keine Lösung</a>“ gelesen (vom Titel nicht irritieren lassen), mit Freund_innen gesprochen, einige Folgen aus dem <a href="https://open.spotify.com/show/7cnyJ94AkVZzDf6F7PORa1">Podcast „Vogelperspektive“</a> gehört – und natürlich stehen dir <strong>die Weiten des Internets und der sozialen Medien</strong> mit vielen weiteren Infos und Erfahrungsberichten zur Seite.</p>
<h3>3. Vermeide Stereotype</h3>
<p>Mal ehrlich – wie sehr entsprachen deine bisherigen Beziehungen den Darstellungen in Romantikkomödien oder Märchenfilmen? Wenn das deine Realität ist, dann bist du eine_r von wenigen. <strong>Streiche stereotype Rollenbilder</strong> aus deinen Texten und lass dir mal was Neues (und Realistischeres) einfallen. Setze nicht voraus, dass all deine Protagonist_innen und Leser_innen in heteronormen Paarbeziehungen leben! Beschreibe Eltern nicht immer als den Vater und die Mutter mit klischeehafter Eigenschafts- und Aufgabenverteilung. Die Welt ist vielfältiger als das!</p>
<h3>4. Erweitere dein Sortiment auf queere Menschen</h3>
<p>Vielleicht bietest du selbst Produkte an, die sich an Liebende oder Familien richten. Jedes gleichgeschlechtliche Paar ist genervt, wenn Hochzeitsdeko nur für „Mr. &amp; Mrs.“ verkauft wird, Paartarife schließen womöglich den Dritten und die Vierte aus und Kinder wünschen sich ein Bilderbuch, in dem sie ihre Familie wiedererkennen können.</p>
<h3>5. Formuliere deine Texte inklusiver</h3>
<p>Bezieht sich dein Text auf Liebe, Beziehung oder Familie, dann schließe die Vielfalt der Liebe auch durch deine Formulierungen mit ein. Dazu gehört zum Beispiel eine <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/category/gendern/">gendergerechte Sprache</a>. Und wenn du ein bisschen um die Ecke denkst, findest du leicht Wege, <strong>alle anzusprechen, ohne jede Beziehungsform explizit mitnennen zu müssen</strong>. Ein Beispiel: Statt „Bei uns findest du tolle Geschenke für deine_n Partner_in“ schreibst du einfach „Bei uns findest du tolle Geschenke für deine Liebsten“. Mit entsprechender Illustration und durch den Kontext machst du deutlich, um welche Liebsten es sich handelt – zum Beispiel Freund_innen, Verwandte oder Partner_innen. Nebenbei erweiterst du so vielleicht noch deine Zielgruppe!</p>
<h2>Zum Schluss: (Queere) Liebe existiert…</h2>
<p>Behalte immer im Kopf, dass Liebe vielfältig ist, wenn du über sie schreibst und sprichst. Beziehe alle ihre Facetten mit ein und <strong>schreibe so interessanter, vor allem aber inklusiv</strong> und für alle Menschen. Denn Liebe existiert…</p>
<ul>
<li>zwischen zwei, drei oder mehr Menschen</li>
<li>auf romantischer, sexueller oder platonischer Ebene</li>
<li>zwischen Menschen aller Geschlechter</li>
<li>unabhängig von Herkunft, Körperbau, Behinderung oder Aussehen</li>
<li>zwischen dir und dir</li>
<li>manchmal auch nicht, obwohl sie zu bestimmten Menschen vorausgesetzt wird</li>
<li>zwischen Freund_innen, auf Distanz oder zwischen Menschen, die sich nur aus dem Internet kennen</li>
<li>in deiner Fantasie</li>
<li>und im echten Leben</li>
<li>auf ihre eigene Weise.</li>
</ul>
<p>  Wie könntest du diese Vielfalt der Liebe noch in deinen Texten sichtbar machen? Schreib deine Ideen in die Kommentare!<br />
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/liebe/">Texte über die Liebe vielfältig gestalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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		<title>Feministisches Webdesign: inklusiv und wertschätzend – studiokwi im Interview</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/feministisches-webdesign/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 May 2021 08:06:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Du überlegst, dein Webdesign barrierefrei, Vielfalt wertschätzend, diskriminierungsarm und vielleicht sogar feministisch zu gestalten? Dann ist kadi vom studiokwi genau die richtige Ansprechpartnerin für dich. ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Feministisches Webdesign: inklusiv und wertschätzend – studiokwi im Interview" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/feministisches-webdesign/#more-670" aria-label="Mehr Informationen über Feministisches Webdesign: inklusiv und wertschätzend – studiokwi im Interview">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/feministisches-webdesign/">Feministisches Webdesign: inklusiv und wertschätzend – studiokwi im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Du überlegst, dein Webdesign barrierefrei, Vielfalt wertschätzend, diskriminierungsarm und vielleicht sogar feministisch zu gestalten? Dann ist kadi vom studiokwi genau die richtige Ansprechpartnerin für dich. Sie hat sich nämlich <strong>auf inklusives feministisches Design spezialisiert</strong>. Im Interview beschreibt sie nicht nur ausführlich, wie sie zu dieser klaren Positionierung gefunden hat. Sie gibt dir auch jede Menge wertvolle Tipps für deine eigene Website-Gestaltung mit! Gefragt hatte ich ja nur nach drei Tipps, bekommen mehr als das Doppelte. Schau dir jetzt kadis Antworten auf meine fünf Fragen zu feministischem Webdesign an!</p>
<h2>1. Was bedeutet antidiskriminierendes und feministisches (Web-)Design für dich?</h2>
<p>Der Weg zum diskriminierungsfreien und queerfeministischen Design war ein längerer Prozess. Ich habe vor Jahren begonnen, <strong>mich mit meinen Privilegien als weiße, nicht-behinderte cis-Frau [i] auseinanderzusetzen</strong>. Gleichzeitig – während meines Studiums – begann ich auch, das Kommunikationsdesign generell zu hinterfragen und stellte mir immer wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Design. Ich fand schnell Gefallen daran, Dinge so zu gestalten, dass sie für alle einfach erkennbar und logisch sind, anstatt abgefahrene Entwürfe abzuliefern.</p>
<p>Etwas später begann auch die feministische Sichtweise in mir immer mehr zu wachsen und ich sah die Welt – vor allem die Design- &amp; Tech-Branche – mit anderen Augen. Wir leben in einer Welt, in der die meisten Dinge, mit denen wir tagtäglich zu tun haben, in patriarchalen Strukturen geschaffen wurden, und ich möchte, dass sich das ändert. Meine Arbeit dreht sich neben den gängigen Designleistungen (web, grafik, print) vor allem um <strong>Geschlechtersensibilität, Intersektionalität </strong>[i]<strong> und Inklusion</strong>.</p>
<p>Konkret bedeutet das für meine Arbeit und auch für mich persönlich, immer wieder die eigenen Privilegien und Standpunkte zu hinterfragen und Diskriminierungsformen im Blick zu haben. Ich als Frau will keinen Sexismus erfahren. Genauso möchte ich mich als Designerin und als Ally [i] aktiv bemühen, dass People of Color und Schwarze Menschen keinen Rassismus durch z. B. Design erfahren. Und ich möchte verhindern, dass Menschen durch Gestaltung und Design behindert werden [i]. <strong>Für mich gehören Feminismus und Inklusion ganz klar zusammen</strong>.</p>
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<h2>2. Wie setzt du deinen antidiskriminierenden und feministischen Ansatz im Webdesign in der Praxis um? Kannst du vielleicht ein, zwei Beispiele nennen?</h2>
<p>Mir ist es wie schon gesagt sehr wichtig, dass Informationen und Inhalte <strong>für alle Menschen verständlich </strong>sind. Also versuche ich, <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/category/barrierefreiheit/">Barrierefreiheit</a> in jedem Auftrag so gut es geht anzusprechen und zu berücksichtigen. Manchmal muss ich viel erklären – manchmal werde ich extra deswegen beauftragt – Tendenz steigend :). Wie das dann umgesetzt wird, hängt natürlich immer von den Auftraggebenden, der Art und dem Umfang des Auftrags ab: Eine Website hat andere Kriterien als ein Flyer. Aber egal welches Produkt – der gemeinsame Nenner ist und bleibt, dass alle Menschen Zugang zu den enthaltenen Informationen haben sollten. Das klappt nicht immer reibungslos (dazu später mehr), aber ich denke, der Weg ist entscheidend – und wir befinden uns auch hier in einem Prozess, der noch in vollem Gang ist.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel aus meinem Arbeitsalltag ist der Punkt der <strong>Diskriminierungsfreiheit in Bezug auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt</strong>. Ziel meiner Gestaltung ist, zu empowern und Menschen zu ermutigen, ihr Ding zu machen. Das geht nur, indem ich aktiv Rollenklischees hinterfrage und mir Lösungen überlege, die frei von Diskriminierung sind. Das beginnt schon bei der Ansprache von Kund*innen und der Klärung des Pronomens und des gewünschten Namens (nicht alle Menschen tragen den Namen, den sie bei ihrer Geburt bekommen haben – müssen diesen aber z. B. im Impressum angeben).</p>
