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7 praktische Tipps und Tools fürs Gendern im Alltag

7 Tipps und Tools fürs Gendern

Du gibst dir alle Mühe, geschlechterecht zu kommunizieren – in deinen Texten, aber auch beim Sprechen. Doch manchmal kommst du einfach nicht weiter, stehst vor einer komplizierten Formulierung oder fragst dich, ob deine Art zu gendern vielleicht doch nicht das Wahre ist? Na, dann bist du hier richtig! Ich zeige dir ein paar nützliche Tools und Unterstützungsangebote, die dir helfen, richtig zu gendern. Einige nutze ich fast täglich für meine Arbeit, bei anderen hatte ich selbst meine Finger im Spiel.

1. Das Genderwörterbuch

Wer geschlechtsneutral formulieren möchte, muss einfach das Genderwörterbuch von geschicktgendern.de kennen! Es ist frei zugänglich und enthält aktuell über 1500 Einträge mit neutralen Alternativen zu generisch maskulinen Personenbezeichnungen. Das Wörterbuch wird stetig erweitert – jede:r kann neue Einträge zu dem Community-Projekt beisteuern. Ich weiß von vielen Texter:innen und Lektor:innen, dass sie das Genderwörterbuch während ihrer Arbeitszeit immer geöffnet haben! Und du kannst es dir sogar als Excel-Tabelle herunterladen.

Von mir gibt das eine klare Empfehlung – das Genderwörterbuch hat mir schon so manches Mal aus der Patsche geholfen.

2. Duden und Synonymwörterbücher

Manchmal findet sich nicht direkt eine neutrale Alternative für ein Wort. Oder ein komplizierter Satz ist vor lauter Gendersternchen kaum noch lesbar! Dann hilft nur noch: umformulieren. Als besonders hilfreich erweist sich dann der Blick in den Online-Duden. Oder du blätterst mal in einem Synonymwörterbuch (auch das geht natürlich virtuell im Internet). Oft findet sich doch noch eine Alternative oder du kannst die Personenbezeichnung ganz weglassen. Im Zweifelsfall empfiehlt sich je nach Kontext die direkte Ansprache deiner Leser:innen mit „du“ oder „Sie“.

3. Gender-Checker-Tools für Faule und Vergessliche

Glückwunsch, dein Text ist fertig geschrieben! Aber hast du auch überall an geschlechtergerechte Sprache gedacht? Und wie findest du das heraus? Entweder liest du sehr aufmerksam Korrektur oder filterst per Suchfunktion die häufigsten Personenbezeichnungen heraus – oder du machst es dir einfach und lässt die Korrektur von einer Software erledigen!

Tatsächlich gibt es bereits zwei coole Tools, die das können. Eines davon ist die kostenlose Webanwendung Fairlanguage. Hier kannst du deinen Text in ein Feld im Browser kopieren und bekommst angezeigt, wo du nur die männliche Form eines Begriffs genutzt hast. Klickst du auf die markierten Wörter, werden dir mögliche gendergerechte Alternativen angezeigt. Du kannst dir das Tool auch als Extension für Chrome installieren.

Noch etwas ausgefeilter und außerdem speziell für Studierende entwickelt ist der Gender Bias Checker von Scribbr, an dem ich selbst mitwirken durfte. Bei diesem Tool können die Kund:innen ihren Text direkt als Worddokumente hochladen. Auch hier werden generisch maskuline, aber auch nicht inklusiv gegenderte Wörter markiert. Aus einer Datenbank mit über 2500 Begriffen werden außerdem automatisch neutrale Alternativen vorgeschlagen. Da brauchst du dich wirklich um fast nichts mehr zu kümmern!

4. Richtig gendern lernen mit Praxishandbüchern

Zum Gendern gibt es Leitfäden wie Sand am Meer – und feste Regeln sind noch immer nicht in Sicht! Da den Überblick zu behalten, ist nicht immer einfach. Mir hilft es in solchen Fällen, mal ein echtes, gedrucktes Buch zum Nachschlagen in die Hand zu nehmen. Dort findet sich immer schnelle Hilfe, ganz unabhängig von der Internetverbindung. Zwei solche Nachschlagewerke zum Gendern möchte ich dir vorstellen – und ja, eins davon ist schamlose Eigenwerbung! 😉

Aber so einen praxisnahen und niedrigschwellen Ratgeber wie „Richtig gendern für Dummies“ gibt es bisher nur einmal. Du lernst mit diesem Buch nicht nur die gängigsten Arten zu gendern kennen, sondern auch, wie du sie in bestimmten Situationen anwendest – zum Beispiel in Studium und Beruf, beim Sprechen, SEO-optimiert oder barrierefrei.

