5 Gründe, warum du für deine Webvideos Untertitel erstellen solltest


Ob auf YouTube, Facebook oder Instagram TV – Videos nehmen immer mehr Raum ein in unserem Online- und Social-Media-Marketing. Damit sie auch gehörlosen und schwerhörigen Menschen zugänglich sind, solltest du sie mit Untertiteln versehen. Barrierefreiheit ist zwar der wichtigste, aber nur ein Grund, aus dem nicht nur Filmemacher*innen und Fernsehsender, sondern auch immer mehr Unternehmen Untertitel erstellen lassen. In diesem Artikel zeige ich dir fünf Gründe, aus denen Untertitel bei Webvideos besonders wichtig sind. Der ein oder andere wird dich vielleicht überraschen…

1. Für Barrierefreiheit sind Untertitel unerlässlich

Barrierefreiheit ist womöglich der erste Grund für Untertitel, der dir einfällt. Wie eingangs schon gesagt: Gehörlose und schwerhörige Menschen erhalten erst durch Untertitel Zugriff auf den gesamten Inhalt deines Videos (sofern es Sprechanteile hat). Den über 13 Millionen schwerhörigen Menschen in Deutschland helfen Untertitel, deinen Videos besser zu folgen. Verstehen sie einzelne Worte nicht, können sie diese bequem nachlesen. Davon profitieren auch Menschen mit einer Lernbehinderung oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Die von der EU verabschiedeten Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) regeln die Barrierefreiheit von Inhalten im Internet. Ihnen zufolge sollen alle Videos, die auch Audio enthalten, untertitelt werden. Podcast-Episoden oder tonlose Videos kannst du stattdessen transkribieren.

2. Untertitel helfen bei Sprachbarrieren

Schaust du dir fremdsprachige Filme im Kino gerne in Originalfassung mit Untertiteln (OmU) an? Oder schaltest du bei Netflix die Untertitel ein, obwohl du eigentlich ganz gut Englisch kannst? Dann verstehst du sicher, dass untertitelte Videos auch für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, hilfreich sind. So verstehen sie das Gesprochene oft besser und können Wörter nachschlagen, die sie noch nicht kennen. Übersetzt du deine Untertitel in verschiedene Sprachen, kannst du dein Video zudem für internationale Zielgruppen nutzen – ohne es aufwendig synchronisieren zu müssen.

3. Mobile Nutzung wird mit Untertiteln komfortabler

Immer mehr Menschen schauen YouTube-Videos oder Insta-Storys auf dem Handy – auch unterwegs. Das kennst du vielleicht. In der Bahn oder im Wartezimmer schaltest du den Ton natürlich aus. Oder die Umgebung ist zu laut, um mit Kopfhörern alles zu verstehen. In solchen Fällen sind Untertitel eine Wohltat auch für hörende Menschen und Muttersprachler*innen.

Zudem starten zum Beispiel Facebook-Videos oft automatisch. Möchtest du weiterschauen, musst du erst den kleinen durchgestrichenen Lautsprecher anklicken, damit der Ton eingeschaltet wird.
Wenn du für deine Videos Untertitel erstellst, erfahren deine Nutzer*innen auch dann, worum es geht. Das animiert sie eher dazu, das Video komplett anzusehen.


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4. Untertitel kompensieren die kürzere Aufmerksamkeitsspanne

Die Aufmerksamkeitsspanne von Internetnutzer*innen sinkt stetig – nach einer Studie von Microsoft von 12 Sekunden im Jahr 2000 auf 8 Sekunden im Jahr 2015. Hören wir das Gesprochene in einem Video nur, driften wir mit den Gedanken schnell ab. Zusätzliche Untertitel helfen, sich besser auf den Inhalt zu konzentrieren. Auch eine Transkription kann hilfreich sein. Manche Menschen können Texte, andere Videos aufmerksamer konsumieren.

5 Gründe für Untertitel

5. Untertitel machen deine Videos für Google auffindbar

Videos mit Untertiteln erzielen ein höheres Engagement und eine längere Verweildauer – unter anderem aus den oben genannten Gründen. Zudem indexieren Suchmaschinen automatische und selbst erstellte Untertitel. So werden deine Videos bei Google besser gefunden. Untertitel machen deinen Content also auch nach SEO-Kriterien erfolgreicher.

So kannst du für deine Videos Untertitel erstellen

Die Untertitel für YouTube und Facebook-Videos kannst du automatisch erstellen lassen. Die Qualität wird immer besser, aber Fehler können natürlich trotzdem passieren – vor allem, wenn jemand undeutlich spricht oder die Umgebungsgeräusche zu laut sind. Wenn du kannst, nimm dir also lieber die Zeit, selbst Untertitel zu erstellen. Das ist genauer und wirkt auch persönlicher. Du kannst entweder die automatisch generierten Untertitel bearbeiten oder neue schreiben. Ich verlinke dir mal eine Anleitung für YouTube und eine Anleitung für Facebook.

Bei Instagram kannst du Untertitel bisher nicht separat eingeben. Wenn du also ein Video für Instagram TV oder deinen Feed erstellen möchtest, musst du die Untertitel schon im Schnitt hinzufügen. Inzwischen gibt es für IGTV aber auch die Möglichkeit, automatische Untertitel zu aktivieren. Diese kannst du jedoch nicht bearbeiten.

Storys werden dagegen meist spontan aufgenommen und nicht geschnitten. Eine Funktion für automatische Untertitel wird aktuell ausgerollt. Sie ist aber noch nicht für alle verfügbar. Du kannst deine Storys aber auch anders untertiteln:

  • Du fügst die Untertitel direkt beim Hochladen deiner Story ein, indem du die Schreibfunktion von Instagram nutzt. Da das Video beim Bearbeiten ja in Dauerschleife läuft, geht das ganz einfach. Du kannst deine Storys natürlich auch mit einer App automatisch transkribieren lassen.
  • Wenn du wenig Zeit hast, schreibe eine Kurzzusammenfassung des Gesagten. So wissen deine Zuschauer*innen auch ohne Ton, worum es gerade geht. Sie können dann entscheiden, ob sie den Ton einschalten wollen. Schwerhörigen und gehörlosen Menschen enthältst du so allerdings einen Teil der Informationen.
  • Nutze die App Clipomatic (leider nur für iOS erhältlich). Sie erstellt automatisch Untertitel für deine Storys, die du auch bearbeiten kannst. Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Schriftarten und Designs, beispielsweise einer Sprechblase oder farbig hinterlegtem Text.

Für das Erstellen von Untertiteln gibt es spezielle Richtlinien, an denen du dich orientieren kannst. Sie wurden unter anderem vom Deutschen Gehörlosenbund und Deutschen Schwerhörigenbund erstellt.

Wofür entscheidest du dich?

Verrate mir in den Kommentaren: Nutzt du bereits Untertitel für deine Social-Media-Videos? Oder hat dich einer der fünf Gründe dazu angeregt, in Zukunft welche zu verwenden? Ich freue mich wie immer über eine wertschätzende Diskussion!