<h3>„Meine Grundeinstellung bildet die Basis sämtlicher Gestaltung“</h3>
<p>In der Darstellung von Menschen in Illustrationen oder Fotos ist es besonders wichtig, <strong>geschlechtersensibel zu sein und Stereotype zu dekonstruieren</strong>. Das plakativste Negativ-Beispiel wäre ein Foto, auf dem ein stehender cis Mann einer sitzenden Frau etwas am Computer erklärt. Ein absolutes No-Go, was ich aber leider immer und immer wieder sehen muss. Außerdem stelle ich mir Fragen wie: Welche Schrift wirkt authentisch und gleichzeitig empowernd? Welche Farben sind zwar gesellschaftlich belegt, aber verdienen eine feministische Rückeroberung?</p>
<p>Es gibt von Auftrag zu Auftrag immer wieder neue Bereiche, in die ich mich erstmal reindenken muss. Ich glaube, das wichtigste bei meiner Arbeit ist meine Grundeinstellung. Die bildet die Basis sämtlicher Gestaltung.</p>
<h2>3. Welche Erfahrungen machst du mit deiner Arbeit? Bekommst du eher positive Reaktionen oder stößt du auch auf Unverständnis? Wirst du gezielt wegen deines Fokus auf feministisches Webdesign gebucht?</h2>
<p>Ich mache zurzeit ganz viele tolle Erfahrungen – vor allem im inklusiven und im feministischen Kontext. Ich arbeite mit unglaublich tollen FINTA* [i] zusammen und begleite viele spannende Projekte. Und das Feedback ist toll – darauf bin ich insgeheim sehr stolz. Außerdem habe ich das Gefühl, durch soziale Medien in einem unglaublich tollen Netzwerk  vieler toller FINTA* aus dem Kreativbereich zu sein. Das hilft über feministische Einzelkämpfe hinweg, die es natürlich auch gibt.</p>
<p>Ich habe auch das Gefühl, dass<strong> feministisches sowie inklusives Design immer gefragter werden</strong> – was großartig ist! Ich hoffe, dass in Zukunft noch viel mehr in diese Richtung passiert und dass ich irgendwann niemandem mehr erklären muss, warum Schriftgröße 9 pt keine gute Idee ist oder dass hellgraue Schrift auf gelbem Hintergrund einfach nicht klar geht.</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CIQq-UMHR0f/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="13">
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<h2>4. Was muss sich aus deiner Sicht ändern, damit Websites diskriminierungsärmer werden?</h2>
<p>Momentan beschäftige ich mich häufig mit <strong>technischen Schwierigkeiten im Bereich Barrierefreiheit</strong>. Die Tools, die ich z. B. zum Erstellen einer Website nutze, wurden größtenteils von nichtbehinderten Programmierern (bewusst gegendert) entwickelt. Das Problem, das ich sehe, ist die strukturelle Diskriminierung, die dahinter liegt.  Wenn schon die Basis – in diesem Fall die Technik – Barrieren baut, dann stimmt die Basis nicht. Alles was ich als Designerin tun kann, ist das Beste draus zu machen und zu versuchen, die Fehler zu korrigieren. Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft einfach <strong>schon beim Planen der „Basis“ inklusiv gedacht wird</strong> und mehr Diversity in den Bereich Webentwicklung einfließt.</p>
<h2>5. Welche Tipps hast du für Selbstständige oder kleine Unternehmen, die ihre eigene feministische Website erstellen oder erstellen lassen wollen?</h2>
<p>Ich habe ein paar Grundsätze, die meine tägliche Arbeit begleiten. Einer davon ist „<strong>Form Follows Function“.</strong> Mein Tipp dazu: Überlegt euch zuerst, um was es genau bei der Website geht, was das Ziel und wer die Zielgruppe ist und welche Inhalte wirklich wichtig sind, damit ihr euer Ziel erreichen könnt. Dann baut die Struktur auf und plant bis ins Detail, wie sich die Menschen auf eurer Website bewegen sollen – ein bisschen so, als würdet ihr einen Parcour bauen: Wo wird per Button gesprungen und wohin, was ist das Ziel und wie wird es erreicht. Erst wenn das alles gut überlegt ist, entwickelt ihr das Design.</p>
<p>Bedenkt bei der Planung und Umsetzung auch die folgenden wichtigen Punkte.</p>
<h3>SEO (Suchmaschinenoptimierung)</h3>
<p>Wie gut wird eure Seite im Web gefunden und wie schafft ihr es, dass sie in der Suche relativ weit oben auftaucht?</p>
<h3>Page Speed</h3>
<p>Wie groß ist z. B. die Datenmenge eurer Website, wie sind eure Bilder dimensioniert usw.? Das hat <strong>große Auswirkungen auf die</strong> <strong>Nachhaltigkeit</strong> und auf die SEO. Auch wie schnell die Server eurer Hostingagentur arbeiten und ob die z. B. Öko-Strom nutzen, spielt eine wichtige Rolle.</p>
<h3>Barrierefreiheit</h3>
<p>Wie barrierefrei ist eure Website? Sind die Überschriften sinnvoll strukturiert? Ist die HTML-Struktur korrekt angelegt? Sind <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/alternativtexte-schreiben/">Alternativtexte für Bilder</a> hinterlegt? Sind eure Buttons auch für Screenreader erkennbar? Und vieles mehr… (All das spielt übrigens auch bei der SEO eine Rolle).</p>
<h3>Zielgruppe</h3>
<p>I<strong>st eure Zielgruppe heteronormativ definiert? </strong>Wie wäre es z. B., Geschlechterrollen zu dekonstruieren und bislang Erlerntes zu hinterfrage? Die Welt ist bunt und vielfältig – genauso solltet ihr auch eure Zielgruppen sehen. Also Weg mit den staubigen, heteronormativen „m/w-Personas“. Seid offen für alles für euch Neue.</p>
<h3>Bildsprache</h3>
<p>Hinterfragt Rollenklischees und stellt die Menschen empowernd dar! Es gibt mittlerweile einige <a href="https://gesellschaftsbilder.de/">Bildagenturen, die Vielfalt in den Bildern zeigen</a> und Fotos fernab von Klischees anbieten. Schreibt mich gern an für mehr Infos: <a href="https://www.instagram.com/studiokwi/">instagram.com/studiokwi</a> 🙂</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CHpsNxznppp/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="13">
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<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CHpsNxznppp/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von kwikwi (@studiokwi)</a></p>
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<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<h3>Gendern</h3>
<p>Aus meiner Sicht ist Gendern total wichtig. Ich will nicht länger stumm mitgemeint, sondern wahrgenommen und direkt angesprochen werden! Studien belegen: Wer z. B. eine männliche Berufsbezeichnung liest oder hört, denkt an einen Mann. Das generische Maskulinum liefert falsche Informationen und schließt mich und andere FINTA* [i] aus. Das macht unsichtbar. <strong>ALLE sind gleich wichtig. Alle sind gleich viel wert!</strong> Gendern bringt genau das auf den Punkt. Also gendere ich. Das bedeutet, ich drücke mich <a href="https://www.instagram.com/explore/tags/geschlechtergerecht/">geschlechtersensibel</a> aus.</p>
<p>Gendern ist ein Prozess und noch lange nicht abgeschlossen. Das ist toll – denn wir alle können mitwirken. Zurzeit ist das Gendersternchen mein Top-Genderzeichen. Zu <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/gendern-und-seo/">Gendern und Suchmaschinenoptimierung</a> hat Lucia sicher den einen oder anderen Tipp … 🙂</p>
<h3>Page-Builder</h3>
<p>Gerade bei den bekannten und allseits beliebten Page-Buildern gibt es vor allem in punkto Barrierefreiheit und Page-Speed oft Probleme, die nicht so einfach, ohne tiefer in die Materie einzusteigen, behoben werden können. Das sollte bei der Erstellung einer Website immer bedacht werden.</p>
<p>Eine Website ist – wenn sie gut gestaltet wird, richtig aufgebaut und nachhaltig ist – ein tolles Tool, um sich, das eigene Projekt oder Thema der Welt zu präsentieren. Eine Website bedeutet aber auch Arbeit – denn <strong>sie muss gepflegt und gewartet werden</strong>, immer wieder an den technischen Fortschriftt angepasst werden und sollte auch regelmäßig inhaltlich überarbeitet werden (SEO).</p>