Während „Richtig gendern für Dummies“ ein reines Praxisbuch ist, gehen andere mehr in die Tiefe. Wenn du beruflich schreibst und dich auch für die sprachwissenschaftlichen Hintergründe des Genderns interessierst, dann kann ich dir das „Handbuch geschlechtergerechte Sprache“ vom Dudenverlag ans Herz legen. Darin werden auch spannende Themen wie die Geschichte des Genderns oder seine linguistischen Grundlagen behandelt sowie viele Beispieltexte hinsichtlich des Genderns analysiert. Wer vor Grammatikfachbegriffen wie Kongruenz, pronominale Wiederaufnahme oder Partizip I und II nicht schreiend davonlaufen, sondern mehr wissen möchte, ist hier goldrichtig.

5. Speziell für Journalist:innen: Genderleicht.de

Wer Medienmacher:in oder journalistisch tätig ist, sollte der Seite genderleicht.de einen Besuch abstatten. Neben geschlechtergerechtem Schreiben stehen hier auch Hör- und Videoformate im Fokus. Außerdem werden dort immer wieder spannende Perspektiven und News rund ums Gendern geteilt. Auch ich durfte bereits einen Gastartikel über das Gendern in Leichter Sprache schreiben – zusammen mit meiner lieben Kollegin Andrea Halbritter.

6. Mein Online-Workshop-Programm Gendern leicht gemacht

Gendern leicht gemacht: Der Workshop für alle, die geschlechtergerecht schreiben wollen.

Mein eigenes Angebot richtet sich sowohl an absolute Starter:innen im Gendern als auch speziell an Texter:innen und Autor:innen, Lektor:innen, Übersetzer:innen usw. Für beide Zielgruppen habe ich jeweils einen eigenen Workshop entwickelt. Wenn beides auf dich zutrifft, du also professionell schreibst, aber beim Gendern noch am Anfang stehst, ist das auch kein Problem: Die beiden Workshops bauen aufeinander auf und können zum günstigen Kombipreis direkt zusammen gebucht werden.

Das Workshop-Programm heißt Gendern leicht gemacht und startet wieder am 23.02. und am 25.02.2021. Noch sind einige Plätze frei!

Als Anfänger:in lernst du:

  • wie du geschlechterstereotype Sprache erkennen und vermeiden kannst
  • welche Arten zu gendern es gibt und wie du sie in der Praxis richtig anwendest
  • wie du die passende Variante für deinen Bedarf findest

Als Fortgeschrittene:r lernst du:

  • wie du in der Praxis richtig genderst
  • mit welchen Strategien du komplizierten Formulierungen an den Kragen gehst
  • wie du das Gendern in deinen Workflow integrierst

Teilnehmerin Asha sagt über meinen letzten Workshop: „Ein Rundum-Sorglos-Paket: Ein Briefing, das keine weitere Vorbereitung nötig macht, ein absolut lohnenswerter Workshop und dann auch noch eine ‚Nachbetreuung‘ in Form von Übungskorrektur – besser gehts nicht.“ Und Julia findet: „Es war ein wirklich toller Workshop und du hast alles mit so viel Liebe zum Detail vorbereitet. Wirklich großartig!“ Und Lisa und Andrej fühlen sich durch den Workshop bestärkt – sie konnten viel für ihren Arbeitsalltag mitnehmen und gendern nun sicherer.

Klingt spannend? Dann melde dich schnell an!

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7. Individuelle Beratung in der Sprechstunde „Richtig gendern“

Manchmal ist es doch so: Du hast diese eine bestimmte Frage zum Gendern, auf die du im Internet einfach keine Antwort findest. Oder du stehst vor einem ganz konkreten Problem und vor lauter Buchstaben- und Gendersternchensalat ist keine Lösung in Sicht. Dann brauchst du vielleicht einen Blick von außen und Tipps, die auf deine individuelle Situation abgestimmt sind.

Ich wurde schon oft gefragt, ob ich so etwas nicht anbieten könnte. Nun ist sie endlich da: Die Sprechstunde „Richtig gendern“ – jeden Mittwoch zwischen 11 und 18 Uhr. Eine Stunde lang sprechen wir live über Zoom oder auch am Telefon über dein Anliegen – du bestimmst das Thema! Bring deine Fragen, Texte und Beispiele mit und lass uns gemeinsam Licht ins Dunkel bringen.

Zur Sprechstunde

Na, wie sieht’s aus? Welche Tipps und Tools zum Gendern wirst du als erstes ausprobieren? Hast du vielleicht noch einen Geheimtipp parat? Dann schreib ihn doch in die Kommentare!

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