<h2>Über Kathrin Windhorst</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1602 size-full" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Studiokwi_KathrinWindhorst_webdesign.jpg" alt="Kathrin Windhorst sitzt an einem Schreibtisch aus Holz mit Tablet und Stift in den Händen. Sie schaut herausfordernd in die Kamera." width="714" height="1000" />Mit über 10 Jahren Erfahrung als Art-Direktorin, Dozentin und Fotografin habe ich mich 2016 mit <a href="https://www.kwikwi.org/">studiokwi</a> selbstständig gemacht, um mich beruflich zu entfalten und meine eigenen Ideen umzusetzen. Nach meinem B. A. in Kommunikationsdesign und Fotografie, Weiterbildungen in der Jugend- und Erwachsenenbildung und kunstpädagogischen Fortbildungen sowie mehrjähriger Erfahrung als persönliche Assistenz bin ich heute – neben der Art-Direction – auch für verschiedene Bildungsträger tätig. Hier gebe ich unter anderem Medien-Workshops an Schulen zu Themen wie Antirassismus und sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.</p>
<p><strong>Design bedeutet Verantwortung dafür zu übernehmen,<br />
wie etwas in die Welt getragen wird.</strong></p>
<p>Diversität und der Blick auf Intersektionalität sind mir persönlich wie beruflich sehr wichtig und deshalb – genauso wie Gendern und diskriminierungsfreie Gestaltung – tief in der <a href="https://www.kwikwi.org/#philosophie">Philosophie</a> und Arbeitsweise von studiokwi verankert. Ich arbeite mit einem vielfältigen Team aus den Bereichen Design, Illustration, Typografie, Text, SEO und Webentwicklung  zusammen.</p>
<p>Ich engagiere mich viel im sozialen Bereich, zu queerfeministischen Themen und interessiere mich sehr für Diversity, unter anderem im Bildungsbereich und der Digitalisierung.</p>
<h3>Hier findest du kadi:</h3>
<p><a href="http://www.kwikwi.org/">www.kwikwi.org</a></p>
<p><a href="http://www.instagram.com/studiokwi">www.instagram.com/studiokwi</a></p>
<p><a href="https://www.linkedin.com/in/kwikwi/">www.linkedin.com/in/kwikwi</a></p>
<h2>Begriffserläuterungen von kadi</h2>
<p><strong>[i] </strong></p>
<p><strong>Ableismus </strong></p>
<p>Beschreibt die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, indem Menschen an bestimmten Fähigkeiten – Laufen, Sehen, sozial Interagieren – gemessen und auf ihre Beeinträchtigung reduziert werden. Ableismus betont die Ungleichbehandlung, Grenzüberschreitungen und stereotypen Zuweisungen, die Menschen wegen ihrer Behinderung erfahren. Es gibt eine normative Vorstellung davon, was Menschen leisten oder können müssen. Wer von dieser Norm abweicht, wird als behindert gekennzeichnet und als minderwertig wahrgenommen.</p>
<p><strong>Ally</strong>: <strong>Verbündete*r/Unterstützer*in. </strong>Eine Person, die selbst nicht Teil einer marginalisierten Gruppe ist, aber diese aktiv unterstützt. Die Person arbeitet aktiv daran, Intoleranz zu beenden, klärt auf und nutzt ihre Position (nicht Teil der marginalisierten Gruppe zu sein), um sich für die Gleichstellung diskriminierter Personen einzusetzen.</p>
<p><strong>behindert werden: </strong>Die Formulierung macht deutlich, dass Menschen nicht aufgrund ihrer individuellen Körper behindert SIND, sondern durch Barrieren und gesellschaftliche Ausschlüsse behindert WERDEN. Es sind nicht die individuellen Körper oder Fähigkeiten der Personen selbst, die Behinderung ausmachen, sondern Barrieren und fehlenden Zugänge.</p>
<p><strong>cis</strong>: Die Vorsilbe ‚cis‘ wird benutzt, um auszudrücken, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, dem sie bei der Geburt aufgrund der Genitalien zugewiesen wurde.</p>
<p><strong>FINTA*</strong>: Abkürzung für <strong>F</strong>rauen, <strong>I</strong>nter Menschen, <strong>N</strong>ichtbinäre Menschen, <strong>T</strong>rans Menschen und <strong>A</strong>gender Menschen. Das * steht für Personen, die keinem der oben genannten Geschlechter entsprechen.</p>
<p><strong>Intersektionalität </strong>berücksichtigt, dass Menschen oft wegen mehrerer Eigenschaften/ Identitäten benachteiligt und diskriminiert werden.</p>
<p><strong>People of Color/PoC: </strong>Der Begriff People of Color (im Singular Person of Color) ist eine <a href="https://diversity-arts-culture.berlin/woerterbuch/selbstbezeichnung"><strong>Selbstbezeichnung</strong></a> von Menschen, die Rassismus erfahren.</p>
<p><strong>Schwarz: </strong>Der Begriff Schwarz wird oft als Selbstbezeichnung von Menschen afrikanischer und afro-diasporischer Herkunft, Schwarzen Menschen, Menschen dunkler Hautfarbe und people of colo(u)r gewählt. Das großgeschriebene „S“ wird bewusst gesetzt, um eine sozio-politische Positionierung in einer mehrheitlich weiß dominierten Gesellschaftsordnung zu markieren und gilt als Symbol einer emanzipatorischen Widerständigkeitspraxis.</p>
<p>Diese Infos stammen unter anderem von</p>
<ul>
<li><a href="https://queer-lexikon.net/">https://queer-lexikon.net/</a></li>
<li><a href="https://diversity-arts-culture.berlin/woerterbuch/">https://diversity-arts-culture.berlin/woerterbuch/</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/feministisches-webdesign/">Feministisches Webdesign: inklusiv und wertschätzend – studiokwi im Interview</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>5 Tipps, deine Website Vielfalt wertschätzend zu gestalten</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/website-vielfalt-wertschaetzend-gestalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 May 2021 08:56:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.lucia-clara-rocktaeschel.de/website-vielfalt-wertschaetzend-gestalten/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn du mit deinem Blog oder Unternehmen für Vielfalt und Inklusion stehst, sollte auch deine Website diversitätssensibel gestaltet sein. Das erreichst du, indem du auf ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="5 Tipps, deine Website Vielfalt wertschätzend zu gestalten" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/website-vielfalt-wertschaetzend-gestalten/#more-666" aria-label="Mehr Informationen über 5 Tipps, deine Website Vielfalt wertschätzend zu gestalten">zum Beitrag</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/website-vielfalt-wertschaetzend-gestalten/">5 Tipps, deine Website Vielfalt wertschätzend zu gestalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de">Lucia C. Rocktäschel</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du mit deinem Blog oder Unternehmen für Vielfalt und Inklusion stehst, sollte auch deine Website diversitätssensibel gestaltet sein. Das erreichst du, indem du auf diskriminierungsfreie Kommunikation und barrierefreies Design achtest, aber auch durch die Dienstleister_innen, die du beauftragst. In diesem Artikel zeige ich dir fünf Wege, deine Website Vielfalt wertschätzend zu gestalten – und deine Haltung in die Tat umzusetzen.</p>
<h2>1. Diversitysensibles und nachhaltiges Webhosting</h2>
<p>Eine Vielfalt wertschätzend gestaltete Website fängt schon beim Hosting an. Ein Hostinganbieter stellt dir den Server und den erforderlichen Webspace für deine Website zur Verfügung. Schon hier kannst du verschiedene Kriterien berücksichtigen – zum Beispiel, wo der Hoster sitzt, wo die Server stehen und welche Werte das Unternehmen vertritt. Immer mehr Websitebetreiber_innen entscheiden sich für ein nachhaltiges, <strong>„grünes“ Hosting mit Ökostrom</strong>. Ein Fokus auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist nicht immer, aber oft ein Zeichen für eine wertschätzende Haltung. Umgekehrt gehören auch Bemühungen um Nachhaltigkeit zu einem diversitätssensiblen Unternehmen. Einen Vergleich verschiedener Anbieter findest du zum Beispiel im <a href="https://utopia.de/ratgeber/gruenes-webhosting-oekostrom/">Utopia-Ratgeber über grünes Webhosting</a>.</p>
<h2>2. Website-Erstellung und Webdesign</h2>
<p>Vor allem in Sachen Barrierefreiheit beginnt vieles schon bei der Programmierung und Gestaltung deiner Website. Nutzt du ein Content-Management-System (CMS) wie WordPress mit vorgefertigten Themes, kannst du bei der Suche direkt ein Häkchen bei <strong>„für Barrierefreiheit geeignet“ </strong>setzen. Gibt es die Funktion bei deinem CMS nicht, google einfach „[Dein CMS] barrierefreies Theme“. Damit ist es allerdings noch nicht getan: Beim Anpassen des Themes musst du immer darauf achten, dass es weiterhin barrierefrei bleibt. Möchtest du lediglich Farben und Schriftarten ändern, ist das kein Problem, sofern du Punkt 3 beachtest. Willst du mehr verändern, solltest du im Einzelfall gründlich recherchieren oder dich von einer Fachperson beraten lassen.</p>
<p>Arbeitest du mit einem_einer Webdesigner_in zusammen, sprich diese_n direkt auf Barrierefreiheit und diversitätssensibles Webdesign an. Oft findest du entsprechende Hinweise zur Arbeitsweise und Haltung der Person schon auf ihrer Website oder in den Bewertungen andere Kund_innen. Manche Dienstleister_innen sind sogar <strong>auf barrierefreie und diskriminierungsfreie Websitegestaltung spezialisiert </strong>– wie zum Beispiel Kadi vom <a href="https://www.kwikwi.org/">Studio kwikwi</a>, mit der ich zusammenarbeiten werde. So eine Spezialisierung gibt dir die Sicherheit, dass deine Wünsche in Sachen Diversity fachgerecht erfüllt werden können. Außerdem spiegelt sich deine Haltung auch darin wider, mit welchen Menschen du zusammenarbeitest.</p>
<h2>3. Redaktion und Vielfalt wertschätzende Texte</h2>
<p>Ist das Website-Gerüst erstellt, geht es an die Inhalte – also Unterseiten, Blog, Texte usw. Diese kannst du Vielfalt wertschätzend gestalten, indem du beispielsweise <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/category/gendern/">genderst</a>, diskriminierungsfreie Sprache verwendest und Aspekte der Barrierefreiheit berücksichtigst. Dazu zählen etwa die Überschriftenstrukturierung, Schriftart, -farbe und -kontrast, verständliche Sprache usw. Schau dir dazu auch meinen Artikel mit <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/barrierefreie-website/">7 Tipps für eine barrierefreie Website</a> an.</p>
<p>Betreibst du deine Website nicht allein, sondern zum Beispiel mit virtueller Assistenz oder einer eigenen Redaktion, sind <strong>einheitliche Richtlinien wichtig</strong>. Aber auch so kann es hilfreich sein, neben dem Corporate Design eine Corporate Language zu entwickeln – also eine einheitliche Sprache und Formulierungsweise. Möchtest du deine Texte schreiben lassen, lässt sich aus deinen Vorgaben leicht ein Briefing oder Leitfaden entwickeln.</p>
<p>Bist du nicht sicher, wie du Vielfalt wertschätzend schreiben kannst, helfe ich dir als Diversity-Texterin gern weiter. Wenn ich deine Texte schreiben soll, legen wir im Vorgespräch genau die Kriterien fest, die für dich und dein Unternehmen sprachlich wichtig sind. Du kannst dir aber auch einen <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/diversity-check/">Diversity-Check</a> und/oder eine Diversity-Sprechstunde mit mir buchen.</p>
<h2>4. Website-Diversity bei Bildern und Videos</h2>
<p>Auch bei der Wahl deines Bildmaterials solltest du <strong>Diversity-Aspekte berücksichtigen und stereotype Darstellungen vermeiden</strong>. Dabei hilft dir zum Beispiel die inklusive Fotodatenbank <a href="https://www.gesellschaftsbilder.de/">Gesellschaftsbilder.de</a>. Und im Blogartikel von Lilli Koisser findest du noch <a href="https://lillikoisser.at/diversity-fotos/">15 weitere Bilddatenbanken für diverse Marketingfotos</a>. Prüfe aber immer noch einmal mit deinem eigenen Wissen und im jeweiligen Kontext, ob ein Bild geeignet ist oder du vielleicht doch in die Klischeefalle tappen könntest.</p>
<p>Denke außerdem daran, deine Inhalte barrierefrei zu gestalten: Nutze <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/alternativtexte-schreiben/">Alternativtexte für deine Bilder</a>, <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/warum-untertitel/">Untertitel für Videos</a> und transkribiere deine Audioinhalte. Indem du deine Texte, Videos oder Podcastfolgen in verschiedenen Formaten veröffentlichst, machst du sie mehr Menschen zugänglich. So kann sich jede_r für das individuell geeignete oder bevorzugte Format entscheiden, während du deinen Content mehrfach verwendest und so weniger Arbeit für mehr Traffic hast.</p>
<h3>In den Kommentaren findest du mehr Tipps aus der Insta-Community:</h3>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/COh4JlLntfR/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="13">
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<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/COh4JlLntfR/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Lucia Clara Rocktäschel (@diversity_texterin)</a></p>
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</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<h2>5. Ein Diversity-Statement schreiben</h2>
<p>Ein Diversity-Statement kann eine eigene Unterseite oder ein Absatz auf deiner Start- oder Über-mich-Seite sein. Darin <strong>positionierst du dich klar für Vielfalt und Inklusion</strong> sowie gegen Diskriminierung. Außerdem führst du deine Ziele, den aktuellen Stand deines Unternehmens sowie geplante Maßnahmen auf. Du kannst auch auf Aktionen, Mitgliedschaften (etwa bei der Charta der Vielfalt), wahrgenommene Sensibilisierungstrainings und Weiterbildungen, Mitarbeitendengruppen, Auszeichnungen usw. verweisen. Wichtig ist, dass dein Statement authentisch und ehrlich sowie nachvollziehbar und mit Belegen ausgestattet ist.</p>
<p>Brauche ich ein Diversity-Statement für meine Website? Nicht unbedingt. Viel wichtiger ist die gelebte Vielfalt. Taten zeigen oft mehr als Worte – ganz nach dem Motto <strong>„Show, don’t tell“</strong>. Manchmal wird ein Diversity-Statement aber auch von Kund_innen und Interessierten eingefordert. Vielleicht arbeitest du auch in einer Branche, in der eine Vielfalt wertschätzende Haltung noch etwas Besonderes ist oder die wegen Diskriminierungsvorfällen in der Kritik steht. Dann hilft das Statement Interessierten, dich vor der Buchung besser einschätzen zu können. Gab es in deinem eigenen Unternehmen einen Vorfall, kann ebenfalls ein Statement erforderlich sein, das dann individuell zur Situation erstellt werden muss.</p>
<h3>Wie schreibe ich ein Diversity-Statement?</h3>
<p>Ein Diversity-Statement besteht aus drei Komponenten: deinen Werten, deinen Zielen und deinen Maßnahmen in Bezug auf Diversity im Unternehmen. Jeder Komponente kannst du einen Absatz widmen:</p>
<ul>
<li><strong>Werte:</strong> Welche deiner Unternehmenswerte passen zu Diversity und Inklusion? Welche Werte möchtest du vielleicht noch mit aufnehmen? Recherchiere dazu gerne im Internet nach Wertelisten. Einen Bezug zu Diversity haben z. B. Achtsamkeit, Ehrlichkeit, Engagement, Integrität, Nachhaltigkeit, Offenheit, Respekt, Solidarität, Toleranz, Verantwortung, Wertschätzung usw.</li>
<li><strong>Ziele:</strong> Welche Ziele möchtest du in Bezug auf Diversity zukünftig erreichen? In welchen Bereichen möchtest du beispielsweise Diskriminierung abbauen? Möchtest du dein Unternehmen barrierefreier gestalten? Möchtest du vielfältigeres Personal einstellen oder die Kriterien bei Personalentscheidungen verändern? Welche Ergebnisse erhoffst du dir von deinen Bemühungen um Diversity und Inklusion?</li>
<li><strong>Maßnahmen:</strong> Was hast du schon getan, um Diversity und Inklusion in deinem Unternehmen zu etablieren? Welche Maßnahmen sind konkret geplant? Welche strebst du langfristig noch an? Hier sind Transparenz und Ehrlichkeit essenziell! Betreibst du nur „Diversity-Washing“, wirst du früher oder später auffliegen und so dir, deinem Unternehmen und deinen Kund_innen schaden.</li>
</ul>
<p>Baue das Statement idealerweise so auf, dass du es von unten beliebig kürzen und in verschiedenen Kontexten nutzen kannst. Der Einstieg darf ruhig emotional geschrieben sein. Vor allem bei den Zielen und Maßnahmen solltest du dich jedoch auf Zahlen und Fakten stützen und <strong>keine unrealistischen Versprechen machen</strong>. Dein Diversity-Statement sollte so kurz und konkret wie möglich, aber so ausführlich wie nötig sein. Seine Länge hängt auch davon ab, welche Maßnahmen du geplant oder bereits umgesetzt hast.</p>
<p>Ein Diversity-Statement muss wertschätzend, in diskriminierungsfreier Sprache und authentisch formuliert sein. Als Diversity-Texterin unterstütze ich dich gern dabei – <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/kontakt/">schreib mir einfach</a> oder buche dir ein <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/erstgespraech/">kostenloses Erstgespräch</a> mit mir. (Ich unterstütze ausschließlich ehrliche und faktenbasierte Diversity-Statements – kein Diversity-Washing.)</p>
<h2>Stellung beziehen für Diversity und Inklusion: Was ist mit Skepsis, Kritik und Hass?</h2>
<p>Wenn du deine Website Vielfalt wertschätzend gestaltest und dich klar für Diversity und Inklusion positionierst, musst du damit rechnen, dass deine Besucher_innen darauf reagieren. Viele Leute, die für Texte oder Beratung zu mir kommen, haben genau davor Angst: Was, wenn ich Interessierte verliere, weil ich zu radikal wirke? Was, wenn ich nicht mehr ernstgenommen, sondern für meine Haltung belächelt werde? Schlimmer noch: Was, wenn ich <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/mit-fehlern-umgehen/">einen Fehler mache</a>? Was, wenn ich einen Shitstorm ernte, weil meine Kommunikation nicht perfekt ist? Was, wenn mich am Ende alle hassen, statt mich zu buchen?!</p>
<p>Eines vorweg: Du wirst Hasskommentare bekommen. Du wirst kritisiert werden. Du wirst mal sachlicher, mal emotionaler auf Fehler hingewiesen werden. Du wirst vielleicht von einigen verurteilt werden. Jedenfalls kannst du es nicht allen recht machen. Aber du kannst Vorkehrungen treffen, die dir dabei helfen, mit solchen Situationen umzugehen:</p>
<ul>
<li><strong>Sag es, wie du’s meinst:</strong> Oft sagen Kund_innen zu mir: Ich habe Angst, dass die Leute XY verstehen, dabei meine ich eigentlich… Und dann erzählen sie ausführlich, worum es ihnen wirklich geht. Ich sage dann: Genau das schreibst du da hin – so ist es viel verständlicher, was du tatsächlich ausdrücken möchtest.</li>
<li><strong>Entwickle ein Kritik- und Fehlermanagement: </strong>Je besser du vorbereitet bist, desto besser kannst du mit Kritik und negativen Kommentaren umgehen. Dabei gibt es kein einzig richtiges Vorgehen – es hängt von deinen Werten, deinen Ressourcen und deinen Prioritäten ab. In meinem Guide zum Themenmonat Fehlerfreundlichkeit findest du einige Inspirationen. Ich persönlich sorge mit einer öffentlich zugänglichen <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/fehler-dokumentation/">Kritik- und Fehlerdoku</a> für Transparenz und weiß genau, auf welche Kommentare ich eingehe und auf welche nicht.</li>
<li><strong>Such dir jemanden zum Reden:</strong> Egal, wie gut wir vorbereitet sind: Kritik, Skepsis und vor allem Hasskommentare können eine Menge unangenehmer Gefühle auslösen. Sprich darüber mit Menschen, die dich verstehen, weil sie mit ihrer Arbeit Ähnliches erleben.</li>
</ul>
<h2>So fängst du mit deiner Vielfalt wertschätzenden Website an</h2>
<p>Auch wenn sich die meisten Tipps aus diesem Artikel einfach umsetzen lassen, wirkt das alles vielleicht erstmal etwas viel. Wichtig ist aber nicht, dass du alles sofort perfekt machst – sondern, dass du irgendwo anfängst! Wir alle entwickeln uns stetig weiter und so tun es auch unsere Unternehmen und Websites. Sie sind nichts Statisches, sondern können jederzeit verändert werden. Eine neue Erkenntnis ist keine Schwäche unseres früheren Selbst, sondern <strong>eine gewonnene Stärke</strong>! Kursänderungen sind nicht schlecht, sondern manchmal notwendig und meistens bereichernd.</p>
<p>Wenn du gerade nicht die Zeit oder das Geld hast, deine Website professionell überarbeiten zu lassen, dann <strong>fang mit kleinen Routineänderungen an</strong>: Versieh ab jetzt alle deine Bilder mit aussagekräftigen Alternativtexten. Nutze notfalls zunächst automatisch generierte Untertitel für deine Videos. Fang auf deinem Blog an zu gendern und probiere dich dort aus, bevor du dich für eine Variante entscheidest, die du dann auf allen bestehenden Seiten deiner Website einfügst. <strong>Nimm dir jeden Monat einen meiner Tipps vor </strong>und ziehe in einem halben Jahr Bilanz. Perfektionismus steht deinen Bemühungen nur im Wege. Jeder kleine Schritt ist wertvoll und verändert etwas. Je bewusster dir das wird, desto größer wird auch die Motivation, deine Website Vielfalt wertschätzend zu gestalten.</p>
<p><strong>Schreib doch in die Kommentare:</strong> Welche Diversity-Maßnahme hast du auf deiner Website bereits umgesetzt? Und welche nimmst du dir als nächstes vor?<img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/46bd8f3a0a564476ba1bbd0b0012d4b6.gif" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Selbstständig mit psychischer Erkrankung: 5 Fragen an Nora Stankewitz</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/selbststaendig-mit-psychischer-erkrankung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 May 2021 14:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sich selbstständig machen und gleichzeitig eine psychische Erkrankung oder Belastung haben? Das geht für viele nicht zusammen. Dabei ermöglicht eine Selbstständigkeit einigen Betroffenen gerade den ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Selbstständig mit psychischer Erkrankung: 5 Fragen an Nora Stankewitz" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/selbststaendig-mit-psychischer-erkrankung/#more-662" aria-label="Mehr Informationen über Selbstständig mit psychischer Erkrankung: 5 Fragen an Nora Stankewitz">zum Beitrag</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sich selbstständig machen und gleichzeitig eine psychische Erkrankung oder Belastung haben? Das geht für viele nicht zusammen. Dabei ermöglicht eine Selbstständigkeit einigen Betroffenen gerade den Ausweg aus einem System, das ihnen nicht gut tut. Denn in der Arbeitswelt werden psychische Erkrankungen nach wie vor stigmatisiert, sodass sie oft verschwiegen werden.</p>
<p>So ähnlich war das auch bei Nora Stankewitz. Doch dann hat sie sich selbstständig gemacht – erst als Texterin und Redakteurin, nach vier Jahren schließlich als <strong>Coachin und Beraterin für Menschen mit Essstörungen</strong>. Sie arbeitet also mit Klient_innen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden wie Nora vor einiger Zeit selbst. Das bringt Vorteile, aber auch Herausforderungen mit sich. Im Interview sprechen wir über Noras Arbeit, ihre persönliche Erfahrung mit psychischen Erkrankungen und ihre Wünsche an Medienschaffende und Contentkreierende.</p>
<h2>1. Wie beeinflusst deine psychische Erkrankung oder Belastung deinen Alltag?</h2>
<p><strong>Nora</strong>: Weißt du, darüber habe ich lange nicht mehr nachgedacht. Zum einen wurde mir vor einigen Jahren eine <strong>atypische Magersucht</strong> diagnostiziert. Mein Eindruck heute ist, dass ich diese überwunden habe. Ich fühle mich gesund und nur wenn ich eine starke depressive Phase habe, klopft auch die Essstörung manchmal an, und bietet ihre Hilfe an.</p>
<p>Ein größeres Problem im Alltag ist meine <strong>rezidivierende Depression</strong>. Als Angestellte – ich bin heute auch deswegen selbstständig – hatte ich große Schwierigkeiten, mich mit dieser Symptomatik einzugliedern. Meine immer wiederkehrenden depressiven Phasen haben mir den sozialen Kontakt unheimlich schwer gemacht, <strong>acht Stunden zu arbeiten war für mich die Hölle</strong>, kaum schaffbar – aus Angst vor Ausgrenzung und finanzieller Not habe ich mich trotzdem immer hingeschleppt. Das Ergebnis war eine sogenannte Major-Depression inklusive totalem psychischem Kollaps.</p>
<p>Ganz ehrlich: <strong>Ich fühle mich völlig inkompatibel mit diesem (Wirtschafts-)System</strong>, in dem wir leben. Ich denke schon, dass das sehr stark mit meiner psychischen Vorbelastung zusammenhängt. Anyway: Ich habe immer seltener wirklich heftige depressive Episoden und habe mich familiär und arbeitstechnisch ganz gut eingerichtet, so dass ich gut leben kann.</p>
<p>Und zu guter Letzt wurde mir auch eine <strong>soziale Phobie</strong> diagnostiziert. Das heißt nicht, dass ich Angst vor Menschen hab, sondern vielmehr, dass ich Angst habe, von anderen negativ bewertet zu werden. Bis ich ungefähr 30 war, hat mir diese Erkrankung mein Leben streckenweise wirklich in allen Belangen sauschwer gemacht. Auch u. a. weil wir ja in allen Bereichen – auch schon als Kinder – bewertet und verglichen werden. Ich habe das dann auch nach der Schule einfach immer weitergemacht – <strong>das Vergleichen war mein größtes Unglück</strong>.</p>
<p>Ich denke die drei Erkrankungen zahlen aufeinander ein. Oder haben es. Ich fühle mich heute wirklich gesund und bei einem Diagnosebogen würden wahrscheinlich „nur“ noch Tendenzen feststellbar sein.</p>
<h2>2. Heute bist du selbstständig. Hat die Selbstständigkeit einen Einfluss auf deine psychischen Erkrankungen? Oder haben diese umgekehrt einen Einfluss auf deine Selbstständigkeit?</h2>
<p><strong>Nora:</strong> Ich hatte <strong>schon als Kind den Traum, meine eigene Chefin zu sein</strong>. Tatsächlich habe ich mich erst nach meinem „großen Zusammenbruch“ selbstständig gemacht. Ich denke, dass meine Depressionen und meine Erkenntnis – auch durch die Erkrankungen – nicht system-kompatibel zu sein, schon sehr dazu beigetragen haben, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Aber weißt du: Davon habe ich immer geträumt – ich sehe das positiv. Dennoch merke ich, dass ich mich trotz meiner Eigenbrötlerei nach professionellem, engem sozialem Kontakt sehne. Um dem zu begegnen – und auch neuen depressiven Episoden vorzubeugen (Stichwort Isolation) – schmiede ich im Moment vage Pläne für eine Bürogemeinschaft mir anderen Solo-Selbstständigen.</p>
<h2>3. Du berätst Menschen mit Essstörung. Welche Herausforderungen erlebst du dabei, als Betroffene anderen Betroffenen weiterzuhelfen? Und welche positiven Effekte hat es?</h2>
<p><strong>Nora:</strong> Eine Herausforderung ist für mich auf jeden Fall, nicht zu vergessen, <strong>mich auch um mich zu kümmern</strong>. Mir Pausen zu gönnen, nicht zu viele Beratungen an einem Tag zu machen. Ich bin z. B. sehr aktiv mit meiner Instagram-Community in Kontakt und ich liebe das, bin also auch viel am Handy. Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich dann auch abends auf der Coach reinschaue, obwohl ich eigentlich runterfahren wollte. Ich merke, dass mein Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung öfter mit meinem Bedürfnis danach, andere nicht warten zu lassen, clasht. Hier muss ich wirklich aufpassen.</p>
<p>Ansonsten erlebe ich <strong>meine Selbsterfahrung als unheimlich große Ressource</strong>. Ich merke, wie sehr sich die Frauen, die zu mir kommen, öffnen können, weil sie das Gefühl haben, dass ihnen jemand gegenübersitzt, die diese ganze Scheiße kennt. Auf Instagram gehöre ich auch zu den Realistinnen unter den ES-Grammern. Ich denke, dass ist für viele auch wie eine Erleichterung, dass ich nicht so völlig happy-life-filter-bubble rumrenne, sondern <strong>mich und meine Erfahrung so zeige, wie ich sie empfinde</strong>. Das nimmt den Druck raus, jetzt sofort total gesund und glücklich werden zu müssen.</p>
<p>Für mich auch wirklich großartig ist, zu spüren, dass ich wirklich helfen kann, ohne dass mich die Erlebnisse meiner Klientinnen triggern. Auch das zeigt mir: I’m over it.</p>
<h2>4. Wie empfindest du die Berichterstattung und mediale Darstellung von psychischen Erkrankungen?</h2>
<p><strong>Nora:</strong> Da ich mich beruflich hauptsächlich mit Essstörungen beschäftige, möchte ich dazu etwas sagen: Der Fokus liegt bei diesem Thema hauptsächlich darauf, <strong>akut magersüchtige Frauen</strong> zu zeigen, sie zu porträtieren. Es gibt jedoch etliche Frauen und auch Männer, die nicht mit einem chronischen Untergewicht leben, deren psychisches Leiden auf Grund einer Essstörung ebenso hoch ist. Essstörungen werden meist immer als typische Magersucht oder typische Bulimie dargestellt. Das Problem sehe ich darin, <strong>dass alle anderen Menschen mit Essstörungen sich nicht ernstgenommen fühlen</strong>, sich nicht gesehen fühlen. Das führt oftmals dazu, dass die Symptome verstärkt werden, sich Erkrankte keine Hilfe suchen, versuchen, noch „kränker“ zu werden, damit sie sich Unterstützung verdienen.</p>
<p>Was ich oft völlig daneben finde, sind die Headlines, die für Artikel, Reportagen, Features verwendet werden. Sie sind <strong>oft reißerisch</strong> <strong>und treffen mitnichten das eigentliche Problem</strong>. Denn Essstörungen sind keine Krankheiten, bei denen die Betroffenen einfach irgendeinem Schönheitsideal nacheifern und dünn sein wollen. Essstörungen sind tiefe seelische Leiden, die oft mit Traumata und tief verankerten Selbstwertproblematiken zusammenhängen.</p>
<h2>5. Was wünschst du dir von deinen Mitmenschen? Was speziell von beruflich Schreibenden?</h2>
<p><strong>Nora:</strong> Von beruflich Schreibenden wünsche ich mir viel mehr Berichte aller möglichen Ausprägungen der Erkrankung – schlicht Diversität. Von Mitmenschen erwarte ich da eigentlich erstmal wenig.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1573 alignleft" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/Nora-scaled.jpg" alt="Porträt von Nora Stankewitz. Sie hat lange naturblonde Haare, trägt eine Brille und lächelt in die Kamera. Im Hintergrund ist ein Bücherregal zu sehen." width="211" height="212" />Danke für das Gespräch, liebe Nora!</strong> Mehr über Nora Stankewitz und ihre Arbeit erfährst du <a href="https://www.instagram.com/_einfachnora_/">auf ihrem Instagram-Profil</a> oder <a href="https://einfachnora.de/">ihrer Website</a>. Du möchtest deine Berichte und Texte über psychische Erkrankungen, Belastungen und Behinderungen in Zukunft wertschätzender gestalten? Dann wirf einen Blick in mein <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/psychische-erkrankungen/">kleines 1&#215;1 Vielfalt wertschätzender Sprache zum Thema psychische Erkrankungen</a>.</p>
<p>Bist du auch selbstständig und hast eine psychische Erkrankung oder Behinderung? Hast du Fragen an Nora?<strong> Schreib deine Gedanken in die Kommentare!</strong></p>
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		<title>Kleines 1&#215;1 Vielfalt wertschätzender Sprache: Psychische Erkrankungen</title>
		<link>https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/psychische-erkrankungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[tina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2021 14:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[1x1]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity & Inclusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Psychische Erkrankungen sind immer häufiger Thema von journalistischen Beiträgen, Büchern, Filmen, Serien oder Blogartikeln. Auch die Belastungen der Pandemie haben mehr Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Dennoch ... </p>
<p class="read-more-container"><a title="Kleines 1&#215;1 Vielfalt wertschätzender Sprache: Psychische Erkrankungen" class="read-more button" href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/psychische-erkrankungen/#more-658" aria-label="Mehr Informationen über Kleines 1&#215;1 Vielfalt wertschätzender Sprache: Psychische Erkrankungen">zum Beitrag</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Psychische Erkrankungen sind immer häufiger Thema von journalistischen Beiträgen, Büchern, Filmen, Serien oder Blogartikeln. Auch die Belastungen der Pandemie haben mehr Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Dennoch kursieren weiterhin <strong>zahlreiche Stereotype und Klischees zu Menschen mit psychischen Erkrankungen</strong> – sie werden strukturell sowie individuell stigmatisiert und diskriminiert. Mental Health kann nicht nur als eigene Diversity-Dimension betrachtet werden, sondern spielt auch im Kontext mit anderen Diskriminierungsformen eine Rolle. Es gibt Studien dazu, dass marginalisierte Menschen mit höherem Risiko psychisch erkranken als ihnen gegenüber privilegierte Personen – beispielsweise zu <a href="https://www.psychotherapie-wissenschaft.info/index.php/psywis/article/view/257/508">LGBTIQ+-Personen</a> oder <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7490571/">Menschen, die Rassismus erleben</a>.</p>
<p>Vielfalt wertschätzende Sprache kann eine Möglichkeit sein, Stereotype und Stigmatisierung abzubauen. In diesem Artikel erfährst du, <strong>wie du richtig mit und über Menschen mit psychischen Erkrankungen sprichst</strong> und welche Formulierungen du besser aus deinem Wortschatz streichst. Am Ende (und zwischendurch) verlinke ich dir wie immer einige weiterführende Quellen.</p>
<h2>Die Basics: Psychisch krank, gestört, behindert, belastet …?</h2>
<p>„Ja, also, diese Person, … ähm, … hat, ist, äh… psychisch und so…“ – Viele Menschen wissen nicht, welche Worte sie verwenden können, wenn sie über eine Person mit psychischer Erkrankung, Belastung oder Behinderung sprechen wollen. Oft geschieht das aus der Angst heraus, etwas falsch zu machen und versehentlich etwas Respektloses zu sagen. Das Herumstammeln ist dir aber sicherlich auch unangenehm, stimmt’s? Hier erst einmal die begrifflichen Basics:</p>
<ul>
<li><strong>Psychische Erkrankungen bzw. Störungen</strong> können vorübergehend oder chronisch sein. Die Diagnosen werden anhand der ICD-10, also der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestellt.</li>
<li><strong>Seelische Behinderungen </strong>gehen mit langfristigen (also länger als sechs Monaten andauernden) Beeinträchtigungen der gesellschaftlichen Teilhabe aufgrund einer psychischen Erkrankung einher. Dass auch psychische Erkrankungen als Behinderung gelten können, ist im Sozialgesetzbuch IX geregelt. Betroffene können auch einen Schwerbehindertenausweis beantragen, wenn sie einen Grad der Behinderung von mindestens 50 haben.</li>
<li>Manche Menschen sehen sich selbst nicht als „krank“, sondern verwenden <strong>Selbstbezeichnungen</strong>, die es zu respektieren gilt. Sie sehen ihr So-sein beispielsweise als Teil ihres Lebens oder ihrer Persönlichkeit an. Das können zum Beispiel Menschen mit (frühen) Traumaerfahrungen sein, die ihr Leben gar nicht anders kennen.</li>
</ul>
<h3>Person-first-Language vs. Identity-first-Language</h3>
<p>Viele Betroffene bevorzugen die Formulierung <strong>„Mensch mit psychischer Erkrankung“</strong> gegenüber „Psychisch Kranke“ oder „psychisch kranke Menschen“. Sie wird auch als Person-First-Language bezeichnet. Eine <a href="https://www.spektrum.de/news/wie-sollte-man-ueber-menschen-mit-psychischen-stoerungen-sprechen/1396841">Studie der Ohio State University</a> ergab sogar, dass die Bezeichnung „Menschen mit Behinderung“ (engl. „people with mental illness“) bei den Proband_innen ein positiveres und wertschätzenderes Bild psychisch erkrankter Menschen hervorrief als die Formulierung „psychisch Kranke“ (engl. „the mentally ill“).</p>
<p>Doch es gibt natürlich auch Menschen, die ihre psychische Erkrankung oder Verfassung als wichtigen Teil ihrer Identität begreifen und daher die „Identity-First-Language“ bevorzugen, also <strong>„psychisch erkrankter Mensch“</strong>. Solche Selbstbezeichnungen sind bei individuellen Personen immer zu respektieren und zu nutzen. Ein „Mensch“ oder „Person“ dazuzuschreiben, kann jedenfalls nicht schaden. So wird deutlich, dass die Betroffenen mehr als nur ihre psychische Erkrankung, Belastung oder Behinderung sind. Und das ist wichtig, denn – nein – wir sind überwiegend nicht 24/7 am Trübsal blasen.  </p>
<h2>Welche Formulierungen du vermeiden solltest</h2>
<p>Dass du offensichtlich beleidigende Aussagen über Menschen mit psychischen Erkrankungen, die ich hier nicht reproduzieren möchte, nicht nutzen solltest, ist dir sicherlich klar. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Fettnäpfchen und unsensible Formulierungen, über die du stolpern kannst. Das <strong>passiert in der Regel nicht bewusst</strong>, sondern weil du dich mit dem Thema vielleicht noch nicht so gut auskennst. Aber das lässt sich ja ändern!</p>
<p>Die folgenden zu vermeidenden Formulierungen stammen zum Teil aus den unten verlinkten Quellen, zu einem weiteren Teil aus eigener Erfahrung und zu einem dritten Teil von meiner <a href="https://www.instagram.com/diversity_texterin/">Instagram-Community</a>.</p>
<p><strong>Inhaltshinweis:</strong> Ich werde hier einige unsensible, möglicherweise triggernde Beispiele verwenden – bitte achte auf dich beim Lesen und springe bei Bedarf direkt zur nächsten H2-Überschrift.</p>
<h3>Psychische Erkrankungen allgemein</h3>
<table>
<tbody>
<tr>
<td width="302"><strong>Vermeiden</strong></td>
<td width="302"><strong>Besser</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Er leidet an Depressionen.</td>
<td width="302">✔ Er hat Depressionen.</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Sie tickt ein bisschen anders als normale Menschen.</td>
<td width="302">✔ Sie hat eine psychische Erkrankung.</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Die traumatischen Erlebnisse haben xier gebrochen, xies Leben für immer zerstört.</td>
<td width="302">✔ Xier erlebt unterschiedlich belastende Traumafolgen, die xien möglicherweise ein Leben lang begleiten werden.</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Wann hast du gemerkt, dass mit dir etwas nicht stimmt?</td>
<td width="302">✔ Wann sind die ersten Symptome deiner psychischen Erkrankung aufgetreten?</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Wollen psychisch Kranke nicht bloß Aufmerksamkeit?</td>
<td width="302">✔ Psychische Erkrankungen sind ebenso ernst zu nehmen wie körperliche Erkrankungen und verlangen unsere Aufmerksamkeit.</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Menschen mit psychischen Erkrankungen sind nicht belastbar.</td>
<td width="302">✔ Menschen mit psychischen Erkrankungen sind unterschiedlich belastbar. Einige sind weniger belastbar als gesunde Menschen. Andere weisen gerade aufgrund ihrer Erfahrungen eine besonders hohe Belastbarkeit auf. Und wieder andere sind vollkommen durchschnittlich belastbar. Dabei kommt es sowohl auf die jeweilige Erkrankung als auch die aktuelle Situation an, in der sich die Person befindet.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3>Spezifischere Fälle</h3>
<table>
<tbody>
<tr>
<td width="302"><strong>Vermeiden</strong></td>
<td width="302"><strong>Besser</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Sexualisierte Gewalt kommt einem Seelenmord gleich.</td>
<td width="302">✔ Sexualisierte Gewalt geht meist mit schwerwiegenden seelischen Folgen einher.</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Narben an den Armen sind ein typischer Hinweis auf Boderliner_innen.</td>
<td width="302">✔ Selbstverletzendes Verhalten kann ein Symptom verschiedener psychischer Erkrankungen sein – auch bei der als „Borderline“ bekannten emotional instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs kann es auftreten.</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Diese Persönlichkeitsstörung kennen  manche nur aus Horrorfilmen.</td>
<td width="302">✔ Psychische Erkrankungen wie diese werden medial oft stereotyp und unzutreffend dargestellt.</td>
</tr>
<tr>
<td width="302">✖ Sie haben also mehrere Persönlichkeiten – machen Sie doch mal ein paar Anteile vor!</td>
<td width="302">✔ Sie haben eine dissoziative Identitätsstörung. Können Sie unseren Leser_innen kurz erklären, was das bedeutet?</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em>[Ende der Inhaltswarnung]</em></p>
<h2>Diskriminierungssensible Berichterstattung über psychische Erkrankungen</h2>
<p>Bei der journalistischen Berichterstattung über Menschen mit psychischen Erkrankungen ist besondere Achtsamkeit gefragt. Laut der Richtlinie 8.6 des Pressekodex <strong>sind psychische Erkrankungen Teil der Privatsphäre</strong>, die es zu schützen gilt. Daher ist in der Regel das Einverständnis der betroffenen Person erforderlich.</p>
<p>Zum Thema Suizid gibt es noch eine eigene Richtlinie (8.7), in der zu einer <strong>zurückhaltenden Berichterstattung über Selbsttötungen</strong> geraten wird. Insbesondere detaillierte Beschreibungen solltest du vermeiden, da diese zum Nachahmen verleiten können – vielleicht sagt dir der Begriff „Werther-Effekt“ etwas in diesem Zusammenhang. Diesen Hinweis kannst du auch bei anderen psychischen Erkrankungen bzw. Symptomen beachten wie Essstörungen, selbstverletzendem Verhalten, Suchtverhalten usw. Behandelst du diese Themen, kannst du auch mit <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/triggerwarnung/">Triggerwarnungen</a> arbeiten.</p>
<p>Besondere Vorsicht ist auch bei der Berichterstattung über Straftaten geboten. Ebenso wie ethnische Herkunft, Nationalität oder Religion sollten laut Pressekodex-Richtlinie 12.1 psychische Erkrankungen der Täter_innen <strong>nur dann benannt werden, wenn ein begründeter Sachbezug zur Tat besteht</strong>. Anderenfalls werden Stereotype und Stigmatisierung möglicherweise verstärkt. Auch dieser Punkt lässt sich auf weitere Anwendungsbereiche ausweiten. Hinterfrage kritisch, wie du über Menschen schreibst oder sprichst, die gleichzeitig noch einer anderen marginalisierten Gruppe angehören. Informiere dich gründlich und mach dir bewusst, welche Vorurteile du selbst gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung hast oder welchen Menschen du eine psychische Erkrankung zuschreibst.</p>
<p><strong>Menschen mit psychischen Erkrankungen sind vielfältig</strong>. Sie sind vor allem <strong>nicht</strong> automatisch gewalttätig, unzurechnungsfähig, arbeitsunfähig, arm, schwach, immer traurig, unzuverlässig oder ein Leben lang gebeutelt. Sie können genauso gut einfühlsam, selbstbestimmt, ehrgeizig, reich, mutig, stark, achtsam oder fröhlich sein. Darüber habe ich in einem anderen <a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/seelische-gesundheit/">Artikel über seelische Gesundheit und Diversity</a> schon einmal geschrieben.</p>
<h3>Empfehlungen des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit</h3>
<p>In seinem <a href="https://www.seelischegesundheit.net/images/stories/kodizes/leitfaden-berichterstattung-absg-2014.pdf">Leitfaden zur Berichterstattung über Menschen mit psychischer Erkrankung</a> gibt das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit viele hilfreiche Hinweise für Journalist_innen, die auch in anderen Situationen nützlich sind. Auf den Vorschlägen aus dem Leitfaden basieren auch folgende Tipps:</p>
<ul>
<li><strong>Informiere dich</strong> eigenständig und umfassend über die Erkrankung deines Gegenübers. Es ist nicht allein verantwortlich oder in der Lage, dir diese Arbeit abzunehmen. Wenn du trotz allem etwas nicht verstanden hast: Frag nach, statt möglicherweise unsensible oder falsche Vermutungen anzustellen.</li>
<li><strong>Verwende die richtigen, aktuellen Begriffe</strong>, die idealerweise medizinisch korrekt sind UND von Betroffenen als wertschätzend empfunden werden.</li>
<li><strong>Reduziere deine Protagonist_innen nicht auf die psychische Erkrankung</strong>, sondern zeige sie als facettenreiche Menschen. Vermeide zum Beispiel Formulierungen wie „Trotz ihrer Depressionen genießt sie den monatlichen Spieleabend mit Freund_innen“.</li>
<li><strong>Nutze respektvolle Überschriften</strong> statt unsensible oder skandalisierende Clickbaits – vor allem, wenn die psychische Erkrankung gar nicht im Vordergrund des Beitrags steht.</li>
<li><strong>Stelle psychische Erkrankungen nicht als überraschend anders oder schockierend dar</strong>, sondern als das, was sie sind: ein häufiges Phänomen innerhalb unserer Gesellschaft.</li>
<li>Frage dich vor allem, wenn es nicht primär um die psychische Erkrankung geht, du aber von ihr weißt:<strong> Ist ihre Erwähnung relevant für meinen Beitrag?</strong></li>
<li><strong>Achte auf eine wertschätzende und zutreffende Bildsprache</strong>. Eine psychische Erkrankung siehst du der betroffenen Person nicht an. Und psychiatrische Einrichtungen sehen nicht mehr so aus wie vor 100 Jahren.</li>
</ul>
<p>Wenn du kannst, <strong>beziehe vielfältige Sichtweisen in deine Arbeit ein</strong>. Menschen mit psychischen Erkrankungen, Belastungen und Behinderungen ticken nicht alle gleich. Sie haben nicht alle dieselben Ziele. Es gibt nicht für alle den einheitlich richtigen Weg, mit ihrer Situation umzugehen. Manchen helfen Medikamente und Klinikaufenthalte, anderen ambulante Therapie und Beratung und wieder andere sehen gar keinen „Heilungsbedarf“. Manche beziehen Erwerbslosenrente, andere sind Führungskräfte. Einige sprechen offen über ihre Erfahrungen, andere schweigen. Manche Erkrankung schränkt vorübergehend ein, manch eine lebenslang.</p>
<h2>Auf psychische Erkrankungen bezogene Worte im allgemeinen Sprachgebrauch</h2>
<p>Zuletzt möchte ich noch kurz auf den allgemeinen Sprachgebrauch eingehen, in den sich einige Worte eingeschlichen haben, mit denen psychische Erkrankungen <strong>abgewertet oder ins Lächerliche gezogen</strong> werden.</p>
<p><strong>Inhaltshinweis:</strong> Auch hier werde ich wieder einige verletzende oder diskriminierende Beispiele nennen, die es zu vermeiden gilt.</p>
<p>Oft meinen wir mit diesen Begriffen nicht explizit Menschen, die tatsächlich eine psychische Erkrankung haben. Sie zu verwenden, ist häufig auch nicht böse gemeint. Wir sind uns bloß nicht der Hintergründe dieser Worte bewusst. Hier einige Beispiele:</p>
<ul>
<li>„Der ist doch geisteskrank!“</li>
<li>„Ich werd’ hier noch wahnsinnig!“</li>
<li>„Alter, bist du gestört, oder was?!“</li>
<li>„Ist ja verrückt!“</li>
<li>„Echt irre!“</li>
<li>„Das war voll psycho!“</li>
<li>„Jetzt werd’ mal nicht hysterisch…“</li>
<li>„Was ein Schizo!“</li>
</ul>
<p>Alle diese Begriffe sind teilweise veraltet und heben die Andersartigkeit oder das vermeintlich Schlechte an psychischen Erkrankungen hervor. Auch wenn im jeweiligen Kontext gar kein Bezug zu Menschen mit psychischen Erkrankungen hergestellt werden soll, <strong>verstärken solche Aussagen Stigmatisierung</strong>. Ähnlich verhält es sich ja auch mit Situationen, in denen Worte wie „behindert“ oder „schwul“ als Beleidigung verwendet werden.</p>
<p>Wichtig ist hier wieder der Hinweis, <strong>dass Betroffene dazu unterschiedliche Ansichten haben</strong>. Manche stören sich nicht an Ausdrücken wie „verrückt“, „irre“ oder „wahnsinnig“, wenn sie in anderen Kontexten verwendet werden und nicht, um Menschen mit psychischer Erkrankung zu beschreiben. Andere nehmen diese Formulierungen sehr ernst uns sehen ihre Verwendung äußerst kritisch. Und wieder andere <strong>besetzen diese Begriffe für sich neu und positiv</strong>! Sie sagen über sich selbst zum Beispiel: „Ich bin verrückt!“ Und das ist völlig in Ordnung. Jede Selbstbezeichnung gilt es zu respektieren. Außerdem kommt es immer auf den Kontext an. Wenn eine Freundin zu mir sagt: „Ja, du bist ja auch gestört!“, dann lachen wir gemeinsam drüber. Kommt eine fremde Person mit so etwas an – wäre es doch etwas irritierend.</p>
<p><em>[Inhaltswarnung Ende]</em></p>
<h2>Zum Weiterdenken…</h2>
<p><strong>Schreib jetzt gern in die Kommentare:</strong> Wie ging es dir mit diesem Artikel? Waren dir die Hinweise zur Vielfalt wertschätzenden Kommunikation mit und über Menschen mit psychischen Erkrankungen schon bewusst? Oder war auch etwas Neues dabei? Hast du noch Fragen? Oder möchtest du etwas ergänzen?</p>
<p>Hier noch einige Links zum Weiterlesen im Überblick:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.seelischegesundheit.net/images/stories/kodizes/leitfaden-berichterstattung-absg-2014.pdf">Leitfaden vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit</a></li>
<li><a href="https://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/artikel/74726/psychische_und_seelische_behinderung?dscc=ok">Artikel über psychische Behinderungen</a></li>
<li><a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/seelische-gesundheit/">Blogartikel mit Tipps zu Mental Health und Diversity im Arbeitskontext</a></li>
<li><a href="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/mental-health-und-diversity/">Blogartikel zu Mental Health aus (meiner) Diversity-Perspektive</a></li>
<li><a href="https://www.bptk.de/wp-content/uploads/2020/08/2020-08-17_BPtK-Hintergrund_Corona-Pandemie-und-psychische-Erkrankungen.pdf">Infos zur Pandemie und psychischen Erkrankungen von der Bundespsychotherapeutenkammer</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;<img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wp-content/uploads/2024/03/af7c8344fb814f54bea2c21b70da52ef.gif" width="1" height="1" alt=""></p>
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